Hessen ruft nicht alle Mittel zur Ganztagsbetreuung ab

Ganztagsbetreuung

Hessen ruft nicht alle Mittel zur Ganztagsbetreuung ab

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Wiesbaden (dpa/lhe) - . Zum beschleunigten Ausbau der Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder hat Hessen fast ein Fünftel des beim Bund verfügbaren Geldes nicht in Anspruch genommen. Von gut 55,8 Millionen Euro wurden 44,8 Millionen ausgeschöpft, wie aus Daten des Bundesfamilienministeriums für die Jahre 2021 und 2022 hervorgeht, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen. Hessen hat somit gut 80 Prozent des Verfügungsrahmens genutzt.

Das Geld kann zum Beispiel in Gebäude, Möbel, Spiel- und Sportgeräte investiert werden. Für Kinder, die ab dem Schuljahr 2026/2027 eingeschult werden, soll es in Deutschland einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in der Grundschule geben.

Neun der insgesamt 16 Bundesländer haben mehr Mittel als Hessen beim Bund abgerufen - allen voran Hamburg und das Saarland mit jeweils 100 Prozent der ihnen zur Verfügung stehenden Mittel. Sechs Länder kommen auf eine geringere Quote als Hessen. Bayern nutzte nur knapp 19 Prozent und somit am wenigsten.

In Hessen floss nach Angaben des Kultusministeriums beispielsweise Geld in die Ausstattung von Küchen und Mensen, den Bau neuer Betreuungsräume, die Pausenhofgestaltung oder die Neuanschaffung von Mobiliar.

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Ein Sprecher des Kultusministeriums in Wiesbaden erklärte, wegen der Corona-Pandemie hätten allerdings einige Maßnahmen nicht umgesetzt werden können, „da Handwerk und Logistik nicht fristgemäß zur Verfügung standen“. Außerdem sei die Fristsetzung des Bundes für die Antragstellung mit einem Jahr „äußerst knapp“ gewesen.

Das sogenannte „Beschleunigungsprogramm Ganztagsbetreuung“ mit Finanzhilfen des Bundes ist zum 31. Dezember 2022 ausgelaufen. Die Daten des Bundesministeriums stammen aus den vergangenen Tagen; einer Sprecherin zufolge sind noch Nachmeldungen möglich.