„Fake oder war doch nur Spaß“
27.01.2012 - HOCHHEIM
Medienkompetenz und Cyber-Mobbing: Theaterstück beleuchtet Problematik
(cva) - In der letzten Ausgabe der Hochheimer Zeitung wurde bereits über das Medienkompetenzprojekt der 6. Klassen in der Heinrich-von-Brentano-Schule berichtet. Nun fand am Donnerstag, 19. Januar, eine große Abschlussveranstaltung hierzu statt.
Die Schulsozialarbeit organisierte mit Unterstützung des Stufenleiters der Jahrgänge 5 und 6 Michael Ullrich einen Auftritt des Ensembles „Radiks“ aus Berlin. Gezeigt wurde das Theaterstück „Fake oder war doch nur Spaß“ von Autor Karl Koch. Es beinhaltete die Geschichte der lebenslustigen, aufgeschlossenen und etwas naiven 17-jährigen Lea, die sich im Verlauf des Stückes in eine nachdenkliche, verbitterte und traurige Jugendliche verwandelt. Durch Erzählungen in der Ich-Perspektive und Aufführen kurzer Szenen mit einem Schauspielkollegen, der in wechselnden Rollen Personen darstellte, mit denen Lea zu tun hatte, wurde deutlich, dass sich Lea aufgrund massiven Cyber-Mobbings verändert. Es wurden verschiedene Arten der Ausgrenzung und des Lächerlich-Machens sowie deren Verbreitung durch neue Medien veranschaulicht. Hierbei ging es auch um Freundschaft, Eifersucht und die Frage: „Wie würde ich mich verhalten“.
Für die Schüler des 6. Jahrgangs war es eine besondere Verdeutlichung des im Projekt durchgenommenen Themas „Cyber-Mobbing“. Zudem wurde in einem anschließenden Unterrichtsgespräch die Möglichkeit genutzt, das szenisch Dargebotene zu reflektieren.
Die Schüler, so ließ sich dabei feststellen, konnten sofort erkennen, „was die Rollen für illegale und gemeine Dinge getan haben“. Auch war schnell klar, dass sie sich selbst schon zu einem früheren Zeitpunkt Hilfe und Unterstützung geholt hätten. Als das Stück begonnen hatte, sah man 148 staunende Schüleraugen, ein Publikum, das gebannt der Theaterpräsentation folgte und über ganze 60 Minuten konzentriert bei der Sache war.
Um die Wirkung und die pädagogischen Hintergründe des Stückes noch breiter zu nutzen, ermöglichte es die Schule auch den Schülermediatoren, den Schülerpausenaufsichten, dem Schülersanitätsdienst und den Schulsprechern, an der Aufführung und den anschließenden Gesprächen mit den beiden Schauspielern Selina Maluche und Alexander Abramyan teilzunehmen.
Zum einen als kleine Belohnung für den freiwilligen sozialen Dienst an der Schule, zum anderen, da diese Gruppe sich auch immer wieder bei ihren regelmäßigen Treffen mit dem Thema (Cyber-) Mobbing befassen und auch mit Schülern zu tun haben, die Mobbing oder Ausgrenzung ausgesetzt waren. „Ein absolut passender Abschluss für das Medienkompetenzprojekt! Man konnte dem Stück gut folgen und der Inhalt kam bei den Kindern an“, so Schulsozialarbeiterin Carina von Allwörden.
Das Team der Schulsozialarbeit an der Heinrich-von-Brentano-Schule ist froh über diesen gelungenen Abschluss des Projektes und auch für Schüler war es etwas ganz Besonderes, dass extra für sie ein komplettes Theaterensemble an die Schule kam.