Bombenentschärfung in Frankfurt unter erschwerten Bedingungen

Unberührt liegt am frühen Morgen eine Baustelle im Stadtteil Gallus, nachdem hier am 3. Dezember eine 500 Kilogramm schwere Weltkriegsbombe gefunden wurde. Diese soll im Laufe des Tages entschärft werden. Aufgrund der Sprengstoffmenge und der Bauart der Bombe britischen Typs war ist großer Evakuierungsradius erforderlich. Foto: dpa

Am Sonntag soll eine 500 Kilogramm schwere Weltkriegsbombe entschärft werden, die bei Bauarbeiten im Gallusviertel gefunden wurde.

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FRANKFURT. Die an diesem Sonntag geplante Entschärfung einer 500 Kilogramm schweren Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg in Frankfurt könnte bis zu sechs Stunden dauern. "Wenn es gut läuft, klappt es in einer Stunde, es kann aber auch deutlich länger dauern", sagte der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) beim Besuch des Betreuungszentrums für Evakuierte in einer Frankfurter Messehalle. Vor allem die Splitterwirkung der britischen Fliegerbombe mit mechanischem Zünder werde als sehr gefährlich eingestuft. Wann die eigentliche Entschärfung beginnen könne, war am Sonntagmittag noch nicht bekannt. "Zuerst brauchen wir die Information der Polizei, dass das gesamte Gebiet geräumt ist", sagte ein Feuerwehrsprecher.

Die Bombe war am Donnerstag bei Bauarbeiten im Frankfurter Stadtteil Gallus gefunden worden. Ehe der Kampfmittelräumdienst den Sprengkörper entschärfen konnte, mussten knapp 13 000 Anwohner ihre Wohnungen verlassen. Für alle, die nicht bei Freunden oder Verwandten unterkommen konnten, wurde in einer Messehalle eine Betreuungsstelle eingerichtet - wegen der Corona-Pandemie mit Maskenpflicht und Abstand. Bis zum Mittag waren etwa 300 Menschen dorthin gekommen.

"Wir haben im Eingangsbereich zwei Ärzte, bei der Ankunft wird Fieber gemessen und auf Erkältungssymptome geachtet", sagte Armin Bender, ehrenamtlicher Katastrophenschutzbeauftragter beim Deutschen Roten Kreuz (DRK). "Wenn jemand hustet oder erhöhte Temperatur hat, gibt es einen Corona-Schnelltest." Corona-Infizierte wurden in Hotels oder Krankenhäusern untergebracht, sagte Bender. In der Messehalle gebe es zudem einen abgetrennten Bereich für Menschen, die sich wegen einer Rückkehr aus dem Ausland oder als Kontaktpersonen eines Infizierten in Quarantäne befinden. "Das ist kein schöner Adventssonntag für die Menschen hier", sagte Bender. "Aber alle sind unglaublich diszipliniert."

Im Gefahrenbereich liegen Altenheime, eine Fernwärmeleitung, Internetknotenpunkte und Umspannanlagen sowie zentrale Einrichtungen der Deutschen Bahn. Im Fern- und Regionalverkehr der Bahn wurden Beeinträchtigungen und Verspätungen insbesondere zwischen 11 und 18 Uhr erwartet. Einzelne Züge sollten umgeleitet werden und ersatzweise in Frankfurt Süd halten.

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Von dpa