Mit falschen Zeugnissen Juristen-Job erschwindelt: Bewährung

Justitia

Mit falschen Zeugnissen Juristen-Job erschwindelt: Bewährung

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Frankfurt/Main (dpa/lhe) - . Weil sie mit gefälschten Zeugnissen einen Juristen-Job erschwindelt hat, ist eine Frau zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und zu 100 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt worden. Das Amtsgericht Frankfurt ging am Freitag von Betrug und Urkundenfälschung aus. Das Urteil gegen die 36-Jährige ist bereits rechtskräftig.

Trotz eines nicht bestandenen ersten juristischen Staatsexamens hatte sie sich aus Überzeugung des Gerichts 2018 bei einer Frankfurter Privatbank als Syndikusjuristin beworben und drei Zeugnisse vorgelegt, nach denen sie in Deutschland, Frankreich und England hervorragend benotete Jura-Abschlüsse erreicht habe. Die Zertifikate hatte sie demnach an Computer und Farbkopierer selbst angefertigt. Als sie schließlich während der Corona-Pandemie im Homeoffice über Wochen hinweg nicht erreichbar war, schöpften ihre Vorgesetzten Verdacht und stellten Nachforschungen an, die zur Kündigung führten. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte die Frau bereits 27 Monate gearbeitet und rund 155.000 Euro Gehalt bezogen.

Vor Gericht legte sie ein umfassendes Geständnis ab. Sie sei nach der erfolglosen Staatsprüfung in schwere finanzielle Not geraten und deshalb auf einen gut bezahlten Job angewiesen gewesen. Derzeit sei sie in psychiatrischer Behandlung. Im Urteil wurde besonders die lange Verfahrensdauer strafmildernd angerechnet.