Frauenärzte impfen auch Männer

(cris). Wenn Schwangere sich mit Corona infizieren, kann das riskant werden. Intensivmediziner wie jüngst Stefan Kluge vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf berichten im...

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BERLIN. (cris). Wenn Schwangere sich mit Corona infizieren, kann das riskant werden. Intensivmediziner wie jüngst Stefan Kluge vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf berichten im Vergleich zum Vorjahr von einer Zunahme dramatischer Fälle: Junge Frauen, um die 30 Jahre alt, ohne Vorerkrankungen, landen wegen schwerer Covid-19-Verläufe auf der Intensivstation. Die Front der Experten, die deshalb eine bevorzugte Impfung fordern, wird immer breiter. Diese Woche sprachen sich mehrere Fachgesellschaften wie die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) für die priorisierte Impfung schwangerer und stillender Frauen aus, und zwar mit mRNA-Impfstoffen.

Mehr Tot-, Frühgeburten und Kaiserschnitte bei Infizierten

Ebenso der Berufsverband der Frauenärzte: „Eine Impfung aller Schwangeren wäre äußerst sinnvoll“, sagt dessen Präsident Christian Albring. Bei den erkrankten Schwangeren zeige sich ein Anstieg von Tot- und Frühgeburten und eine erhöhte Rate an Kaiserschnitten. „Eine von 25 erkrankten Schwangeren muss intensivmedizinisch behandelt werden. Wird hier eine Beatmung notwendig, so liegt die Sterblichkeit bei zwei Prozent.“ Die rund 800 000 Schwangeren können sich laut Berufsverband auch an ihren Frauenarzt wenden, wenn Kontaktpersonen – priorisiert sind zwei engste Angehörige – geimpft werden sollen. Das gelte auch für betroffene Männer: „Das geht wohnortnah und oftmals schneller als ein Termin im Impfzentrum oder beim Kollegen Hausarzt“, so Albring.