Spendenkonto für die Opfer des Brands in Griesheim eröffnet

Vor dem Haus in der Schöneweibergasse, in dem es von Sonntagabend bis Montagabend brannte, sind Grablichter und Blumen als Zeichen der tiefen Trauer abgelegt worden Foto: Matthias Voigt

Bei einem Brand in Griesheim waren ein Mann und dessen Tochter gestorben. Eine befreundete Familie sammelt nun Geld für die Bestattung der 13-Jährigen.

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GRIESHEIM. Der Brand in einem Mehrfamilienhaus in der Schöneweibergasse treibt auch Tage nach dem Unglück noch viele Griesheimer um. Der Vater und seine Tochter waren ums Leben gekommen, Mutter, Großmutter und Schwester hatten überlebt. Teils waren über 100 Rettungskräfte am Einsatz beteiligt.

Mittlerweile hat Familie Roso ein Spendenkonto eröffnet. Der Hintergrund: Ihre Tochter war mit dem verstorbenen 13-jährigen Mädchen befreundet. In Abstimmung mit den Hinterbliebenen hat die Familie nun die Aktion ins Leben gerufen. Viele Griesheimer hätten gefragt, wie sie helfen oder an wen sie spenden könnten. Damit auch jeder Euro bei den Hinterbliebenen ankomme, hat die Familie bei der Sparkasse Darmstadt ein Spendenkonto eröffnet (siehe Infokasten).

„Wir hoffen, dass eine gute Summe zusammenkommt“, blickt Nadja Roso voraus. Mit dem Geld wolle man der Familie unter die Arme greifen, die alles verloren habe. Vorrangiges Ziel ist, genügend Geld einzusammeln, um eine Trauerfeier und die Bestattungskosten für das 13-jährige Mädchen bezahlen zu können. Sollte dann noch etwas übrig sein, soll es der Mutter zur freien Verfügung übergeben werden.

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Noch keine Gespräche mit den Hinterbliebenen

Derweil sind die Ermittlungen der Polizei zur Brandursache noch nicht abgeschlossen. Wie Pressesprecherin Christiane Hansmann vom Polizeipräsidium Darmstadt gegenüber dieser Zeitung sagte, seien aus Pietätsgründen noch keine Gespräche mit den Hinterbliebenen geführt worden. Ein technischer Defekt als Brandursache sei aber „so gut wie auszuschließen“, sagte Hansmann. Wie sich das Unglück im Einzelnen abgespielt habe, bedürfe noch der Klärung.

Die Stadt Griesheim organisiert derzeit die Unterbringung aller durch den Wohnungsbrand betroffenen Familien und erhebt in diesem Zuge auch den Bedarf an Sachspenden. Von einem öffentlichen Aufruf sieht sie aber noch ab. Bürgermeister Geza Krebs-Wetzl sagte: „Alle Betroffenen müssen sich derzeit mit existenziellen Fragen und Herausforderungen beschäftigen. Die Hilfsbereitschaft ist ungebrochen groß und doch rufe ich Sie alle zu gegenseitigem Respekt und geduldiger Rücksichtnahme auf, um allen ausreichend Zeit und Raum für die nächsten Schritte zu geben.“

Von Matthias Voigt