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Hochheim 

Grandiose Klangfarben in der Kirche

25.06.2010

Konzert der St. Albanskantorei Bodenheim in St. Peter und Paul

(jk) - Der musikalische Einzug der Sängerinnen und Sänger der St. Albanskantorei am vergangenen Samstag wirkt sehr feierlich, geradezu andächtig und gibt gleich einen musikalischen Hinweis auf den Inhalt des bevorstehenden Konzerts. Die Kirche von St. Peter und Paul ist mit interessierten Zuhörern gut besetzt. Viele freuen sich schon im Voraus auf die tragenden barocken Gesänge und das Instrumentenspiel des kleinen Orchesters, das für den mehrstimmigen Chorgesang wie für die in das Programm eingeflochtenen Solo-Stücke eine hervorragende musikalische Grundierung setzt.

Die St. Albanskantorei unter der Leitung ihres Gründers Heinz Lamby ist ein weit über die Grenzen Bodenheims bekannter Klangkörper. Kontinuierliche Nachwuchsarbeit und Stimmbildung halten den Chor jung und lassen ihn gleichzeitig reifen. Rund 60 Kinder, Jugendliche und Erwachsene zählen zur Kantorei. Die Balance zu finden zwischen den hellen und strahlenden Stimmen der beiden weiblichen Lagen zu den männlichen Klangfarben, die von einer kleineren Zahl von Sängern repräsentiert wird, ist eine Kunst für sich. Da braucht es ein sensibles Gespür, wie der Klangkörper klingen soll und die Fähigkeit zur Feinjustierung. Beides beherrscht Heinz Lamby. Das klangliche Ergebnis beeindruckt. Im ersten Teil des Konzerts wird das Gloria in D-Dur für Soli, Chor und Orchester von Antonio Vivaldi (1678-1741) dargeboten.

Eine erfrischende barocke Musik, deren rhythmische Grundlage auf Tänzen basiert. Nach kurzem orchestralen Vorspiel legt der Chor mit einem feurigen Gloria einen flotten Konzertauftakt hin. Das Typische an dieser geistlichen Musik von Vivaldi ist das musikalische Umsetzen und Ausmalen des zugrunde liegenden lateinischen Liedtextes. So folgt auf den triumphierenden "Gloria"-Tanz ein langsam dahinschreitendes Stück mit einer klanglichen Schwerelosigkeit, in der die Aussage "Et in terra pax" einen außerweltlichen Heilserwartung gleichkommt, denn einer möglichen Realisierung im Diesseits.

Brigitte Wolter (Sopran und Alt), Michaela Ditt (Sopran) und Michael Martini (Oboe) übernehmen die Solopartien in Vivaldis Gloria. Aufgrund seiner klanglich beeindruckenden Zartheit sei beispielhaft das Domine Deus erwähnt, bei dem Oboe und Gesang sich abwechseln. Dabei sind die Soloparts eingeflochten in eine äußerst zurückhaltende Begleitung, die Cello, Orgel und Kontrabass weben. Die St. Albanskantorei interpretiert das Werk Vivaldis großartig. Beeindruckend sind vor allem diese glasklaren hellen Stimmen, die den Kirchenraum ausfüllen. Die hervorragende Akustik von St. Peter und Peter liefert hierzu optimale Rahmenbedingungen, damit sich die Strahlkraft des Chores entfalten kann.

Im Konzert folgen mit "Ave verum", "Laudate Dominum" und "Te Deum" drei geistliche Werke von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791). Hier taucht der Zuhörer ein in eine musikalische Welt, die wie mit kindlicher Genialität komponiert scheint.

Nach dem lang anhaltenden und wohlverdienten Applaus am Ende des Konzerts wird das bekannte "Halleluja" von Georg Friedrich Händel intoniert.

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