Mainova stellt der Stadt Hochheim einen Elektroroller zur Verfügung
(zw) - Seit vergangener Woche nimmt die Stadt Hochheim an einem Pilotprojekt der Mainova teil: Ein Elektroroller steht den Bediensteten der Stadtverwaltung für ihre Aufgaben zur Verfügung. So kann schnell ein Brief befördert, Magistratspost ausgeliefert werden - das alles geht auf diese Weise umweltfreundlich und fast ohne Fahrgeräusche.
Vier Wochen lang wird das Fahrzeug jetzt getestet. Der Vorstandsvorsitzende der Mainova, Dr. Constantin H. Alsheimer, überreichte Bürgermeisterin Angelika Munck am vergangenen Freitag die Schlüssel für das elektrobetriebene Gefährt und nutzte die Gelegenheit, um die Philosophie des Unternehmens in Bezug auf die neuen Technologien zu verdeutlichen: „Elektromobilität ist eine vielversprechende Zukunftstechnologie. Sie kann uns unabhängiger von den begrenzten und klimaschädlichen fossilen Rohstoffen machen. Fahrzeuge ohne Feinstaub-Emissionen und mit leisen Motoren können zudem die Lebensqualität erheblich verbessern!“
Bisher hatte die Mainova auf Erdgas betriebene Fahrzeuge das Hauptaugenmerk gerichtet. CO2-freie Bewegung ist aber nur mit Elektro-Fahrzeugen möglich. Innovative Techniken zu unterstützen, dafür möchte Mainova Verantwortung übernehmen. Allerdings bezieht sich diese Förderung nicht auf die technische Entwicklung der Fahrzeuge, sondern ausschließlich auf die Versorgung mit Kraftstoff und deren Infrastruktur. So ist das Ziel des Pilotprojektes vor allem, zu prüfen, ob es möglich ist, eine Elektro-Ladestation im Bereich des Rathauses einzurichten, damit die Bürger, die umweltbewusst über den Kauf eines solchen Fahrzeugs - ob Roller oder Auto - nachdenken, eine E-Ladestation mit einem Starkstromanschluss in Wohnortnähe vorfinden bzw. flächendeckend versorgt zu sein. Das ist bisher das größte Problem, denn über den normalen Akkulader und die Steckdose im Haushalt dauert das Laden sehr lang, wenn man gerade unterwegs ist und die Batterie gegen null geht. Am Starkstromanschluss der Ladestation geht es bedeutend schneller, und man kann auch kurzfristig „nachtanken“.
Priorität für Mainova ist also in dieser Richtung die flächendeckende Versorgung mit Elektroladestationen. Darüber hinaus arbeitet man weiterhin an dem Problem, wie man Elektrizität am besten speichern kann. Diese Frage stellt sich besonders bei den regenerativen Energien.
Hauptargument für elektrobetriebene Fahrzeuge sind neben der Umweltfreundlichkeit die Kosten für die Fortbewegung: Der Roller kostet auf 100 Kilometer 60 bis 70 Cent, ein vergleichbarer Superbenziner verbraucht auf gleicher Strecke 3,5 Liter, die aktuell mit knapp 5 Euro zu Buche schlagen. Auch die Ausnutzung des Kraftstoffs ist vorbildlich. Während beim Benzin nur 30 Prozent für die Fortbewegung des Fahrzeugs genutzt werden - 70 Prozent gehen als Wärme in die Luft - liegt der Nutzungsgrad bei bei Strom bei 90 Prozent.
Über die Anschaffungskosten darf man zurzeit noch nicht diskutieren, wenn mehr Autos und Roller produziert werden, geht auch da der Preis runter.
Bei der Übergabe des Elektro-Rollers vor dem Rathaus war auch Rainer Fröhlich dabei, Vertreter des Leasingpartners GOVECS, der E-Roller und -Fahrräder importiert. Sie sind in China hergestellt mit deutscher Unterstützung und deutschem Engineering. In China werden mittlerweile 20 bis 30 Mio. elektrische Zweiräder gebaut.
Im Pilotprojekt der Mainova werden zwei Jahre lang rund zwei Dutzend Roller auf ihre Alltagstauglichkeit getestet: Studenten, Pizzakuriere, Mitarbeiter in den Uni-Kliniken, Tierärzte im Zoo, Mitarbeiter im Frankfurter Palmengarten - sie alle probieren den Elektroroller aus.
In der nächsten Ausgabe der Hochheimer Zeitung wird ein exklusiver Erfahrungsbericht über die E-Roller-Testfahrten veröffentlicht.