Exklusiv aus der Redaktion: Spannende Themen aus Hessen

Neues aus Hessen.

Internationaler Orgelwettbewerb in Wiesbaden, Biontech blickt in die Zukunft und das Wissen und Nichtwissen über das Coronavirus: ein paar wichtige Themen im Überblick.

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Hessen. wie halten Sie es mit To-do-Listen? Ich komme darauf, nachdem ich gestern Abend in der Mediathek eines Schweizer Fernsehsenders ein Gespräch mit dem Soziologen Hartmut Rosa gesehen habe. Es ging um die Frage, warum wir trotz immer zahlreicher werdender Hilfsmittel, Dienstleistungen, Apps, immer weniger Zeit (zu) haben (scheinen). In diesem Zusammenhang schreibt Rosa den To-do-Listen ein immenses Aggressionsauslöser-Potenzial zu. Selbst bei Dingen, die uns eigentlich glücklich machen: Stehen sie unerledigt auf einer To-do-Liste, machen sie uns nicht nur nicht glücklich. Im Gegenteil, sie haben dann sogar das Potenzial, uns unglücklich zu machen.

TOP 3 DES TAGES

Achtsam

Die Walcker-Orgel der Wiesbadener Lutherkirche wird beim Orgelwettbewerb um den Bach-Preis der Stadt zu hören sein.
Die Walcker-Orgel der Wiesbadener Lutherkirche wird beim Orgelwettbewerb um den Bach-Preis der Stadt zu hören sein. (© Heiko Kubenka)
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Einen Ausweg aus diesem Dilemma will uns seit einigen Jahren die sogenannte Achtsamkeitsbewegung zeigen. Das Dilemma auch hier: Landet die achtsame (Un-)Tätigkeit auf einer To-do-Liste, im Timer eines ihrer digitalen Pendants oder dient sie sogar der Inszenierung des Selbst auf Instagram, TikTok und Co., entzieht man Tun und Nichtstun von vorneherein die Kraft, die man eigentlich hofft, zur Entfaltung zu bringen. Ein Weg, der vorbeiführen könnte an diesem Dilemma, noch dazu kostenfrei und mit oftmals sehr geringer Teilnehmerzahl, ist der Gang zur Kirche, am besten zehn Minuten vor der Zeit. Ich jedenfalls bräuchte Jahre, um mich an den „Ort“, in den Zustand, zu meditieren, zu dem das Orgelspiel die Tür öffnet, sobald der erste Windhauch durch die Pfeifen weht. Welch ein Erlebnis muss es erst sein, wenn die besten Organisten der Welt zusammenkommen? Diese Erfahrung kann machen, wer am Freitag oder Samstag die Lutherkirche in Wiesbaden betritt. Dort wird der 2021 pandemiebedingt abgesagte internationale Orgelwettbewerb um den Bach-Preis der Landeshauptstadt ausgetragen. Mein Kollege Volker Milch berichtet vorab.

Trittsicher

Ein Aufkleber an einer Glastür weist auf das Tragen einer Maske hin.
Ein Aufkleber an einer Glastür weist auf das Tragen einer Maske hin. (© Felix Kästle/dpa/Symbolbild)

Trittsicherheit in unsicheren Zeiten: In meinen Augen vermittelt das derjenige besonders glaubhaft, der ausdrücklich darauf hinweist, dass es Trittsicherheit (noch) nicht geben kann. Ausgesprochen lesenswert daher: Das Interview meines Kollegen Markus Engelhardt mit dem Marburger Virologen Harald Renz. Wo stehen wir in der Corona-Pandemie? Was wissen wir? Und auch: Was wissen wir noch immer nicht?

Weitsichtig

Das Logo und der Schriftzug der Firma Biontech.
Das Logo und der Schriftzug der Firma Biontech. (© Boris Roessler/dpa/Archivbild)
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Einige Erfolge bei der Bekämpfung des Virus haben wir dem Mainzer Biotechnologie-Unternehmen Biontech zu verdanken. Gestern hat der Konzern seine Visionen für die Zukunft der Öffentlichkeit vorgestellt. Diese lässt sich Biontech in einem ersten Schritt 409 Millionen Euro kosten. Werden sogenannte Meilensteine bei Entwicklung und Forschung erreicht, sollen es sogar 625 Millionen Euro sein. Mein Kollege Ralf Heidenreich fasst Details und Hintergründe des Mega-Deals zusammen.

ZU GUTER LETZT

…ist aus aktuellem Anlass nicht die To-do-Liste, sondern eine andere Liste in vieler Munde: Die Liste der Unwörter – seit gestern um ein Wort reicher: “Klimaterroristen”. In Schule und Studium habe ich mich sehr für fremde Sprachen begeistert. Vom weichen “D” im Spanischen oder den musisch-nasalen Ergüssen der Franzosen konnte ich nicht genug bekommen. Die Feinheiten im Deutschen habe ich erst später erkannt. Seither notiere ich mir gelegentlich das eine oder andere in meinen Ohren besonders wohlklingende Wort. „Widerfahrnis“ steht seit Jahren ganz oben. Gestern ist „geruhsam“ hinzugekommen, nachdem Ulrich Wickert, zu Gast in der ZDF-Sendung “Volle Kanne”, von einem Zuschauer gebeten wurde, seinen legendären Abschiedsgruß am Ende der Tagesthemen, „Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Abend und eine geruhsame Nacht“, noch einmal zu wiederholen. Ja, auch im Deutschen stecken manchmal Weichheit und Musik. Aber zählen Sie mal die „Ts“ und „Ks“ in den Unwörtern der letzten Jahre, Rückführungspatenschaften oder alternative Fakten, um nur zwei Beispiele zu nennen. Dann wird schnell klar, warum uns diese Worte fast körperlichen Schmerz bereiten.

Exklusiv aus der Redaktion „Rheinhessen am Mittag”

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Haben Sie einen schönen Tag! Ich werde jetzt “Newsletter erledigt” auf meine To-do-Liste schreiben. Erst machen, dann notieren. Macht bestimmt doppelt glücklich!