Regen lässt in Hessen erste Flüsse über die Ufer treten

Regenwetter in Frankfurt am Main

Am Wochenende gibt es wieder Regen. Doch schon jetzt sind die Böden nass und die Flüsse und Bäche randvoll. Wo droht Hochwasser?

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Wiesbaden (dpa/lhe) - . Der anhaltende Regen hat in Hessen die ersten Bäche und Flüsse über die Ufer treten lassen. Am stärksten war das Hochwasser an Lahn und Eder, wie aus einer Übersicht des in Wiesbaden ansässigen Hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) hervorgeht. Dort wurde am Freitagmorgen an den Messstationen Gießen, Leun (Lahn-Dill-Kreis) und Schmittlotheim (Landkreis Waldeck-Frankenberg) die Meldestufe 2 überschritten. An 23 Stationen stiegen die Pegelstände über die Meldestufe 1. Keine Überschreitung meldeten 105 Stationen.

Das Regierungspräsidium Kassel meldete aus Nordhessen leichtes Hochwasser am Ober- und Mittellauf der Fulda sowie von der Eder oberhalb der Talsperre. An der Edertalsperre sei vorsorglich bereits Wasser abgelassen worden, teilte ein Sprecher mit. Auch im Schwalmgebiet würden „Rückhaltebecken zu einer Entschärfung der Hochwassersituation“ beitragen. Diemel und Werra seien „weitaus geringer betroffen“.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) wird am Samstag gegen Nachmittag von Westen her weiterer Regen erwartet. Vor allem im hessischen Bergland sollen dabei innerhalb von zwölf Stunden zwischen 30 und 40 Liter Wasser pro Quadratmeter fallen. Auch für Sonntag und Montag erwartet der DWD Schauer, Schneeregen und Schnee. Die Temperaturen liegen dabei zwischen drei und zehn Grad. In der Nacht zum Dienstag sinkt die Schneefallgrenze den Angaben zufolge von 400 bis 600 Meter auf 300 Meter ab.

Das HLNUG geht daher davon aus, dass die Wasserstände nach einem kurzem Absinken am Freitag am Wochenende erneut ansteigen. Betroffen seien wieder das Lahngebiet, die Oberläufe der Gewässer im Fuldagebiet und der Eder sowie die aus dem Vogelsberg kommenden Gewässer im Kinzig- und Niddagebiet und die Taunusgewässer. An Main und Rhein bestehe weiter keine Hochwassergefahr, teilte die Behörde mit. Am Neckar könnten hingegen am Wochenende Meldestufen überschritten werden.

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Ursache des Hochwassers sind laut HLNUG „andauernder Regen und die weitgehende Sättigung der Böden mit Feuchtigkeit“. Vor allem im Westerwald, im Rothaargebirge und im Vogelsberg gab es Dauerregen mit hohen Niederschlagsmengen. So wurden innerhalb von 24 Stunden auf dem Vogelsberg (Grebenhain-Ilbeshausen-Hochwaldhausen) 50 Liter Regen und im Westerwald (Driedorf-Mademühlen) 37 Liter pro Quadratmeter gemessen. In Nordhessen lagen die Niederschlagssummen zwischen 2 und 15 Litern, in Mittelhessen bei 15 bis 30 Litern.

Die Meldestufe 1 ist erreicht, sobald ein Gewässer randvoll ist und an einigen Stellen das Wasser bereits über das Ufer tritt. Die Meldestufe 2 entspricht laut HLNUG einem „größeren Hochwasser“, das ufernahe Grundstücke überflutet und vereinzelt Keller überlaufen lässt. Ab der Meldestufe 3 werden Ortschaften vom Hochwasser eingeschlossen, Straßen sind unpassierbar.