Baptistengemeinde: Inzwischen 200 Corona-Infizierte

Bei einem Gottesdienst am 10. Mai in der Frankfurter Baptistengemeinde hat sich eine größere Zahl von Menschen mit dem Corona-Virus infiziert. Von dem Ausbruch sind Gläubige aus Frankfurt und umliegenden Landkreisen wie dem Wetterau-, dem Hochtaunus- und dem Main-Kinzig-Kreis betroffen.  Foto: dpa

Die Zahl der infizierten Menschen nach einem Gottesdienst in einer Frankfurter Baptistengemeinde ist weiter angestiegen. Eine Person liegt gar auf der Intensivstation.

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FRANKFURT. Nach dem Ausbruch des Coronavirus im Zuge eines Gottesdienstes einer Frankfurter Baptistengemeinde sind inzwischen 200 Personen im Umfeld der Gemeinde positiv getestet worden.

Neun an Covid-19 Erkrankte würden in Krankenhäusern behandelt, eine Person auf der Intensivstation, teilte das Gesundheitsamt Frankfurt am Main am Donnerstag dem Evangelischen Pressedienst (epd) mit. 57 infizierte Personen lebten in Frankfurt, die übrigen in sieben umliegenden Landkreisen.

Am vergangenen Wochenende war bekanntgeworden, dass es aufgrund eines Gottesdienstes am 10. Mai zur massenhaften Verbreitung des Virus in der selbstständigen Evangeliums-Christen-Gemeinde kam, die nicht dem Dachverband der Baptisten, dem Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden, angehört. "Im Nachhinein betrachtet wäre es für uns angebracht, beim Gottesdienst Mund-Nasen-Schutz-Bedeckungen zu tragen und auf den gemeinsamen Gesang zu verzichten", räumte die Gemeinde ein. Sie äußerte sich "tief bestürzt und traurig" über die Ereignisse.

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Bei der Versammlung seien getrennte Ein- und Ausgänge genutzt worden, außerdem sei der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten worden und es habe ausreichend Desinfektionsmittel zur Verfügung gestanden, betonte die Gemeinde.

Die Gesundheitsämter bemühen sich derzeit, Infektionsketten aufzuspüren. Dies sei aufwendig, weil die Gemeinde keine Adressliste der Gottesdienstbesucher geführt habe, hieß es. Wenn der Fall aufgeklärt sei, werde man sich mit der Frage beschäftigen, ob solche Listen in Hessen per Verordnung vorgeschrieben werden, hatte der hessische Sozialminister Kai Klose (Grüne) angekündigt. Die evangelische und die katholische Kirche nehmen von sich aus die Adressen auf, die dann für eine bestimmte Zeit aufbewahrt werden.

Von epd