Hessisches Handwerk blickt skeptisch auf 2023

Hessisches Handwerk blickt skeptisch auf 2023

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Wiesbaden (dpa/lhe) - . Das hessische Handwerk blickt mit Skepsis auf die wirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2023. „Noch sind die Auftragsbücher der Handwerksbetriebe gut gefüllt, eine wachsende Zahl von Betrieben rechnet aber mit einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation im kommenden Jahr“, erklärte der Präsident des hessischen Handwerkstages, Stefan Füll, am Mittwoch in Wiesbaden. Vor allem die Bau- und Ausbaugewerke erwarteten schwierige Monate.

Es komme bereits vermehrt zu Stornierungen von Aufträgen, berichtete der Handwerkspräsident. Bauvorhaben mit langfristigen Lieferzusagen würden angesichts der massiven Preissteigerungen zum Zuschussgeschäft. Dazu komme der enorme Zinsanstieg. Ein konkreter und belastbarer Ausblick für das laufende Jahr sei wegen der großen wirtschaftlichen und politischen Unsicherheiten nicht möglich.

Die Handwerksbetriebe seien gut ins Jahr 2022 gestartet. Ab der Jahresmitte habe sich die Geschäftslage aber wegen der massiven Inflationsentwicklung und der dadurch ausgelösten Kauf- und Konsumzurückhaltung dann deutlich abgekühlt, sagte der Präsident. Viele Branchen im Handwerk schätzten daher die Geschäfts- und Auftragslage auch für dieses Jahr pessimistisch ein.

Ende vergangenen Jahres hat es nach Angaben von Füll insgesamt 77 638 Handwerksbetriebe in Hessen gegeben. Das entspricht einer Zunahme von 530 Betrieben (plus 0,7 Prozent) im Jahresvergleich.