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Hochheimer Zeitung

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22. Februar 2012
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Sport 

Zwei Hallen voller Tänzerinnen

20.01.2012 - HOCHHEIM

TSC Hochheim stemmt Mammutsportveranstaltung

(jk) - Turmhohe Boxen mit professionellem Bühnenequipment, eine große Tanzbühne, in rund 40 Meter Entfernung ein lang gezogenes Podest, an dem die fünf Wertungsrichter sitzen und mit ihren geschulten Augen jeden Schritt der jungen Damen auf der Bühne verfolgen. Alle sind sie mit einem Laptop ausgestattet und haben Netzwerkanschluss. Sie lassen noch mal im Geiste die eben gezeigte Performance in der Jugendklasse „Schautanz Modern“ Revue passieren, nehmen ihre Notizen zur Hand und tippen ihre Bewertung ein. Dann dauert es nur kurze Zeit und für alle sichtbar an der Seite der Tanzbühne zeigen sich die fünf Punktzahlen für den Tanz. Beim ersten Erkennen der Zahlenkolonne setzt ein ohrenbetäubendes Kreischen ein. Junge Damen außer Rand und Band schreien ihre Freude ob der satten Punktzahl heraus, ihre Freunde und die Trainerinnen wissen, in welche Richtung sie ihren Kopf halten müssen, damit das Ohr keinen Schaden nimmt: 292 Punkte für die Surprise Diamonds des TSV 1882 Raunheim. Willkommen im ganz normalen Wahnsinn eines Liga- und Ranglistenturniers im Garde- und Schautanzsport.

Am vergangenen Wochenende war der 1. TSC Hochheim Ausrichter dieser Sportveranstaltung, die Massen von tanzsportbegeisterten Aktiven, meist Mädchen und junge Frauen, nebst Betreuern und Familienangehörigen mobilisiert und in zwei Hallen ein Tanzspektakel nonstop bietet. „Ich glaube, wir gehen in die Kabine, da ist es ruhiger und lässt sich leichter reden“, meint Silvia Müller vom TSC Hochheim, währenddessen der nächste 240 Beats per Minute-Musikmix durch die Halle schallt.

Der Hochheimer Tanzsportclub zählt rund 60 Mitglieder, rund die Hälfte sind Kinder. Klar, dass jeder mit anpacken muss, auch Eltern, Freunde und Bekannte. Der kleine Verein ist darauf angewiesen, denn der Tanzsport ist eine nicht zu unterschätzende gebührenpflichtige Angelegenheit. „Mit diesem Wochenende können wir damit einiges für die Saison finanzieren“. So ein Startgeld schlägt im Verband mit 30 Euro pro Tanz zu Buche. Freilich gibt es einen gewissen Mengenrabatt, aber so ist der Verband natürlich auch sicher, dass die Wettbewerbsbedingungen und die Qualität an verschiedenen Turnierorten stets vergleichbar sind.

Für jeden Verein, der Veranstalter ist, eine Herausforderung. Aber das zeitliche Engagement lohnt sich, weil die Organisatoren nach Abzug aller Kosten und Abgaben an den Verband wissen, dass der verbleibende Erlös dem eigenen Tanzsport zugutekommt.

Insgesamt zogen sich an beiden Tagen zusammen mehr als 1300 Tänzer um und jeder brauchte dafür auch einen Platz. So wurden 70 Festzeltgarnituren für Garderoben aufgestellt. Ebenso galt es, die hungrigen Sportler und Zuschauer zu verpflegen. Am Wochenende gingen 1020 Würstchen über den Tresen. Für die sportliche Einordnung der Tänzer waren insgesamt 20 Wertungsrichter nach Hochheim gekommen. Mit Reisebussen kamen zahlreiche Sportler angefahren, die Weitesten aus Potsdam sowie aus Landshut und Ottobrunn. Besonders heftig war es für die Tanzformationen aus Bayern, die am späten Sonntagabend in der Hauptklasse ihren Auftritt hatten und erst spät in der Nacht wieder zu Hause ankamen. Und die TSC-Helfer? Die waren froh, dass alles reibungslos und prima klappte. Auch wenn der einen oder dem anderen die Motivation zum Abbau am Sonntag nach 22 Uhr vielleicht schwergefallen sein mag. „Im nächsten Jahr machen wir mal Pause. Dann werden wir kein Doppel-, sondern nur ein einfaches Turnier organisieren“, so Silvia Müller. Dann geht die Tür auf und eine Speed-Version von Roxettes „Sleeping in my car“ flutet mit mächtigen Bässen in den Raum.

Im modernen Schautanz gibt es für die Choreografie große Freiheiten.	Fotos: Jürgen Kunert

Im modernen Schautanz gibt es für die Choreografie große Freiheiten. Fotos: Jürgen Kunert Vergrößern

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