Aufruf zu den Demonstrationen
27.01.2012 - HOCHHEIM
Bürgerversammlung zum Thema Fluglärm in der Georg-Hofmann-Halle
Birgit von Stern von der BI Hochheim/Flörsheim fordert die Stilllegung der Bahn, damit der unerträgliche Fluglärm ein Ende hat, der die Lebensqualität in Hochheim und andernorts in den Keller fährt und das Leben unter dem Lärmteppich unerträglich werden lässt. (Siehe auch Seite 6).
Reinhard Ebert, Mitarbeiter der Stadt Rüsselsheim, der sich bestens mit Flugrouten und Ab- und Anflugverfahren auskennt, betont, dass die Maschinen sehr genau auf der Ideallinie fliegen können und nicht wie zum Start der neuen Landebahn mit enormen Streuungsbreiten. Ebert dämpft zugleich die Hoffnung, dass sich durch lärmmindernde Flugverfahren die Belastung in großem Umfang im Stadtgebiet verringern könnte. Je näher man am Flughafen sei, um so kleiner sei das Delta der Verbesserung. Sein Fazit: „Das gesamte System ist nicht akzeptabel, es muss ein absolutes Nachtflugverbot geben und bei den Kapazitäten muss ein Deckel drauf, der nicht noch mehr Flugbewegungen zulässt.“ Wie laut eine Maschine wirklich ist, können die Hochheimer jetzt ganz genau ablesen. Horst Weise vom Deutschen Fluglärmdienst freut sich, dass in der Südstadt jetzt eine Messstation ans Netz gegangen ist, die dort den Lärm genau messen kann. Auf www.dfld.de lassen sich neben dem Lärmpegel die Flugspuren aufzeigen und vieles mehr. Rechtanwältin Joy Hensel aus Hattersheim unterstrich in ihren Ausführungen, dass Fluglärm krankmache und dies bereits unterhalb der zulässigen gesetzlichen Werte. Aus Betroffenensicht konnte das Peter Hartwig nur unterstreichen. Der Schulleiter der Weinbergschule, die nahe der Landerouten liegt, sprach von Kindern, die bei Ostwindwetterlage nicht ausreichenden Schlaf fänden und im Unterricht entsprechend weniger aufnahmebreit wären. Zudem verursache jedes Flugzeuggeräusch eine Unterbrechung des Denkprozesses, was sich nachteilig auf die Konzentration für alle Kinder in der Klasse auswirke. Passiver Schallschutz alleine, werde indes nicht ausreichen. „Käfighaltung“ riefen Zuhörer Richtung Bühne.
Rechtsanwalt Dr. Martin Schröder vertritt seit Jahren Hochheim, Flörsheim, Hattersheim und neuerdings auch Mainz vor Gericht. Er begrüßte ausdrücklich den öffentlichen Protest der Menschen. Nur so würden Richter sensibilisiert und auf die Bedeutung des Themas Fluglärm aufmerksam. Das Planfeststellungsverfahren für den Ausbau sei ein politisches Produkt, bei dem das Recht überfahren wurde. Er sei davon überzeugt, dass nur politischer Druck auf den Verursacher des Lärms, der Flughafen, etwas bewegen könne. „Der Rechtsstaat ist brutal. Das Recht ist geschrieben für die Wachsamen und ich bin froh, dass der Zug des massenhaften Protests endlich ins Rollen gekommen ist. Jetzt geht der zähe Kampf vor Gericht erst richtig los“, betonte Dr. Schröder.
Der Appell aller Redner an diesem Abend an die Bürger: „Gehen Sie zu den Montagsdemonstrationen ins Terminal 1 B an den Flughafen und sind Sie dabei an der zentralen Großdemonstration am 4. Februar, 12.00 Uhr am Flughafen.“ Weitere Informationen: www.hochheim.de, www.fluglaermportal.de, www.widema.de, www.gegen wind2011.de und www. dfld.de.
- Zum Anfang
- Zurück
- Seite 2/2
- Weiter
- Zum Ende