Weitere Teilfreigabe auf A7_ Pflanzenfett auf Fahrbahn

Sperrung der Autobahn 7 bei Göttingen

Seit dem Wochenbeginn war die A7 in Südniedersachsen Richtung Kassel auf 60 Kilometern Länge wegen einer Verunreinigung gesperrt. Ein erstes Teilstück ist freigegeben, weitere...

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Göttingen (dpa) - . Auf der gesperrten Autobahn 7 in Südniedersachsen soll am Donnerstagabend ein weiterer Teilabschnitt freigegeben werden. Das teilte die Polizei am Donnerstagnachmittag auf Twitter mit. Unterdessen ist bekannt, welche Substanz für die Glätte auf der Fahrbahn Richtung Kassel sorgt: Es ist Pflanzenfett, wie die Autobahngesellschaft des Bundes am Donnerstag auf einer Pressekonferenz mitteilte. Zunächst war vermutet worden, dass es sich um Paraffin handelt. Die Fahrbahn war am Donnerstagnachmittag noch auf rund 50 Kilometern Länge in Richtung Süden gesperrt.

Die Autobahn war wegen des verlorenen Pflanzenfettes in der Nacht auf Montag zwischen den Anschlussstellen Northeim-Nord und Staufenberg auf einer Länge von rund 60 Kilometern gesperrt worden. Seitdem laufen Reinigungsarbeiten mit Spezialfahrzeugen. Laut einem Gutachten wurden rund 20 Tonnen Pflanzenfett, also eine komplette Lastwagenladung, auf der Autobahn verteilt.

Das erste Teilstück - zwischen Hedemünden und Staufenberg - wurde am Mittwoch wieder freigegeben, wie der Leiter der Göttinger Außenstelle der Autobahngesellschaft, Sebastian Post, sagte. Damit entschärfte sich auch das größte Stauproblem auf den Umleitungsstrecken, die nun nicht mehr durch das Nadelöhr Hann. Münden führen.

Durch die Freigabe des Abschnittes vom Dreieck Drammetal bis Hedemünden könne auch die Sperrung der an dem Dreieck endenden Autobahn 38 aufgehoben werden, hieß es. Die Abschnitte Göttingen-Nord bis Dreieck Drammetal und Northeim-Nord bis Nörten-Hardenberg sollen am Freitag freigegeben werden, zunächst teilweise einspurig. Über den letzten Abschnitt zwischen Nörten-Hardenberg und Göttingen-Nord - er ist am schwersten verunreinigt - sollen ab Sonntag wieder Autos rollen können. Auf allen freigegebenen Teilstücken gilt zunächst Tempo 80.

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Die Reinigungsarbeiten kämen mittlerweile gut voran, weil die Reinigungsmethode geändert wurde, sagte Post. Inzwischen sind demnach 21 Spezialfahrzeuge im Einsatz, die heißes Wasser mit hohem Druck auf die Fahrbahn auftragen. Bei den meisten Fahrzeugen wird zusätzlich ein Reinigungsmittel auf Alkoholbasis genutzt, das 15 Minuten auf der Fahrbahn einwirken muss und dann abgesaugt wird. Die ersten Reinigungsergebnisse hätten nicht den erwünschten Erfolg gebracht, daraufhin habe man die Methode geändert. Die Fahrzeuge kommen 500 Meter bis einen Kilometer pro Stunde voran.

Für Probleme hatten zudem ungeduldige Autofahrer gesorgt. Weil mehrere Menschen die überlasteten Umleitungsstrecken offenbar umfahren haben, indem sie ein Stück der gesperrten Autobahn nutzten, mussten Anschlussstellen mit Personal der Autobahngesellschaft überwacht werden.

Die Polizei hat unterdessen die Ermittlungen wegen des möglichen Anfangsverdachtes auf einen fahrlässigen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr aufgenommen. Sie hofft, dem Verursacher anhand der nun identifizierten Substanz auf die Fährte zu kommen.

Der Direktor der Region Nordwest der Autobahn-GmbH, Cord Lüesse, sagte, dass der noch unbekannte Verursacher der Verunreinigung für den Schaden aufkommen soll. Bisher lägen die Kosten für die Reinigungsarbeiten im oberen sechsstelligen Bereich.