Gewerkschaft: Zugbegleiter sind keine „Masken-Sheriffs“

Mit einer Maske schützt sich eine Frau an der Frankfurter Hauptwache gegen das Coronavirus. Foto: dpa

Sind Zugbegleiter auch für die Kontrolle der Maskenpflicht zuständig, wozu der RMV-Aufsichtsrat die Befugnis gegeben hat? Die Eisenbahngewerkschaft hat sich hierzu klar geäußert.

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FRANKFURT. Nach Ansicht der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) in Frankfurt sind Zugbegleiter nicht für die Kontrolle der Maskenpflicht zuständig. „Unsere Kolleg*innen in den Zügen sind keine Masken-Sheriffs! Wir lehnen die Pläne des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV), von Zugbegleiter*innen die Kontrolle der Maskenpflicht durchführen zu lassen, vehement ab“, erklärte EVG-Geschäftsstellenleiter Alexander Beichel am Montag. Schon heute seien die Zugbegleiter vielfach Anfeindungen, Übergriffen und Gewalt von Reisenden ausgesetzt. Die Maskenkontrolle sei allein Aufgabe der staatlichen Ordnungsbehörden.

In der vergangenen Woche hatte der Aufsichtsrat des RMV dem Kontrollpersonal die Befugnis gegeben, 50-Euro-Strafen bei Maskenverweigerern zu erheben. Die Pflicht zur Mund-Nasen-Bedeckung werde in die Beförderungsbedingungen von Bussen und Bahnen aufgenommen, hieß es. Dies gelte ab 1. Januar. Bisher hätten Fahrgäste ohne Maske auf Basis des Hausrechts von der Weiterfahrt ausgeschlossen werden müssen. Eine Geldbuße konnte nur von Ordnungsbehörden wie der Polizei verhängt werden.

Der RMV äußert sich auf Anfrage dieser Zeitung zu den Vorwürfen der Gewerkschaft: „Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung ist eine der wichtigsten Maßnahmen im Kampf gegen Corona. Es ist unabdingbar, dass sich wirklich jeder Reisende an die Maskenpflicht hält. Dies ist auch die vielgestaltige Forderung unserer Fahrgäste. Mit der Aufnahme der Maskenpflicht in die Beförderungsbedingungen bekommt das Prüfpersonal - das heute schon bereits Fahrgäste ohne Maske auf die Pflicht aufmerksam macht - ein zusätzliches Werkzeug an die Hand. Zeigt sich ein Fahrgast vollkommen uneinsichtig, wird das Personal genauso wie heute auch die Polizei zur Unterstützung hinzurufen müssen.“

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