Mord bei Kusel: Psychiatrisches Gutachten für Andreas S.?

Am Dienstag war der getötete Polizist beigesetzt worden, am Mittwoch auch seine Kollegin. Foto: dpa/Harald Tittel

Die Staatsanwaltschaft plant dem Medienberichten zufolge wohl im Fall der getöteten Polizisten ein psychiatrisches Gutachten für den Tatverdächtigen Andreas S. zu beantragen.

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KUSEL. Nach den tödlichen Schüssen auf zwei Polizisten bei einer Polizeikontrolle in der Pfalz sind einige Fragen zu dem Fall offen. Noch am selben Tag der Tat, bei der ein 29-jähriger Polizist und seine 24 Jahre alte Kollegin starben, nahmen Ermittler Andreas S. (38) und Florian V. (32) fest, die inzwischen in Untersuchungshaft sitzen. Doch sind die Ermittlungen noch lange nicht abgeschlossen. Ein Überblick über die Ereignisse und Erkenntnisse.

Am Montag sind bei Kusel (Pfalz) zwei Polizisten erschossen wurden.
Am Montag sind bei Kusel (Pfalz) zwei Polizisten erschossen wurden.
Am Montag sind bei Kusel (Pfalz) zwei Polizisten erschossen wurden.
Am Montag sind bei Kusel (Pfalz) zwei Polizisten erschossen wurden.
In Kusel sind bei einer Verkehrskontrolle zwei Polizisten erschossen worden.
In Kusel sind bei einer Verkehrskontrolle zwei Polizisten erschossen worden.
In Kusel sind bei einer Verkehrskontrolle zwei Polizisten erschossen worden.
In Kusel sind bei einer Verkehrskontrolle zwei Polizisten erschossen worden.
In Kusel sind bei einer Verkehrskontrolle zwei Polizisten erschossen worden.
In Kusel sind bei einer Verkehrskontrolle zwei Polizisten erschossen worden.
In Kusel sind bei einer Verkehrskontrolle zwei Polizisten erschossen worden.
In Kusel sind bei einer Verkehrskontrolle zwei Polizisten erschossen worden.
In Kusel sind bei einer Verkehrskontrolle zwei Polizisten erschossen worden.
In Kusel sind bei einer Verkehrskontrolle zwei Polizisten erschossen worden.
In Kusel sind bei einer Verkehrskontrolle zwei Polizisten erschossen worden.
In Kusel sind bei einer Verkehrskontrolle zwei Polizisten erschossen worden.

Für die Familien der beiden getöteten Polizisten hat die Polizeistiftung Rheinland-Pfalz ein Spendenkonto eingerichtet: PolizeiStiftung Rheinland-Pfalz, Sparda-Bank Südwest, IBAN: DE15 5509 0500 0001 9899 79, BIC: GENODEF1S01, Verwendungszweck: Kusel - Zwei von uns.

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- Donnerstag, 24. MÄRZ -

Die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern wird voraussichtlich im Fall der getöteten Polizisten bei Kusel ein psychiatrisches Gutachten für den Tatverdächtigen Andreas S. beantragen. Das bestätigte der Leitende Oberstaatsanwalt Udo Gehring nach Informationen des SWR am Donnerstag. Der Hauptverdächtige Andreas S. steht im Verdacht, Ende Januar zwei Polizisten bei einer Verkehrskontrolle bei Kusel erschossen zu haben. Gehring teilte mit, dass in dem Gutachten auch geprüft werden soll, ob für den Hauptverdächtigen bei einer Verurteilung auch eine Sicherungsverwahrung verhängt werden könne. Das würde bedeuten, dass er nach dem Ende einer möglichen Haftstrafe nicht wieder auf freien Fuß kommt. Ob auch für den anderen Beschuldigten ein Gutachten erstellt wird, um die Schuldfähigkeit des 32-Jährigen zu untersuchen, stehe laut SWR-Informationen noch nicht fest.

- MITTWOCH, 23. MÄRZ -

Nach der Tötung von zwei Polizisten Ende Januar nahe Kusel haben Ermittler am Mittwochmorgen am Tatort Schüsse der Tatnacht nachgestellt. Ziel sei es, sogenannte Referenzaufnahmen von Schussgeräuschen aufzuzeichnen, um diese mit Erkenntnissen aus der Nacht vom 31. Januar abzugleichen, teilte die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern am Mittwoch mit. So könnten bislang unklare Aspekte zur Schussabgabe und damit auch zum genauen Tatablauf geklärt werden. Die Schüsse seien mit den mutmaßlichen Tatwaffen, einer Dienstwaffe und weiteren Vergleichswaffen im Zeitraum zwischen 3 und 5 Uhr abgegeben worden. Die kriminaltechnischen Maßnahmen waren von der Staatsanwaltschaft angeordnet worden und wurden von Sachverständigen des Bundeskriminalamtes und des Landeskriminalamtes Rheinland-Pfalz umgesetzt. Für die Dauer der Schussabgaben sei die Kreisstraße 22 gesperrt gewesen, hieß es. Anwohner der umliegenden Ortschaften waren zuvor von der Polizei informiert worden. Am 31. Januar waren bei einer Fahrzeugkontrolle nahe Kusel ein Polizeikommissar (29) und eine 24 Jahre alte Polizeianwärterin erschossen worden. Im Anschluss wurden zwei Männer im Saarland festgenommen. Nach bisherigen Erkenntnissen werden einem 38-jährigen Deutschen die beiden Morde vorgeworfen. Er soll alleine fünf Schüsse auf die Opfer abgefeuert haben - mutmaßlich um vorherige Jagdwilderei zu verdecken. Er sitzt in Untersuchungshaft. Die Tat hatte bundesweit für Entsetzen gesorgt.

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- MONTAG, 21. MÄRZ -

Sieben Wochen nach den tödlichen Schüssen auf zwei Polizisten in der Westpfalz haben Bund und Land sowie Polizei und Angehörige Abschied von den beiden Beamten genommen. Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) sagte anlässlich der Gedenkfeier am späten Montagnachmittag in Kusel, es sei immer noch nicht zu fassen, was in jener "schrecklichen Nacht" auf den 31. Januar auf offener Straße passiert sei.

"Die Kraft der Verbundenheit, die wir heute als Gemeinschaft aufbringen, um der beiden als herzensgut und fröhlich beschriebenen jungen Menschen zu gedenken, vermag vielleicht ein wenig Trost zu spenden in dieser schweren Zeit. Aber die Narben bleiben", sagte Lewentz. Die beiden fehlten - in ihren Familien, bei ihren Freunden, in der Polizei des Landes. Auch Bundesinnenministerin Nancy Faeser und die rheinland-pfälzische Regierungschefin Malu Dreyer (beide SPD) waren nach Kusel gekommen. Mehrere hundert Gäste waren eingeladen, darunter auch die Familien der Getöteten, enge Wegbegleiter, hochrangige Polizeibeamte sowie Vertreter der US-Streitkräfte und der Polizeibehörden im nahen Frankreich und Luxemburg.

Am 31. Januar waren bei einer Fahrzeugkontrolle nahe Kusel ein 29-jähriger Polizeikommissar und eine 24 Jahre alte Polizeianwärterin erschossen worden. Anschließend wurden zwei Männer im Saarland festgenommen. Nach bisherigen Erkenntnissen werden einem 38-jährigen Deutschen die beiden Morde vorgeworfen. Er soll allein fünf Schüsse auf die Opfer abgefeuert haben - mutmaßlich um vorherige Jagdwilderei zu verdecken. Die Tat hatte bundesweit für Entsetzen gesorgt.

- FREITAG, 4. MÄRZ -

Die zwei Waffen, mit denen Andreas S. Ende Januar im rheinland-pfälzischen Landkreis Kusel zwei Polizisten erschossen haben soll, gehörten vermutlich offiziell seiner Frau. Das berichtet der Spiegel am Freitag. Die Frau war zum Zeitpunkt der Tat zumindest im Besitz zweier Waffen gleichen Typs.

Nach den Ermittlungsergebnissen der Staatsanwaltschaft Kaiserslautern erschoss Andreas S. Ende Januar eine 24 Jahre alte Polizeianwärterin mit einem Schuss einer doppelläufigen Schrotflinte. Anschließend soll er damit auf ihren 29 Jahre alten Kollegen gefeuert haben. Danach soll S. mit einem Jagdgewehr noch dreimal auf den Polizisten geschossen haben. Er tötete ihn mit einem Kopfschuss. Waffen desselben Typs und Kalibers – eine doppelläufige Schrotflinte und ein Bergara Jagdgewehr im Kaliber .308 Winchester – waren nach Informationen des Spiegel seit Mitte 2021 auf der Waffenbesitzkarte der Frau von Andreas S., Sarah S., eingetragen. Sie war ebenfalls Jägerin.

Andreas S. durfte zum Zeitpunkt der Tat keine Waffen besitzen und auch nicht jagen. Die Beziehung zwischen den beiden ist unklar, die Ermittler gingen zunächst davon aus, dass die beiden getrennt sind, sie lebten wohl nicht zusammen. Die Staatsanwaltschaft habe sich auf Nachfrage des Spiegel nicht dazu geäußert, ob die mutmaßlichen Tatwaffen auf S. Frau eingetragen sind und ob sie gegen die Ehefrau von Andreas S. ermittelt. Bisher heißt es, die Waffen seien »auf der Waffenbesitzkarte einer anderen, berechtigten Person eingetragen«. Eine eventuelle strafrechtliche Verantwortlichkeit dieser Person nach dem Waffengesetz sei Gegenstand der Ermittlungen.

- DIENSTAG, 1. MÄRZ -

Haftbefehl gegen Florian V. aufgehoben

Im Fall der erschossenen Polizisten bei Kusel in der Westpfalz wirft die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern nur noch einem der beiden Tatverdächtigen Mord vor. Der 38-jährige Andreas S. habe nach dem aktuellen Stand der Ermittlungen alleine die fünf Schüsse auf die Polizeianwärterin und den Kommissar abgefeuert. Das teilte die Justizbehörde am Dienstag in Kaiserslautern mit.

Der Tatverdacht der gewerbsmäßigen Jagdwilderei zur Nachtzeit bestehe jedoch weiterhin gegen beide Deutsche, also auch gegen den 32-jährigen Florian V. Ihm wird jetzt auch Strafvereitelung vorgeworfen. Dass er weiterhin in Haft sei, nannte sein Anwalt "einen Skandal".

Die Ermittler hatten es nach eigener Darstellung zunächst für unmöglich gehalten, dass "bei dem dynamischen Geschehen" ein Mann allein fünf Schüsse aus zwei verschiedenen Waffen habe abgegeben können - zumal drei der Schüsse aus einem Gewehr abgefeuert wurden, das nach jedem Schuss auseinandergeklappt und neu geladen werden müsse. Und dies, während der Polizeibeamte selbst zugleich auch mindestens 14 Mal geschossen habe. Die Ermittlungsergebnisse hätten diese Annahme jedoch widerlegt: Der 38 Jahre alte Hauptverdächtige war demnach "ein sehr guter Schütze". Er habe Schießerfahrung gehabt, auch mit einem Jagdgewehr (Einlader), und daher sehr schnell nachladen können. Der 32-jährige V. sei hingegen kein geübter Schütze gewesen. Die beiden Tatwaffen sind den kriminaltechnischen Untersuchungen zufolge eine doppelläufige Schrotflinte und ein Jagdgewehr Winchester Bergara 308. Beide seien bei der Festnahme der beiden Männer im saarländischen Sulzbach sichergestellt worden.

An beiden Waffen seien nur Finger- und DNA-Spuren von Andreas S. festgestellt worden. Die technisch langwierigen Untersuchungen auf Schmauchspuren seien zwar noch nicht abgeschlossen. Allerdings seien davon auch keine Ergebnisse "mit entscheidender Aussagekraft" zu erwarten, weil beide Männer in der Nähe der abgegebenen Schüsse gewesen seien. In einer Vernehmung am Tatort habe der 32-Jährige seine Angaben wiederholt, zwar bei der Jagd in der Tatnacht und am Tatort dabei gewesen zu sein, selbst aber nicht geschossen zu haben.

Der 38-Jährige habe nach Aussage des jüngeren Beschuldigten in der Tatnacht von dem stehenden Auto aus mit Hilfe eines Nachtsichtgeräts ein Wildschwein geschossen. Der 32-Jährige sei mit einer Wärmebildkamera auf das an die Straße angrenzende Feld gegangen, um das geschossene Tier zu holen. Genau zu diesem Zeitpunkt seien die Polizeistreife eingetroffen.

Der 32-Jährige sei zurück zum Kastenwagen gegangen. Der Polizeibeamte habe am Streifenwagen gefunkt, der 38-Jährige sei mit einer an die Polizeibeamtin gerichteten Bemerkung zu seinem Wagen gegangen, er wolle die verlangten Dokumente holen. Als kurz darauf die ersten Schüsse fielen, habe der 32-Jährige Deckung im Straßengraben gesucht. Die 24 Jahre alte Polizeibeamtin wurde von einem Schuss aus der doppelläufigen Schrotflinte tödlich getroffen. Ihr 29 Jahre alter Kollege wurde von einem Schrotschuss verletzt. Tödlich seien drei weitere Schüsse aus dem Jagdgewehr gewesen, berichtete die Staatsanwaltschaft. Beide Polizeibeamte trugen zwar Schutzwesten. "Die Schüsse trafen jedoch so, dass die Schutzwesten nichts ausrichten konnten."

- MITTWOCH, 23. FEBRUAR -

14.15 Uhr: 1600 Hinweise auf Internet-Hetze nach Tötung von Polizisten bei Kusel

In den drei Wochen nach der Tötung von zwei Polizisten hat die rheinland-pfälzische Ermittlungsgruppe "Hate Speech" mehr als 1600 Hinweise auf Hass und Hetze im Internet im Zusammenhang mit der Tat festgestellt. Davon seien 509 Beiträge nach vorläufigem Stand strafrechtlich relevant, teilte am Mittwoch das Landeskriminalamt in Mainz mit. Bislang seien 45 Vorgänge an die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz weitergegeben worden. Über die Zahlen hatte zuvor die "Heilbronner Stimme" berichtet.

Wegen hämischer Internet-Kommentare zur Tat war vor zwei Wochen ein 37 Jahre alter Saarländer verhaftet worden. Aus gleichem Grund war zuvor ein 55 Jahre alter Mann in Rheinland-Pfalz verhaftet worden.

Eine 24 Jahre alte Polizeianwärterin und ein 29 Jahre alter Polizeikommissar waren am 31. Januar bei einer Fahrzeugkontrolle bei Kusel erschossen worden. Als mutmaßliche Täter sitzen zwei Männer wegen des Verdachts auf gemeinschaftlichen Mord in Untersuchungshaft. Die Tat hatte bundesweit Entsetzen ausgelöst. Ermittler gehen davon aus, dass die Täter Jagdwilderei verdecken wollten.

- DIENSTAG, 22. FEBRUAR -

16 Uhr: Täter von Kusel: Vereinigung beantragte Jagdschein-Entzug in 2004

Die Vereinigung der Jäger des Saarlandes (VJS) hat bereits in 2004 beim mutmaßlichen Polizistenmörder von Kusel einen Jagdschein-Entzug beantragt. Anlass sei eine fahrlässige Körperverletzung bei einem Jagdunfall gewesen, teilte die VJS am Dienstag in Saarwellingen mit. Der 38-Jährige war danach zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Laut Urteil, das 2008 rechtskräftig wurde, hatte er bei einer Hasenjagd mit einer Schrotflinte geschossen - ohne genug Sicht zu haben. Dabei habe er einen Jagdkollegen erheblich verletzt. Der Jagdschein war ihm danach entzogen worden. Nach Ablauf der Sperrfrist für die Wiedererteilung des Jagdscheines hatte der Mann diesen laut Landkreistag in 2012 erneut bekommen und wiederholt verlängert - bis März 2020. Dann habe der zuständige Mitarbeiter der Unteren Jagdbehörde, der auch stellvertretender Landesjägermeister ist, den Antrag des Tatverdächtigen auf Verlängerung des Jagdscheins abgelehnt, teilte die VJS mit.

- MITTWOCH, 16. FEBRUAR -

15.00 Uhr: Dreyer: "Wer die Polizei angreift, greift uns alle an"

Mit tiefer Betroffenheit, Mitgefühl für die Angehörigen und Solidaritätsbekundungen für die Polizei gedachte der Landtag Rheinland-Pfalz der beiden bei Kusel ermordeten Polizisten Yasmin Bux und Alexander Klos. Scharf verurteilt wurde in den Redebeiträgen nicht nur die skrupellose Tat, sondern auch die widerwärtigen Reaktionen im Internet. Es sei unbegreiflich, dass es Menschen in der vermeintlichen Anonymität des digitalen Raums gebe, die den gewaltsamen Tod der Polizisten begrüßten und zu weiteren Taten aufriefen, sagte Landtagspräsident Hendrik Hering (SPD).

„Wo sind wir eigentlich hingekommen, dass Polizisten, Rettungskräfte, Feuerwehrleute und Bürgermeister beleidigt, bedroht und körperlich angegriffen werden, während sie ihren Dienst für uns, für unser Zusammenleben ausüben?“, fragte Hering. Der Tod der beiden jungen Menschen verpflichte dazu, achtsam zu sein und niemals wegzusehen. „Denn sie waren zwei aus unserer Mitte, waren zwei von uns.“

Polizisten und Polizistinnen stehen an einer Homburger Kirche Spalier beim Gedenkgottesdienst für die getötete Polizistin.  Foto: dpa/Harald Tittel
Polizisten und Polizistinnen stehen an einer Homburger Kirche Spalier beim Gedenkgottesdienst für die getötete Polizistin. (© dpa/Harald Tittel)

Ganz Rheinland-Pfalz und Deutschland trauere mit den Hinterbliebenen, stellte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) fest. Dass die Täter in manchen Kreisen gefeiert würden, sei menschenverachtend. „Wer so agiert, muss wissen: Wer die Polizei angreift, greift uns alle an“, unterstrich Dreyer, dass diese Reaktionen nicht hingenommen würden. Der Staat schaue genau hin und schreite hart und konsequent ein.

Auch CDU-Fraktionschef Christian Baldauf machte deutlich, dass der Mord an den beiden Polizisten ein Aufruf in die Gesellschaft hinein sein müsse: „Dulden wir keine Gewalt, keine Respektlosigkeit gegenüber Einsatzkräften.“ Es sei Aufgabe der Bürger, die von der Polizei geschützt werden, dieser Respekt entgegenzubringen. „Respekt, weil sie bereit sind, ihr Leben für uns, für den Staat, zu riskieren.“

SPD-Fraktionssprecherin Sabine Bätzing-Lichtenthäler betonte, dass es zu unserem Selbstverständnis gehören müsse, eng an der Seite der Polizei zu stehen. „Die Polizei gehört zu uns“, sagte sie. Jeder Gewaltakt, der sich gegen Polizisten richte, richte, sich auch gegen uns alle. Zunehmende Brutalität und Hemmungslosigkeit im Netz und auf der Straße würden nicht akzeptiert.

6.20 Uhr: Landtag in Mainz gedenkt getöteter Polizisten

Mit einer Schweigeminute und kurzen Redebeiträgen gedenkt der rheinland-pfälzische Landtag an diesem Mittwoch (14 Uhr) der beiden in der Westpfalz erschossenen Polizisten. Die Trauer um die 24 Jahre alte Polizeianwärterin und den 29 Jahre alten Polizeioberkommissar ist der erste Tagesordnungspunkt der Plenarsitzung.

Die beiden Polizisten wurden am Montag vergangener Woche getötet. Sie wollten an einer Kreisstraße bei Kusel ein Fahrzeug kontrollieren. Noch am selben Tag wurden zwei Tatverdächtige festgenommen, ein 38- und ein 32-Jähriger aus dem Saarland.

6 Uhr: Bei Kusel erschossene Polizistin wird beigesetzt

Nach der Bestattung eines vor zwei Wochen in der Westpfalz ermordeten Polizisten wird nun auch seine getötete Kollegin beigesetzt. Die 24 Jahre alte Polizeianwärterin wird an diesem Mittwoch (11 Uhr) in saarländischen Homburg-Erbach beerdigt. Geplant ist eine Trauerfeier mit einer Ehrenwache der Polizei. Die Familienangehörigen würden sich unter Ausschluss der Öffentlichkeit von der Verstorbenen verabschieden, teilte die Hochschule der Polizei in Koblenz mit. Für weitere Trauergäste erfolge eine Tonübertragung vor der Aussegnungshalle. Im Anschluss folge die Urnenbestattung auf dem Friedhof Homburg-Erbach.

- DIENSTAG, 15. FEBRUAR -

14.30 Uhr: Letztes Geleit für bei Kusel getöteten Polizisten

Mit großer Anteilnahme haben Hinterbliebene, Politiker und Kollegen einem vor zwei Wochen bei Kusel erschossenen Polizisten das letzte Geleit gegeben. Im saarländischen Freisen kam die Trauergemeinde am Dienstag zunächst in einer Kirche zu einem nicht öffentlichen Gottesdienst zusammen. Danach sollte die Beisetzung im Familienkreis erfolgen. In der Heimatgemeinde des 29 Jahre alten Polizeikommissars zeigten sich die Menschen erschüttert. Vor der Kirche St. Remigius lagen Blumen und Kerzen als stiller Gruß.

"Wir müssen stärker jene schützen, die uns schützen", sagte Landrat Udo Recktenwald am Rande der Trauerfeier. Die Gesellschaft müsse sich wieder bewusster machen, wie herausfordernd der Polizeiberuf sei. "Wir werden nicht jede Tat verhindern können, weil wir nicht in die Untiefen der menschlichen Seele blicken können. Trotzdem brauchen wir Menschen, die den Mut haben, diesen Beruf zu ergreifen", meinte der CDU-Politiker. Gegen hämische Internet-Kommentare nach der Tat müsse der Staat mit Härte vorgehen. "Das ist kein Kavaliersdelikt."

Auch Freisens Bürgermeister Karl-Josef Scheer sagte, der Rechtsstaat müsse den Schreibern von Hasskommentaren "die Grenzen aufzeigen". Er könne nicht verstehen, warum eine solch niederträchtige Tat verübt worden sei, sagte der SPD-Politiker. "Es gibt in Freisen eine riesige Anteilnahme. Aber das Leid für Familie und Freunde kann man nicht in Worte fassen." Der Polizist sei "ein feiner Kerl" gewesen.

Der Polizeiseelsorger Norman Roth sprach in Freisen von großer Trauer bei den Einsatzkräften. "Wie bei jeder Trauersituation und erst recht bei einem solch dramatischen Ereignis ist es wichtig, dass (...) Anteilnahme möglich ist und man gemeinsam als Polizeifamilie diese Trauerschritte gehen kann", betonte er. "Wir bieten Einzelgespräche und Gruppenbegleitungen an, solange es gewünscht ist."

- MONTAG, 14. FEBRUAR -

Ein vor zwei Wochen in der Westpfalz ermordeter Polizist wird an diesem Dienstag (14 Uhr) in seinem Heimatort Freisen im Saarland beigesetzt. Familie, Freunde und geladene Gäste nehmen bei dem nicht öffentlichen Gottesdienst in der Kirche Abschied. Da die Anteilnahme im Ort groß ist, wird die Trauerfeier per Video-Stream in eine Halle übertragen. Auch die Innenminister von Rheinland-Pfalz und dem Saarland werden in Freisen erwartet.

- SAMSTAG, 12. FEBRUAR -

Waffen werfen weiter Fragen auf

Wie der Landkreistag Saarland mitteilt, hatte der mutmaßliche Polizistenmörder Andreas S. seine Waffen offiziell an berechtigte Personen weitergegeben. Die letzte der auf ihn eingetragenen Waffen hätte demnach im Januar 2020 den Besitzer wechseln sollen. Wem die Waffen demzufolge hätten überlassen werden sollen, ist bislang noch nicht klar und soll nun überprüft werden. Unklar ist bislang auch, welche der bei Andreas S. gefundenen Waffen als offiziell weitergegeben galten.

- FREITAG, 11. FEBRUAR -

17 Uhr: Haftbefehl wegen Internet-Kommentars nach Polizistenmorden

Wegen der Solidarisierung mit den mutmaßlichen Polizistenmördern von Kusel ist ein 37-jähriger Saarländer verhaftet worden. Er habe am Tattag des 31. Januar bei Facebook geschrieben: "Das waren zwei von vielen. Jeder kommt dran", teilte die Staatsanwaltschaft Saarbrücken am Freitag mit. Zudem soll er seinen Kommentar mit einem polizeifeindlichen Video verlinkt haben. Schließlich habe er den Tätern öffentlich Geld und Unterschlupf angeboten, teilte ein Sprecher der Behörde mit.

15.15 Uhr: Beisetzungen der getöteten Polizisten finden kommende Woche statt

Die Beisetzungen der getöteten Polizeibeamten, Yasmin B. und Alexander K., finden in der kommenden Woche statt. Das geht aus einer Mitteilung der Polizei vom Freitag hervor. Alexander K. wird am 15. Februar in Freisen, Yasmin B. am 16. Februar in Homburg-Erbach bestattet. Die Landesregierung Rheinland-Pfalz bereitet darüber hinaus gemeinsam mit der Polizei eine offizielle Trauerfeier vor. Dieser Termin wird noch bekannt gegeben.

Wie die Polizei Westpfalz für die Beisetzung in Freisen mitteilte, ist in der Kirche St. Remigius ein Gottesdienst mit Angehörigen, Freunden und geladenen Gästen geplant. Die Öffentlichkeit sei in der Kirche nicht zugelassen, es bestehe aber die Möglichkeit der stillen Teilnahme an der Bruchwaldhalle. Hierzu wird der Gottesdienst auf den Vorplatz der Halle in die Schulstraße per Audio-Stream übertragen. Auch im Außenbereich gilt die Maskenpflicht. In der Bruchwaldhalle sind Plätze ausschließlich für geladene Gäste reserviert. Per Video-Stream wird Ihnen die Teilnahme am Gottesdienst ermöglicht. Die Öffentlichkeit ist in der Halle ebenfalls nicht zugelassen. Im Anschluss an den Wortgottesdienst findet die Bestattung auf dem Friedhof an der Bahnhofstraße statt. Die Familie und enge Freunde werden sich unter Ausschluss der Öffentlichkeit in der Aussegnungshalle von Alexander K. verabschieden. Eine Ehrenwache der Polizei Rheinland-Pfalz begleite ihn und die Trauergäste zur Grabstätte.

13 Uhr: Ermittler: "Dynamik des Geschehens" spricht für zwei Täter

Im Fall der Polizistenmorde von Kusel gehen Ermittler weiter von einer gemeinsamen Tat der beiden festgenommenen Verdächtigen aus. Angesichts der "Dynamik des Geschehens" könnten die Schüsse auf die beiden Beamten nach derzeitigem Untersuchungsstand nicht nur von einer Person abgegeben worden sein, sagte der rheinland-pfälzische Justizminister Herbert Mertin (FDP) am Freitag in Mainz. Dafür sprächen etwa das Verletzungsbild und die zeitliche Abfolge. "Derzeit liegen keine Hinweise dafür vor, dass es weitere Tatbeteiligte geben könnte", sagte Mertin im Rechtsausschuss des Landtages.

12 Uhr: Auch Staatsanwaltschaft Saarbrücken ermittelt

Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken hat ein Verfahren wegen des Verdachts der Jagdwilderei gegen den 38-jährigen Tatverdächtigen eingeleitet. Dazu gebe es "sehr umfangreiche Ermittlungen", teilte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Saarbrücken am Freitag mit. In dem Zusammenhang seien "zahlreiche Waffen" sichergestellt worden.

Sollte sich bei den Ermittlungen ein Anfangsverdacht hinsichtlich von Verstößen gegen das Waffengesetz, Kriegswaffenkontrollgesetz oder Sprengstoffgesetz ergeben, so die Staatsanwaltschaft, werde die Polizei den Vorwurf entweder zum Gegenstand der laufenden Verfahren machen oder gesonderte Verfahren abtrennen.

7.30 Uhr: Komplize schildert Tatnacht

Nach Medienberichten belastet Jagdhelfer Florian V. (32) den Todesschützen Andreas S. (38) schwer. Wie der Fokus berichtet, soll einzig der Saarländer Andreas S. die Polizeianwärterin Yasmin B. und ihren Kollegen Alexander K. bei einer Verkehrskontrolle erschossen haben. Laut Florian V. soll Andreas S. während der Attacke das Magazin seiner Büchse leergeschossen haben haben.

Laut dem Leitenden Oberstaatsanwalt Udo Gehring sei dies eine Version zum Tatgeschehen, die „derzeit noch überprüft wird“. So steht etwa das Ergebnis einer Schmauchspur-Untersuchung bei beiden Tatverdächtigen noch aus.

- MITTWOCH, 9. FEBRUAR -

16.00 Uhr: Mainzer Stadtrat gedenkt der erschossenen Polizisten

Der Mainzer Stadtrat hat nach den Polizistenmorden von Kusel in seiner Sitzung an diesem Mittwoch der Opfer gedacht und einstimmig eine Resolution beschlossen. Die Resolution im Wortlaut: „Am 31. Januar 2022 wurden eine Polizeianwärterin und ein Polizist während einer Verkehrskontrolle in Rheinland-Pfalz erschossen. Die Tat macht fassungslos und sehr betroffen. Unser tief empfundenes Mitgefühl gilt den Hinterbliebenen, denen wir unser aufrichtiges Beileid bekunden.

Polizistinnen und Polizisten stehen jeden Tag dafür ein, dass die Werte und gemeinsam verabredeten Regeln unserer demokratischen Gesellschaft zum Wohle aller Menschen eingehalten werden. Sie verkörpern den Schutz, den ein Staat seinen Bürgerinnen und Bürgern gewähren muss. Wir stehen fest an der Seite der Polizistinnen und Polizisten, die leider zunehmend Hass, Gewalt und Hetze in ihren Einsätzen, aber auch im Netz ausgesetzt sind. Das nehmen wir nicht hin. Wer Polizistinnen und Polizisten angreift, greift unsere demokratische Gesellschaft selbst an.

Wir nennen unsere Polizei unseren ,Freund und Helfer‘ – eine hohe Formel, der nur gerecht werden kann, wer sich des Rückhalts der Gesellschaft sicher ist. Geben wir unseren Polizistinnen und Polizisten die Gewissheit dieses Rückhalts – in unserer politischen Arbeit, aber auch in unserem alltäglichen Handeln. Ihr Schutz ist unser Schutz. Dafür stehen wir.“

14.45 Uhr: Rheinland-Pfälzer rief zur Tötung von Polizisten auf

Gegen einen 55-jährigen Mann aus dem Landkreis Birkenfeld, der auf Facebook zur Tötung von Polizisten aufgerufen hat, hat die Zentralstelle für die Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus bei der Generalstaatsanwaltschaft Koblenz Haftbefehl beantragt. Diesem Antrag gab das Amtsgericht Koblenz am Mittwoch statt. Der Beschuldigte wurde am Donnerstag vergangener Woche nach Hinweisen der Ermittlungsgruppe „Hate Speech“ des Landeskriminalamtes schon einmal verhaftet, ist dann aber nach einer psychiatrischen Untersuchung wieder auf freien Fuß gesetzt worden.

Hintergrund ist der Mord an zwei Polizisten in der Nähe von Kusel. Im Nachgang zu dieser Tat hat der 55-Jährige ein Video auf Facebook eingestellt, in dem er zu einem sogenannten „Cop-Hunting“ aufrief. Gegen eine Gebühr von 500 Euro könne er Polizisten in einen angrenzenden Wald locken, wo sie dann von den Interessenten erschossen werden könnten. In der Folge schwenkte der Beschuldigte mit seiner Kamera in ein angrenzendes Waldstück und filmte mehrere Örtlichkeiten, darunter auch Hochsitze, die seiner Meinung nach als Versteck für die Schützen geeignet wären. Zwischen 23 und 4 Uhr könne „die Party“ stattfinden.

In einem weiteren, kurze Zeit später online gestellten Video, soll er sich an „erfahrene Schützen“ gewandt und diesen für „einen Treffer zwischen die Augen“ ein Preisgeld von 500 Euro in Aussicht gestellt haben. In der polizeilichen Vernehmung nach seiner ersten Festnahme gab der Mann an, einen mörderischen Hass auf die Polizei zu haben.

Anders als der Ermittlungsrichter vor Wochenfrist, sieht die Zentralstelle für die Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus in diesem Verhalten ein Vergehen des öffentlichen Aufforderns zu Straftaten nach Paragraf 111 Strafgesetzbuch. Auf ihren Antrag hat die Ermittlungsrichterin des Amtsgerichts Koblenz einen Haftbefehl erlassen, der am Mittwoch vollstreckt wurde. Das Amtsgericht teilt die Befürchtung der Zentralstelle, dass der Beschuldigte versuchen wird, sich durch Flucht der Strafverfolgung zu entziehen.

9.50 Uhr: Schweigeminute im Landtag geplant

Mit einer Schweigeminute und kurzen Redebeiträgen will der rheinland-pfälzische Landtag in der kommenden Woche die beiden in der Westpfalz erschossenen Polizisten würdigen. Das parlamentarische Gedenken an die 24 Jahre alte Polizeianwärterin und den 29 Jahre alten Polizeioberkommissar wird der erste Punkt auf der Tagesordnung einer Plenarsitzung am 16. Februar sein, wie der Ältestenrat am Dienstag in Mainz beschloss.

Nach einem stillen Trauern sind Ansprachen von Landtagspräsident Hendrik Hering und Ministerpräsidentin Malu Dreyer (beide SPD) geplant. Anschließend werden noch die Vorsitzenden der beiden größten Landtagsfraktionen sprechen, Christian Baldauf (CDU) und Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD).

- DIENSTAG, 8. FEBRUAR -

Polizeiinspekteur: Deshalb haben die anderen Streifen zwölf Minuten gebraucht

Der Inspekteur der rheinland-pfälzischen Polizei, Jürgen Schmitt, hat im Innenausschuss des Landtags Details zu dem Einsatz nach den tödlichen Schüssen auf zwei Polizisten in der Westpfalz erklärt. Er berichtete am Dienstag unter anderem, warum es zwölf Minuten dauerte, bis andere Streifen am Tatort waren, obwohl die später getöteten Beamten gemeinsam mit den Besatzungen zwei weiterer Fahrzeuge unterwegs waren.

Schmitt sagte, wenn Streifen an einen Tatort geschickt würden und bekannt sei, dass dort geschossen worden sei, seien sie angehalten, zunächst zu stoppen und Schutzausrüstung anzulegen. Dazu gehörten schwere Schutzhelme und Westen sowie eine Maschinenpistole. "Das führt zu einer gewissen Zeitverzögerung", erklärte der Inspekteur.

Inspekteur Schmitt zufolge waren an dem Morgen nach der Kontrolle mit tödlichem Ausgang andere Streifen um 4.32 Uhr am Tatort. Beide Opfer, ein 29-jähriger Oberkommissar und seine 24 Jahre alte Kollegin, seien zu dem Zeitpunkt bereits tot gewesen, hätten massive Verletzungen am Kopf aufgewiesen. Die zwei Beamten waren demnach uniformiert in einem zivilen Polizeiauto unterwegs, Schmitt zufolge observierten sie mit den Besatzungen zwei weiterer Polizeiwagen eine Person. Nach früheren Angaben der Polizei ging es darum, eine Serie von Eigentumsdelikten aufzuklären.

Blumen und Kerzen stehen an der Stelle, an der zwei Polizisten im Dienst erschossen worden waren. Foto: dpa/Sebastian Gollnow
Blumen und Kerzen stehen an der Stelle, an der zwei Polizisten im Dienst erschossen worden waren. (© dpa/Sebastian Gollnow)

Mutmaßlicher Polizistenmörder hatte Pirschbezirke im Saar-Forst

Der mutmaßliche Polizistenmörder von Kusel hat bis Ende März 2020 legal im saarländischen Staatswald gejagt. Er habe in verschiedenen Revieren seit 2017 Jagderlaubnisscheine für zunächst drei Pirschbezirke gehabt, teilte das Umweltministerium in Saarbrücken mit.

Zwei Pirschbezirke seien im Juni 2019 vorzeitig gekündigt worden, da es wiederholt zu Verstößen gegen die Kirr-Ordnung gekommen sei. Statt mit Getreide und heimischen Früchten sei Wild dort mit Backwaren angelockt ("angekirrt") worden.

Nach einer weiteren ähnlichen Feststellung wurde dem 38-Jährigen der dritte Jagdbezirk zum 31. März 2020 gekündigt, teilte eine Sprecherin mit. Beim Ministerium ist die Oberste Jagdbehörde angedockt. Die Pirschbezirke lagen in den Forstrevieren Furpach und St. Ingbert Nord. Wegen des Verdachts der Jagdwilderei, auch im Revier Ingbert Nord, habe der Saar-Forst mehrfach Anzeige gegen Unbekannt gestellt.

Auto am Tattag sichergestellt

Während der Öffentlichkeitsfahndung meldete sich am Tattag ein Zeuge über eine Rechtsanwältin, der angab, dass er auf Anruf eines der Tatverdächtigen das Auto abgeschleppt habe, das nicht mehr fahrbereit war. Dies berichtet die Staatswaltschaft. Der Abschlepport befand sich nur wenige Kilometer vom Tatort entfernt. Das Auto ist sichergestellt worden, an ihm wurden Einschüsse festgestellt, die näher untersucht werden.

Im Anwesen in Sulzbach, an dem beide Tatverdächtige festgenommen wurden, wurden zwei Langwaffen sichergestellt, nämlich eine doppelläufige Schrotflinte und ein Jagdgewehr Winchester Bergara 308. In dem Anwesen in Spiesen-Elversberg, das der eine Tatverdächtige bewohnte, wurden folgende Waffen sichergestellt: 5 Kurzwaffen, 10 Langwaffen, 1 Armbrust, 1 Repetiergewehr. Dieser Tatverdächtige hatte nach Auskunft der zuständigen Behörde zum Zeitpunkt der Tat weder einen Jagdschein noch eine Erlaubnis zum Besitz von Schusswaffen.

Kein dritter Tatverdächtiger

Wie die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern berichtet, gibt es nach dem gegenwärtigen Stand keinen dritten Tatverdächtigen für die Morde oder für die Jagdwilderei. Die Ermittlungen beziehen sich allerdings auch auf die Frage, ob es noch weitere Tatverdächtige gibt. "Ich weise darauf hin, dass im Zuge der bisherigen Ermittlungen mehrfach bei Zeugen durchsucht wurde, am Beginn der Ermittlungen zu Fahndungszwecken, dann um Beweismittel zu finden. Auch bei Zeugen lässt die Strafprozessordnung solche Durchsuchungen zu. Auf einen Tatverdacht gegen die betreffenden Besitzer des Durchsuchungsobjekts kann man daraus nicht schließen", erläutert der Leitende Oberstaatsanwalt Dr. Udo Gehring.

Beide Tatverdächtige wurden einem Schmauchspurentest unterzogen, auch Blutproben wurden genommen. Die Ergebnisse liegen noch nicht vor. Einer der beiden Tatverdächtigen habe eingeräumt, am Tatort gewesen zu sein, und bestritten, an den Morden beteiligt gewesen zu sein. Diese Aussage werde durch die weiteren Ermittlungen überprüft.

In dem Anwesen in Sulzbach, wo beide Tatverdächtige festgenommen wurden, wurden eine Schrotflinte und ein Gewehr (Einlader) sichergestellt. An einem anderen Durchsuchungsort wurden weitere Schusswaffen sichergestellt. Diesbezüglich laufen Ermittlungen, wem die sichergestellten Waffen zuzuordnen sind und ob für ihren Besitz eine Erlaubnis bestand. Die laufenden Ermittlungen beziehen sich auch auf die Frage, was die beiden Tatverdächtigen zwischen den Schüssen und der Festnahme gemacht haben.

- FREITAG, 4. FEBRUAR -

Bundeweites Gedenken für die Opfer

In ganz Deutschland haben zahlreiche Polizeibeamte, Bürger und Politiker am Freitag in einer Schweigeminute der beiden erschossenen Polizisten aus Rheinland-Pfalz gedacht. Vielerorts läuteten Kirchenglocken für den 29-jährigen Oberkommissar und die 24-jährige Polizeianwärterin, die am Montagmorgen bei einer Verkehrskontrolle erschossen worden waren.

In Kusel unweit des Tatorts kam Ministerpräsidentin Malu Dreyer mit Angehörigen und Kollegen der Opfer zu einer Trauerfeier zusammen.

Dieses Kreuz steht in unmittelbarer Nähe des Tatorts an der K22 bei Ulmet. Foto: dpa
Dieses Kreuz steht in unmittelbarer Nähe des Tatorts an der K22 bei Ulmet. (© dpa)

Am Tatort lagen am Freitag viele Blumen, auch Kerzen brannten dort. In der Nähe steht nun als Gedenkort ein Holzkreuz mit der Aufschrift "Du lebst in unserem Herzen". Zahlreiche Menschen kamen direkt nach der Gedenkfeier in der Kuseler Fritz-Wunderlich-Halle dorthin.

Polizeibeamte am Rande der Gedenkveranstaltung vor der Kuseler Fritz-Wunderlich-Halle. Foto: dpa
Polizeibeamte am Rande der Gedenkveranstaltung vor der Kuseler Fritz-Wunderlich-Halle. (© dpa)

In Rheinland-Pfalz hatten alle Polizeipräsidien ihre Beamtinnen und Beamten zur Teilnahme an der Schweigeminute aufgerufen. In Mainz beteiligten sich die Mitglieder des Landtags-Untersuchungsausschusses zur Ahr-Flutkatastrophe an dem stillen Gedenken. In sozialen Medien trendete der Hashtag #zweivonuns zum Gedenken an die Beamten.

15.15 Uhr: 55-Jähriger ruft zu Angriffen auf Polizisten auf

Die Polizei nahm in einem Ort der Verbandsgemeinde Herrstein-Rhaunen (Landkreis Birkenfeld) einen 55-jährigen Mann fest, der auf Facebook zum Angriff auf Polizisten aufgerufen hat. Konkret sgte er, man solle Polizeibeamte auf Feldwege locken und dort beschießen. Der Hinweis kam wenige Stunden zuvor von der gerade erst beim Landeskriminalamt eingerichteten Ermittlungsgruppe „Hate Speech“.

13.08 Uhr: Große Betroffenheit in Kusel

Kusels Bürgermeister Jochen Hartloff saß einst als Justizminister im Kabinett von Dreyer. "Uns erschüttert der Tod einer jungen Polizistin und eines jungen Polizisten", sagt der SPD-Politiker mit Trauer in der Stimme in einer Videobotschaft. Beide seien bei der Ausübung ihres Berufes ermordet worden. "Ich hoffe, dass man die Täter überführen und dann auch verurteilen kann. Aber es ist für uns alle eine bittere Stunde."

"Die Tat hinterlässt in der Stadt eine offene Wunde", sagt eine Passantin. "Eine Wunde, die nie heilen wird." Über allem stehe die Frage nach dem Warum. "Aber das kann keiner sagen." Vor der Halle, deren Namensgeber der in Kusel geborene Tenor Fritz Wunderlich ist, stehen zahlreiche Kolleginnen und Kollegen der Getöteten. Man grüßt und umarmt sich, tröstet die Angehörigen, deren Leid unermesslich ist. Es sind berührende Gesten. An diesem Tag der Trauer in Kusel stehen die Menschen zusammen.

11.23 Uhr: Innenministerin Faeser gedenkt der Toten

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hat am Freitag in Frankfurt der beiden in Rheinland-Pfalz erschossenen Polizisten gedacht. Sie nahm an einer Gedenkminute der Bundespolizei am Hauptbahnhof teil. Faeser dankte den Polizistinnen und Polizisten, die "Tag für Tag unter Einsatz ihres Lebens" für die Sicherheit der Gesellschaft einstünden.

Angesicht der unfassbaren Taten ergreife manche "Wut, Ratlosigkeit, auch Angst", sagte Polizeiseelsorger Christian Preis. "Wir haben keine Antwort. Alle Antworten, die wir geben könnten, wären falsche Worte." Was bleibe, sei nur "der laute Schrei des Schweigens".

10.17 Uhr: Trauerfeier in Kusel - Dreyer verurteilt hämische Kommentare

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat nach den tödlichen Schüssen auf zwei junge Polizisten hämische Kommentare im Internet scharf verurteilt. "Wir erleben im Netz gerade widerwärtige Dinge, dass diese Tat von manchen bejubelt wird", sagte die SPD-Politikerin am Freitag in Kusel (Pfalz). Dort nahm sie gemeinsam mit Innenminister Roger Lewentz (SPD) an einer nicht-öffentlichen Trauerfeier in der Fritz-Wunderlich-Halle teil.

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Die zwei Polizisten - ein 29 Jahre alter Oberkommissar und seine 24 Jahre alte Kollegin, eine Polizeianwärterin - waren am frühen Montagmorgen nur wenige Kilometer von Kusel entfernt bei einer Verkehrskontrolle erschossen worden. Unter dringendem Tatverdacht stehen zwei 32 und 38 Jahre alte Männer, die noch am selben Tag festgenommen wurden und nun in Untersuchungshaft sitzen.

Dreyer sagte am Freitag mit Blick auf Kommentare im Netz weiter: "Das ist einfach nur menschenverachtend und schlimm." Die Behörden würden weder Beleidigungen noch Drohungen dulden - und nicht nur löschen, sondern verfolgen und bestrafen.

Innenminister Lewentz sagte, in der Nacht auf Freitag habe es im Raum Idar-Oberstein bereits einen Zugriff gegeben. "Dort hatte eine Person im Netz aufgerufen, Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte auf Feldwege zu locken und dort zu beschießen", sagte er. Man habe die Wohnung geöffnet und die Person überwältigt. Der Staat akzeptiere solche Aufrufe nicht. "Das Verfahren läuft", sagte Lewentz.

08.49 Uhr: Worms gedenkt der getöteten Polizisten

Fünf Tage nach dem grausamen Mord an einer Polizistin und einem Polizisten bei Kusel hat die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Rheinland-Pfalz zu einer landesweiten Schweigeminute aufgerufen. Auch in Worms will man der Trauer Raum geben und sich an der Schweigeminute beteiligen.

Die Wormser Domgemeinde wird dazu die große Amandusglocke läuten und lädt die Wormserinnen und Wormser zum stillen Gedenken und zum Gebet ein – für die junge Frau und den jungen Mann, die bei der Ausübung ihres Dienstes gestorben sind, ihre Angehörigen, aber auch alle Polizistinnen und Polizisten, die tagtäglich bei ihrer Arbeit in Situationen geraten, in denen Leib und Leben bedroht sind. Die Schweigeminute findet am heutigen Freitag, 4. Februar, 10 Uhr, statt.

06.10 Uhr: Gedenkfeier und Schweigeminute nach Polizistenmord in der Pfalz

Mit einer bundesweiten Schweigeminute und einer internen Trauerfeier der Polizei wird am Freitag (10.00) der beiden in der Westpfalz erschossenen Polizisten gedacht. Zu der nicht-öffentlichen Trauerfeier im pfälzischen Kusel werden neben Angehörigen und Kollegen der getöteten Beamten auch die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Landesinnenminister Roger Lewentz (beide SPD) erwartet. Eine offizielle Trauerfeier ist für einen späteren Zeitpunkt geplant.

- DONNERSTAG, 3. FEBRUAR -

20.35 Uhr: Hunderte Menschen bei Gedenkfeier in Kusel

Drei Tage nach den tödlichen Schüssen auf zwei Polizisten bei einer Verkehrskontrolle in Rheinland-Pfalz ist bei einer ökumenischen Gedenkfeier im pfälzischen Kusel der beiden Opfer gedacht worden. Der Ton der Gedenkfeier der protestantischen und katholischen Kirchengemeinde wurde auf den Marktplatz übertragen, wo sich zahlreiche Menschen versammelt hatten. Während in der Stadtkirche 120 Personen Platz fanden, verfolgten nach Schätzungen des Ordnungsamtes weitere 500 die Übertragung des Gottesdienstes auf dem Marktplatz. "Wir sind nicht allein mit unseren Gefühlen", rief der Kuseler evangelische Dekan Lars Stetzenbach den Trauernden im Gebet zu.

"Die Lebenslichter von Yasmin und Alexander sind brutal erloschen", sagte Stetzenbach, während zwei Kerzen am Altar gelöscht wurden. "Alle, die am Montag den Boden unter den Füßen verloren haben, sollen spüren, dass wir hier eine Gemeinschaft sind. Wir sind Menschen, die miteinander leben, leiden und trauern, und die füreinander da sind." Im Gottesdienst und vor der Kirche entzündeten Teilnehmer der Gedenkfeier neue Kerzen, die den Wunsch nach Wärme und Helligkeit symbolisierten.

Der Gottesdienst wurde mit Liedern wie "You'll Never Walk Alone" und Wortbeiträgen gestaltet. "Der Herr ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind", sagte Dekan Stetzenbach zu Beginn. Andere Redner sprachen von "Trauer, Wut, Erschrecken" über den Tod der beiden Polizisten. Vor dem Altar und vor der Kirche brannten Kerzen, am Eingang lagen zwei Kondolenzbücher aus.

Der 29 Jahre alte Oberkommissar und seine 24 Jahre alte Kollegin, eine Polizeianwärterin, waren am frühen Montagmorgen erschossen worden.

In der Kuseler Stadtkirche wurde am Donnerstagabend mit einem ökumenischen Gottesdienst der beiden toten Polizisten gedacht. Foto: dpa/Harald Tittel
In der Kuseler Stadtkirche wurde am Donnerstagabend mit einem ökumenischen Gottesdienst der beiden toten Polizisten gedacht. (© dpa/Harald Tittel)

Am Freitag wird es um 10 Uhr sowohl in Rheinland-Pfalz als auch im Saarland eine landesweite Schweigeminute geben. Außerdem ist eine nicht-öffentliche Trauerfeier im pfälzischen Kusel vorgesehen. Neben Angehörigen und Kollegen der getöteten Beamten werden auch die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Landesinnenminister Roger Lewentz erwartet. Eine offizielle Trauerfeier ist für einen späteren Zeitpunkt geplant.

18 Uhr: Kurt Beck beklagt Gewaltzunahme

der frühere rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (72) beobachtet eine zunehmende Gewaltbereitschaft in der Gesellschaft. "Eine solche Rohheit hat auch etwas damit zu tun, dass wir insgesamt schrittweise Übergriffe hingenommen haben", sagte Beck der Deutschen Presse-Agentur. Insbesondere durch das Internet und durch bestimmte Videospiele habe sich Brutalität - auch wenn sie dort nicht real sei - in die Gesellschaft geschlichen und bei vielen Menschen die Hemmschwelle zur Gewalt gesenkt. "Wir brauchen eine Debatte darüber, was wir im Netz akzeptieren und tolerieren", meinte der ehemalige SPD-Bundesvorsitzende.

Die Gewaltbereitschaft nehme nicht speziell in Rheinland-Pfalz zu, sagte Beck mit Blick auf die tödliche Amokfahrt eines Autofahrers Ende 2020 in Trier, den tödlichen Schuss auf einen Tankstellenmitarbeiter in Idar-Oberstein im vergangenen Jahr und jetzt die zwei erschossenen Polizisten. "Es betrifft ganz Deutschland - was nichts besser macht."

17.15 Uhr: Nach Mord an Polizisten: Was steckt hinter der Wilderei?

Zwei Männer sollen zwei Polizisten erschossen haben, um ihre Wilderei zu vertuschen. Wir erklären, warum gewildert wird, ob es eine "Szene" gibt und welche Strafen drohen. Mehr dazu hier.

16.30 Uhr: Saarländische Staatskanzlei legt Kondolenzbuch aus

Zu Ehren der getöteten Polizisten von Kusel hat der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) veranlasst, dass in der Staatskanzlei ein Kondolenzbuch ausgelegt wird. "Das Saarland trauert um zwei junge Menschen, die im Dienst für unsere Sicherheit ermordet wurden. Wir schulden ihnen Respekt und Dankbarkeit für ihren polizeilichen Einsatz. Sie bleiben unvergessen", sagte er bei der Unterzeichnung am Donnerstag. 

Gemeinsam mit dem Ministerpräsidenten trugen sich auch Innenminister Klaus Boullion, Landtagspräsident Stephan Toscani (beide CDU), Verfassungsgerichtshofpräsident Roland Rixecker und Landespolizeivizepräsidentin Natalie Grandjean in das Kondolenzbuch ein. Die Staatskanzlei lud im Anschluss auch alle Saarländerinnen und Saarländer ein, mit einem Eintrag in das Buch ihrer Trauer um die aus dem Saarland stammenden Opfer Ausdruck zu verleihen. 

15.45 Uhr: Staatsanwaltschaft konkretisiert Fleischfunde

Die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern hat in einer Mitteilung betont, dass gegen Andreas S. und Florian V. auch der Vorwurf der gewerbsmäßigen Jagdwilderei erhoben wird. Zudem listet die Staatsanwaltschaft die Tierfunde auf: Demnach wurden im Fahrzeug 22 Stück Damwild, in der Wurstküche eines Tatverdächtigen in Sulzbach diverse Tierabfälle sowie im Haus eines Tatverdächtigen in Spiesen-Elversberg 20 ausgeweidete Wildtierkadaver und Tierabfälle sichergestellt. Darüber hinaus stand vor der Tür ein Kühlanhänger mit verkaufsfertig verpacktem Fleisch im Wert von mehreren Tausend Euro.

Die Staatsanwaltschaft weist darauf hin, dass die Ergebnisse der Durchsuchungen noch nicht vollständig ausgewertet sind.

15.30 Uhr: Landtag gedenkt getöteter Polizisten

Die rheinland-pfälzische Landespolitik gedenkt der am vergangenen Montag bei einer Verkehrskontrolle in der Nähe von Kusel getöteten beiden Polizisten. Zu Beginn der Plenarsitzung des Landtags wird das Parlament am Mittwoch übernächster Woche mit einer Schweigeminute an die 24 Jahre alte Polizeianwärterin und den 29 Jahre alten Polizeioberkommissar erinnern. Das kündigte Landtagspräsident Hendrik Hering (SPD) am Donnerstag in Mainz an. Die beiden Polizisten hätten ihr Leben für unsere Sicherheit gegeben, sagte Hering.

„Wir sind fassungslos und bestürzt, wie zwei junge Menschen so sinnlos und brutal aus dem Leben gerissen wurden.“ Sie seien ermordet worden, weil sie Rechtsstaat und Demokratie geschützt hätten, so der Landtagspräsident. Es sei erschreckend zu beobachten, dass die Respektlosigkeit und die Gewalt gegenüber denen, die für Sicherheit sorgen, immer weiter zunehme. Für den Einsatz der beiden Polizisten schuldeten wir ihnen Respekt, Dankbarkeit und eine schnelle Aufklärung dieser unvorstellbaren und erschütternden Tat. Hering: „Wir sind in Gedanken bei ihren Familien, Freunden und Kollegen, denen wir viel Kraft für diese schweren Stunden wünschen", so Hendrik Hering.

14.10 Uhr: Andreas S. wurde schon mal wegen Körperverletzung verurteilt

Wie der Saarländische Rundfunk (SR) berichtet, ist der Tatverdächtige Andreas S. 2006 wegen fahrlässiger Körperverletzung verurteilt worden. Demnach hatte er 2004 bei einer Hasenjagd einen Schuss aus seiner Schrotflinte abgegeben, ohne ausreichende Sicht zu haben. Ein Jagdkollege wurde durch den Schuss an Auge, Hals und Brust verletzt. Wie die Staatsanwaltschaft Saarbrücken dem SR mitteilte, musste der heute 38-jährige S. dafür eine Geldstrafe von 4500 Euro zahlen.

Die Staatsanwaltschaft weist demnach ausdrücklich darauf hin, dass diese Verurteilung bereits aus dem Bundeszentralregister gelöscht sei und im anstehenden Verfahren gegen S. nicht mehr berücksichtigt werden dürfe.

Zudem soll Andreas S. 2017 in einem fremden Jagdrevier ein Reh geschossen haben und danach mit dem Auto gefährlich auf einen Mann zugefahren sein. Das Verfahren sei eingestellt worden, weil er ein Alibi hatte.

14.00 Uhr: Auch Florian V. hat keinen Waffenschein

Nachdem sich in den vergangenen Tagen bereits herausgestellt hatte, dass Andreas S. die Jagdlizenz entzogen worden war und er deswegen keine Waffen mehr hätte besitzen dürfen, gibt es nun auch neue Erkenntnisse zu Florian V. Nach Informationen der Rheinpfalz unter Berufung auf die zuständige Waffenbehörde, ist für den 32-Jährigen weder ein Jagdschein noch eine Waffenbesitzkarte in den Akten registriert.

In der protestantischen Stadtkirche in Kusel wird am heutigen Donnerstagabend ab 19 Uhr mit einer ökumenischen Gedenkfeier den beiden getöteten Polizisten gedacht. Die Feier wird auch auf den Vorplatz der Kirche übertragen. Die Polizei Rheinland-Pfalz wird zudem am Freitag in Kusel im Rahmen einer internen Trauerfeier und landesweit um 10 Uhr mit einer Schweigeminute ihrer zu Beginn der Woche getöteten Kollegin und ihres getöteten Kollegen gedenken. Ministerpräsidentin Malu Dreyer, Innenminister Roger Lewentz und der Präsident des Polizeipräsidiums, Michael Denne, werden an der Trauerfeier teilnehmen. Mehr dazu hier.

13.45 Uhr: 24-Jährige stand kurz vor Ausbildungsabschluss

Der Einsatz in der Nacht auf Montag war für die 24-jährige Polizeianwärterin laut der Rheinpfalz unter Berufung auf das Polizeipräsidiums Westpfalz einer ihrer ersten Außeneinsätze als vollwertige Einsatzkraft. Die junge Frau war im Mai 2019 in den Polizeidienst gekommen, ihre Ausbildung wäre regulär und erfolgreich am 30. April zu Ende gegangen. Danach wäre sie zur Polizeikommissarin ernannt worden.

12.30 Uhr: 24-Jährige stand kurz vor Ausbildungsabschluss

Die tödlichen Schüsse auf zwei Polizisten im Landkreis Kusel sind noch immer unbegreiflich. Was der Fall mit Polizisten aus Rheinhessen und von der Nahe macht. Mehr dazu hier.

- MITTWOCH, 2. FEBRUAR -

21.00 Uhr: Ermittler finden tonnenweise Fleisch

Der 38-jährige Andreas S. soll laut einem Bericht des "Spiegel" jahrelang einen Großhandel mit offenbar illegal getötetem Wild betrieben haben. Demnach fanden die Ermittler in Lagerräumen in Sulzbach tonnenweise tiefgefrorenes Fleisch. Andreas S. soll zwischen September und Anfang Januar etwa 40.000 Euro mit dem Handel von Wildfleisch verdient haben, heißt es weiter.

19.45 Uhr: Tatwaffen wohl gefunden/Schweigeminute geplant

Nach den tödlichen Schüssen auf zwei junge Polizisten in Rheinland-Pfalz konzentrieren sich die Ermittler auch auf das bei den beiden Tatverdächtigen gefundene Waffenarsenal. Bei Durchsuchungen in mehreren Häusern, Wohnungen, Betriebsstätten und einer Jagdhütte im Saarland waren mehr als ein Dutzend Schusswaffen gefunden worden - darunter wohl die Tatwaffen. Angaben dazu, ob einer der beiden festgenommenen Männer im Nationalen Waffenregister als "Erlaubnisinhaber" geführt wird, machten die Behörden zunächst nicht. Sie sprachen am Mittwoch von "sehr umfangreichen Ermittlungen". Für die weiteren Ermittlungen gründete die Polizei in der Pfalz die Sonderkommission "Veldenz". Unter Leitung des Kriminaldirektors Frank Gautsche sollen die Sicherheitskräfte in Kaiserslautern die Aufklärung der Tat vorantreiben.

Am Freitag soll es laut Polizei in Rheinland-Pfalz um 10 Uhr eine landesweite Schweigeminute für die getöteten Beamten geben. Ebenfalls am Freitag ist in Kusel eine interne Trauerfeier mit den Angehörigen sowie mit Kolleginnen und Kollegen der Getöteten geplant. Ab 10 Uhr sollen auch die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Innenminister Lewentz (beide SPD) unter den rund 200 Gästen in der Fritz-Wunderlich-Halle sein. Zu einem späteren Zeitpunkt soll es eine öffentliche Gedenkveranstaltung geben.

18.15 Uhr: Lewentz besucht Kollegen der getöteten Polizisten

Nach den tödlichen Schüssen auf zwei junge Polizisten hat der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz die Kollegen und Kommilitonen der Opfer besucht und mit ihnen über die grausame Tat gesprochen. "Für mich war das sehr bewegend", sagte der SPD-Politiker, oberster Dienstherr der Polizei, der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. Der Inspekteur der Polizei, Jürgen Schmitt, und die Vorsitzende des Hauptpersonalrats, Sabrina Kunz, hätten ihn bei den nicht-öffentlichen Besuchen begleitet.

Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (r, SPD) spricht vor der Polizeiinspektion in Kusel mit Dienststellenleiter Christoph Maurer (l.) und Jürgen Schmitt, Inspekteur der Polizei.  Foto: dpa/Harald Tittel
Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (r, SPD) spricht vor der Polizeiinspektion in Kusel mit Dienststellenleiter Christoph Maurer (l.) und Jürgen Schmitt, Inspekteur der Polizei. (© dpa/Harald Tittel)

18.00 Uhr: Querdenker zum Polizistenmord: „2 weniger bei Spaziergängen“

In Chats haben Querdenker den Doppelmord an zwei jungen Polizisten bejubelt. Das LKA Rheinland-Pfalz hat nun als Antwort eine Ermittlungsgruppe „Hate Speech“ eingerichtet. Mehr dazu hier.

17.15 Uhr: Faeser geht gegen Hasskommentare vor

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hat das Bundeskriminalamt (BKA) beauftragt, nach den tödlichen Schüssen auf zwei junge Polizisten gegen Hasskommentare im Internet vorzugehen. "Leider sehen wir im Netz nach der Tat zum Teil sehr widerwärtige und pietätlose Hasskommentare", sagte Faeser der "Bild"-Zeitung (Mittwoch). "Ich habe heute den Präsidenten des Bundeskriminalamtes gebeten, schnell und sehr entschieden dagegen vorzugehen. Das sind Straftaten, und die werden wir mit hohem Ermittlungsdruck verfolgen."

16.45 Uhr: Gegen beide Verdächtige wurde schon mehrfach ermittelt

Sowohl gegen den 38-jährigen Andreas S. als auch gegen den 32-jährigen Florian V. ist in der Vergangenheit schon mehrfach ermittelt worden. Das berichtet die Rheinpfalz unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft Saarbrücken. Demnach war gegen Andreas S. schon einmal wegen Jagdwilderei ermittelt worden. Er soll im September 2017 in einem fremden Jagdrevier ein Reh geschossen und einen Zeugen, der ihn am Verlassen des Jagdreviers hindern wollte, bedroht haben. Der Schütze soll mit seinem Auto auf den Zeugen zugefahren sein. Der habe sich nur durch einen Sprung retten können. Andreas S. bestritt den Vorwurf. Am Ende stand Aussage gegen Aussage und die die Staatsanwaltschaft Saarbrücken stellte das Verfahren ein.

Zudem wurde gegen den 38-Jährigen seit 2019 vorwiegend wegen des Verdachts von Insolvenzdelikten und des versuchten Betruges ermittelt. Dabei gehe es unter anderem um rund 100.000 Euro an nicht abgeführten Beiträgen zur Krankenversicherung.

Der 32-jährige Florian V. wurde den Rheinpfalz-Informationen zufolge seit 2018 bereits dreimal rechtskräftig zu Geldstrafen verurteilt: zweimal wegen Straßenverkehrsdelikten und einmal wegen Betruges und versuchten Betruges mit Urkundenfälschung. Erst im Januar 2022 wurde er erneut wegen Betrugs verurteilt.

16.30 Uhr: Jagdverband-Präsident warnte vor Andreas S.

In einer Whatsapp-Sprachnachricht hat der Präsident des Landesjagdverbandes Rheinland-Pfalz, Dieter Mahr, nach der Tat seine Revierkollegen vor Andreas S. gewarnt. Das berichtet unter anderem die Rheinpfalz.

Demnach erklärt Mahr unter anderem, dass Andreas S. deswegen nachts wildern könne, weil er hochprofessionell ausgerüstet sei - unter anderem mit militärischer Nacht- und Zieltechnik. Zudem habe er im „Bermudadreieck französische Grenze, Kusel, Kaiserslautern“ gewildert und dabei 400 bis 500 Stück Schalenwild pro Jahr abgesetzt. „Ohne Jagdschein ist das schwierig, ohne Revier ist es sehr schwierig an Wild zu kommen.“

14.30 Uhr: Kein Verdacht auf Alkohol-Konsum

Zum Zeitpunkt ihrer Festnahme, gab es bei den beiden tatverdächtigen Männern keine Hinweise auf Alkohol- oder Drogenkonsum. Allerdings erfolgte die Festnahme auch rund 13 Stunden nach der Tat. Die Blutproben werden laut Staatsanwaltschaft aber noch ausgewertet.

13.25 Uhr: Mainzer Polizeisprecher: Bewegender Post nach Polizistenmord

Die Tat bei Kusel hinterlässt auch in Mainz ihre Spuren. Wie sehr auch Kollegen hier betroffen sind, äußert Polizeisprecher Rinaldo Roberto in einem emotionalen Post. Mehr dazu hier.

- DIENSTAG, 1. FEBRUAR -

15.45 Uhr: Verdeckung der Wilderei mutmaßliches Motiv

Am Tag nach der Tat in Kusel haben sich die Ermittler auf einer Pressekonferenz zur aktuellen Entwicklung geäußert. Demnach sollte mit den tödlichen Schüssen die Wilderei verdeckt werden. Einer der Männer legte ein Teilgeständnis ab, bestritt aber, geschossen zu haben. Mehr dazu hier.

14 Uhr: Tatverdächtige in Untersuchungshaft

Auf einer Pressekonferenz haben die Ermittler am Dienstag weiter Angaben und Details mitgeteilt: So wirft die Staatsanwaltschaft Rheinland-Pfalz den beiden verdächtigen Männern, die zwei Polizisten nahe Kusel getötet haben sollen, gemeinschaftlichen Mord vor. Mit der Tat hätten sie ihre Wilderei verdecken wollen.

Die zwei Tatverdächtigen befinden sich nun in Untersuchungshaft. Diese sei angeordnet worden, weil bei beiden Beschuldigten aufgrund ihrer wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse Fluchtgefahr bestehe.

Alles zur Pressekonferenz inklusive ein Stream im Re-Live finden Sie HIER.

13.34 Uhr: Großes Waffenarsenal bei Tatverdächtigen sichergestellt

Nach den tödlichen Schüssen auf zwei junge Polizisten aus dem Saarland haben die Ermittler bei den Tatverdächtigen ein großes Waffenarsenal sichergestellt. Wie am Dienstag aus Sicherheitskreisen verlautete, fand die Polizei bei einer Hausdurchsuchung im saarländischen Spiesen-Elversberg fünf Kurzwaffen, ein Repetiergewehr, zehn weitere Langwaffen, eine Armbrust sowie einen Schalldämpfer und Munition. Die Ermittler gehen den Angaben zufolge davon aus, dass der festgenommene 38-jährige Tatverdächtige Zugang zu den Waffen hatte. Im Haus des zweiten Tatverdächtigen seien zwei Langwaffen entdeckt worden, hieß es. Der 32-Jährige habe seine Bereitschaft erklärt, auszusagen.

13 Uhr: Medienbericht: Haftbefehl gegen die zwei Tatverdächtigen

Wie die Saarbücker Zeitung meldet, wurde gegen die beiden Männer jetzt Haftbefehl erlassen. Das habe das Amtsgericht Kaiserslautern entschieden. Somit scheine sich auch der Tatverdacht gegen den zweiten Festgenommenen, einen 32-Jährigen, erhärtet zu haben. Ob er zu den mutmaßlichen Tätern gehört, war für die Ermittler am Montagabend noch unklar gewesen.

12.40 Uhr: Rheinland-Pfalz trauert um getötete Polizisten

Auch am Tag nach der Tötung von zwei Polizisten in Kusel herrschte in Rheinland-Pfalz tiefe Betroffenheit. Der rheinland-pfälzische Landtag und die Landesregierung trauern um die am Montag bei einem Einsatz getöteten Polizisten. Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD), Landtagspräsident Hendrik Hering (SPD) und seine Stellvertreter sowie die Vorsitzenden der Fraktionen trugen sich im Landtagsgebäude in ein dort ausgelegtes Kondolenzbuch ein. Die Ministerpräsidentin hatte am Montag bereits Trauerbeflaggung für die öffentlichen Gebäude im Land angeordnet.

Landtagspräsident Hendrik Hering und Ministerpräsidentin Malu Dreyer tragen sich im rheinland-pfälzischen Landtag in das Kondolenzbuch für die beiden getöteten Polizisten ein. Foto: VRM/Sascha Kopp
Landtagspräsident Hendrik Hering und Ministerpräsidentin Malu Dreyer tragen sich im rheinland-pfälzischen Landtag in das Kondolenzbuch für die beiden getöteten Polizisten ein. (© VRM/Sascha Kopp)

„Rheinland-Pfalz trauert um zwei junge Menschen, die im Dienst für unsere Sicherheit ermordet wurden. Alle sollen wissen: Wer die Polizei angreift, greift uns alle an“, erklärte Dreyer. „In tiefer Dankbarkeit gedenken wir der Polizeianwärterin und des Polizeioberkommissars. Ihr Einsatz bleibt unvergessen.“ Die beiden Polizisten hätten ihr Leben für unsere Sicherheit gegeben, sagte der Landtagspräsident. „Wir sind fassungslos und bestürzt, wie zwei junge Menschen so sinnlos und brutal aus dem Leben gerissen wurden“.

Sie seien ermordet worden, weil sie unseren Rechtsstaat und unsere Demokratie geschützt hätten, stellte Hering fest. Es sei erschreckend zu beobachten, dass die Respektlosigkeit und die Gewalt gegenüber denen, die für Sicherheit sorgen, immer weiter zunehme. Für den Einsatz der beiden Polizisten schuldeten wir ihnen Respekt, Dankbarkeit und eine schnelle Aufklärung dieser unvorstellbaren und erschütternden Tat.

Die CDU-Fraktion im Landtag hat eine gemeinsame Trauerfeier angeregt, die am Mittwoch nächster Woche um 10 Uhr im Landtag stattfinden soll. „Wir wollen der Trauer und Betroffenheit Raum geben“, teilt die Fraktion mit. Fraktionsvorsitzender Christian Baldauf habe dazu Kontakt mit der Ministerpräsidentin sowie den Vorsitzenden aller demokratischen Fraktionen im Landtag aufgenommen. Neben Vertretern der Landespolitik sollen auch Polizeigewerkschaften, Polizeivertreter von vor Ort sowie weitere Angehörige der Blaulichtfamilie eingeladen werden. Außerdem will Baldauf auch mit dem saarländischen Ministerpräsidenten Tobias Hans sowie Innenminister Klaus Bouillon Kontakt wegen einer möglichen Teilnahme an der Trauerfeier aufzunehmen. Die getötete 24-jährige Polizeianwärterin und ihr 29-jähriger Kollege stammen aus dem Saarland.

12.37 Uhr: Mann wünscht Polizisten "so etwas wie in Rheinland-Pfalz"

Noch am Tag der tödlichen Schüsse auf zwei Polizisten in der Westpfalz hat ein Mann im nordrhein-westfälischen Hagen zwei Beamte mit den Worten "So etwas wie heute Morgen in Rheinland-Pfalz sollte euch viel öfter passieren" beschimpft. Nach seiner Anspielung auf den gewaltsamen Tod der Beamten habe er noch hinzugefügt, dass sich die Polizisten dann nicht mehr wie "die Könige der Welt aufführen würden", teilte die Polizei am Dienstag mit. Der 39-Jährige war am Montagabend mit einer Streifenwagenbesatzung in Streit geraten - nachdem er sie bei einer Fahrt zu einem Diebstahl-Einsatz behindert hatte.

Der Streifenwagen hatte zuvor eine Engstelle zwischen am Straßenrand geparkten Autos passieren wollen, als er von dem entgegenkommenden Auto blockiert wurde. Weil der 39-Jährige sich auch nach Aufforderung weigerte, Platz zu machen, kontrollierte die Polizei die Personalien, den Führerschein sowie den Atemalkohol des Mannes, wobei es zu den Beleidigungen gekommen sei. Den Mann erwarte nun eine Strafanzeige wegen Nötigung und Beleidigung.

Am Montag war vor allem in den Sozialen Medien die Tat nicht nur verurteilt sondern mehrfach begrüßt worden. Insbesondere in der Querdenker-Szene in entsprechenden Telegram-Gruppen wurden die tödlichen Schüsse mitunter sogar bejubelt.

12.05 Uhr: Fahndung eingestellt

Nach Informationen des SWR hat die Polizei ihre Fahndung nach möglichen weiteren Mittätern beendet. Das habe das Polizeipräsidium Westpfalz auf SWR-Anfrage mitgeteilt. Es könne nach wie vor nicht ausgeschlossen werden, dass weitere Personen involviert waren.

12.05 Uhr: Ermittler berichten in Pressekonferenz

Die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern, das Landespolizeipräsidium des Saarlandes und das Polizeipräsidium Westpfalz geben am heutigen Dienstag ab 14 Uhr in Kaiserslautern eine Pressekonferenz zu den tödlichen Schüssen im Kreis Kusel. Wir zeigen die Pressekonferenz im Livestream

9.00 Uhr: Verdächtige werden Haftrichter vorgeführt

Nach den tödlichen Schüssen auf zwei Polizisten in der Pfalz sollen die beiden Tatverdächtigen am Dienstag dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden. Das sagte eine Polizeisprecherin in Kaiserslautern. Der Zeitpunkt war zunächst noch unklar. Die 32 und 38 Jahre alten Deutschen waren am Montagabend vor und in einem Haus im saarländischen Sulzbach festgenommen worden. "Bis ausgeschlossen werden kann, dass es noch weitere Täter gibt, dauern die Ermittlungen an", sagte die Sprecherin.

- M O N T A G, 31. Januar -

19.50 Uhr: Andreas S. meldet sich vor Festnahme

Nach den tödlichen Schüssen auf zwei Polizisten in der Pfalz hat sich der öffentlich gesuchte Verdächtige der Polizei gestellt. Der 38- Jährige aus dem saarländischen Kreis Neunkirchen wurde rund 13 Stunden nach der brutalen Bluttat vor einem Haus im saarländischen Sulzbach von Spezialkräften der Polizei festgenommen, wie ein Polizeisprecher in Kaiserslautern am Montagabend berichtete.

19.25 Uhr: Sind Polizisten nicht ausreichend geschützt?

In den ersten drei Quartalen 2021 ist es allein in Rheinland-Pfalz zu 1164 Gewaltdelikten gegenüber Polizisten gekommen. Nun wurden zwei bei einem Routine-Einsatz erschossen. So steht nun auch die Frage im Raum, wie zwei Polizisten trotz kugelsicherer Westen erschossen werden konnten. Stefanie Loth von der Polizeigewerkschaft GdP erklärt dazu: „Die kugelsicheren Westen, die die Beamten im Einsatz tragen, sind ein Kompromiss aus Sicherheit und Alltagstauglichkeit.“ Mehr dazu hier (unterer Teil).

19.00 Uhr: Festgenommene machen keine Angaben - Polizei findet Waffen

Andreas S. soll am Dienstag dem Haftrichter vorgeführt werden. Er war vor einem Haus im saarländischen Sulzbach festgenommen worden und habe laut Deutscher Presse-Agentur zunächst keine Aussage gemacht. Auch der wenig später in jenem Haus festgenommene 32-Jährige machte bislang keine Angaben zur Tat.

Bei einer Durchsuchung seien unter anderem Waffen sichergestellt worden. In welchem Zusammenhang sie mit der Tat stehen, müsse ebenfalls noch geklärt werden. Die Fahndungsmaßnahmen liefen weiter, weil nicht ausgeschlossen werden könne, dass es weitere Mittäter gebe.

18.53 Uhr: Medienbericht: Andreas S. hatte keinen gültigen Jagdschein

Der festgenommene 38-jährige Andreas S., der nach Informationen dieser Zeitung einen Wildhandel betreibt und zudem selbst als Jäger aktiv war, ist nicht im Besitz eines gültigen Jagdscheins. Das berichtet der SWR unter Berufung auf den Deutschen Jagdverband. Ihm sei demnach 2008 zum ersten und 2020 zum zweiten Mal die sogenannte waffenrechtliche Zuverlässigkeit entzogen worden. Somit habe er keine Waffen mehr besitzen dürfen.

Am späten Nachmittag nahm die Polizei Andreas S. und eine weitere Person in Sulzbach fest. Foto: Cedric Stolte/Jan Hübner
Am späten Nachmittag nahm die Polizei Andreas S. und eine weitere Person in Sulzbach fest. (© Cedric Stolte/Jan Hübner)

18.25 Uhr: Einzelheiten zur zweiten Festnahme

Der zweite Tatverdächtige befand sich bei seiner Festnahme nach Informationen des Saarländischen Rundfunks (SR) offenbar in einer der beiden Wohnungen in Sulzbach, die nach der Öffentlichkeitsfahndung nach Andreas S. von Spezialeinsatzkräften der Polizei durchsucht worden waren. Der 32-Jährige ließ sich dabei ebenso wie kurz zuvor Andreas S. widerstandslos festnehmen. Bei dem 32-jährigen Mann wird derzeit geprüft, ob er mit dem Tatgeschehen in Zusammenhang steht.

Der 38-Jährige habe sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert, teilte die Polizei dem SR mit. Er soll am Dienstag dem Amtsrichter in Kaiserslautern vorgeführt werden.

Wie der "Focus" berichtet, soll es noch einen weiteren 29-jährigen Gesuchten geben. Die Behörden verfügten offenbar über das Kennzeichen des Fluchtfahrzeugs. Dem Medienbericht zufolge soll dem Halter der Führerschein entzogen worden sein. Diese Informationen wurden bislang aber nicht offiziell bestätigt.

18.00 Uhr: Einzelheiten zur Festnahme des 38-Jährigen

Wie der Saarländische Rundfunk (SR) berichtet, ist Andreas S, der 38-jährige Hauptverdächtige, gegen 17.04 Uhr am Montagnachmittag in Sulzbach festgenommen worden. Spezialkräfte der saarländischen Polizei hätten demnach zuvor zwei Wohnobjekte und ein Fahrzeug lokalisiert, wo sie den gesuchten Andreas S. vermuteten.

Nach den tödlichen Schüssen in Kusel nahm die Polizei am späten Montagnachmittag  Andreas S. und eine weitere Person in Sulzbach/Saar fest. Foto: Cedric Stolte/Jan Hübner
Nach den tödlichen Schüssen in Kusel nahm die Polizei am späten Montagnachmittag Andreas S. und eine weitere Person in Sulzbach/Saar fest. (© Cedric Stolte/Jan Hübner)

An seinem Auto konnte der Mann nach Informationen dieser Zeitung schließlich widerstandslos festgenommen werden. Weitere Einzelheiten sind demnach noch nicht bekannt, auch nicht, ob der Mann bei seiner Festnahme Waffen dabei hatte.

Bei der Polizeikontrolle auf der Kreisstraße nahe des rheinland-pfälzischen Ulmet musste nach Informationen des SR offenbar seinen Personalausweis vorzeigen, den die Spurensicherung später am Tatort sicherstellen konnte. Bereits zuvor war berichtet worden, dass Papiere am Tatort gefunden worden waren.

17.50 Uhr: Zweiter Verdächtiger festgenommen

Nach den tödlichen Schüssen auf zwei Polizisten in der Pfalz ist ein zweiter Tatverdächtiger festgenommen worden. Der 32-Jährige sei wie zuvor der 38-Jährige im saarländischen Sulzbach gefasst worden, sagte eine Polizeisprecherin der Deutschen Presse-Agentur am Montag. Die beiden Männer seien Deutsche. Die Fahndungsmaßnahmen liefen aber noch, weil nicht ausgeschlossen werden könne, dass es weitere Mittäter gebe.

17.45 Uhr: In mehreren Bundesländern werden Verdächtige überprüft

Der festgenommene 38-jährige Andreas S. war nach Informationen aus Sicherheitskreisen in der Vergangenheit wegen Unfallflucht aufgefallen und soll eine Waffenerlaubnis haben.

Die 24 Jahre alte Polizeianwärterin und der 29 Jahre alte Oberkommissar waren am frühen Montagmorgen gegen 4.20 Uhr bei einer Verkehrskontrolle an einer Kreisstraße in der Pfalz erschossen worden. Die Beamten hatten nach Angaben aus Sicherheitskreisen zuvor per Funk gemeldet, in einem Fahrzeug sei totes Wild gefunden worden. Später meldeten sie "Die schießen".

Der Polizist soll demnach am Tatort noch mehrere Schüsse abgegeben haben. Ob es Warnschüsse waren oder der Beamte einen Tatverdächtigen verletzte, war am Montag zunächst noch unklar. Die Waffe seiner Kollegin kam offensichtlich nicht zum Einsatz, ihre Pistole steckte noch im Holster.

Polizeibeamte suchen entlang Kreisstraße 22 die  Umgebung ab. Foto: dpa/Sebastian Gollnow
Polizeibeamte suchen entlang Kreisstraße 22 die Umgebung ab. (© dpa/Sebastian Gollnow)

Die tödlichen Schüsse fielen an der Kreisstraße 22 in Ulmet im Kreis Kusel in der Westpfalz. Nach dem, was zunächst über den Hergang bekannt wurde, waren die Beamten wohl schon näher an das Fahrzeug herangetreten und hatten mit der Kontrolle begonnen, als geschossen wurde. Dass die beiden Polizisten mit Kopfschüssen getötet wurden, bestätigte die Polizei zunächst nicht. Die Schutzwesten reichten aber von der Hüfte bis zum Hals, insofern sei dies wahrscheinlich. Die Polizei ging davon aus, dass eine Obduktion angeordnet wird. Wie viele Schüsse insgesamt abgegeben wurden, war zunächst unklar.

Am Tatort wurden am Montag Spuren gesichert. "Da wird im Moment auf dieser Straße jeder Stein umgedreht", sagte die Polizeisprecherin am Nachmittag. Es seien bereits mehr als 50 Hinweise aus der Bevölkerung allein über die Hotline eingegangen, sagte ein Polizeisprecher. Die Polizei überprüfe derzeit in mehreren Bundesländern Verdächtige, dabei könnten auch Wohnungen durchsucht werden, hieß es vor der Festnahme.

17.28 Uhr: Tatverdächtiger festgenommen

Nach den tödlichen Schüssen auf zwei Polizisten in der Pfalz ist ein Tatverdächtiger in Sulzbach festgenommen worden. Bei ihm handele es sich um den gesuchten Mann, sagte ein Polizeisprecherin der Deutschen Presse-Agentur am Montag. Die Fahndungsmaßnahmen liefen aber weiter, weil nicht ausgeschlossen werden könne, dass es Mittäter gebe.

17.27 Uhr: Anteilnahme und Betroffenheit

Mit Anteilnahme und Betroffenheit reagieren Landespolitik und Polizeikreise in Rheinland-Pfalz auf den Mord an zwei jungen Polizisten bei Kusel. Mehr dazu hier.

17.25 Uhr: Polizei: "Ob noch jemand dabei war, wissen wir nicht."

Die Polizei hat nach dpa-Informationen am Tatort der getöteten Polizisten in der Pfalz Papiere eines Verdächtigen gefunden. Sie fahndet mit Hochdruck nach dem 38-Jährigen aus dem Saarland. Er stammt aus Spiesen-Elversberg im Kreis Neunkirchen, wie die Polizei und die Staatsanwaltschaft in Kaiserslautern am Montagnachmittag, rund zwölf Stunden nach der Tat, mitteilten. "Sein Aufenthalt ist derzeit unbekannt." Die getöteten Beamten hatten nach Angaben aus Sicherheitskreisen noch per Funk gemeldet: "Die schießen." Eine Polizeisprecherin sagte am Abend: "Ob noch jemand dabei war, wissen wir nicht."

16.25 Uhr: Tatverdächtigter betreibt einen Wildhandel

Der zur Fahndung ausgeschriebene 38-Jährige betreibt nach Informationen dieser Zeitung einen Wildhandel im saarländischen Neunkirchen. Das passt zu Berichten, nach denen die beiden kurz darauf erschossenen Beamten Wild im Auto der mutmaßlichen Täter entdeckt hatten. Der 38-Jährige ist außerdem als Geschäftsführer beziehungsweise Inhaber einer Sulzbacher Feinbäckerei im Handelsregister eingetragen. Die Bäckerei hatte nach Informationen dieser Zeitung im März 2020 Insolvenz angemeldet, über eine Auffanggesellschaft konnte das operative Geschäft aber weitergeführt werden.

16.08 Uhr: Polizei fahndet nach einem 38-jährigen Mann

Wie die Polizei mitteilt, gibt es nach ersten Ermittlungen einen Tatverdacht gegen den 38-jährigen Andreas S. Sein Aufenthalt ist derzeit unbekannt. Im Einsatz sind bei der Such nach ihm und etwaigen Mittätern auch Polizeihubschrauber, Personenspürhunde sowie Spezialkräfte der Polizei.

Staatsanwaltschaft und Polizei bitten bei der Fahndung die Öffentlichkeit um Mithilfe: Bei dem Verdächtigen handelt es sich laut Polizei um einen 38-jährigen Mann aus Spiesen-Elversberg. Er hat braune Haare und trägt einen Bart. Wer weiß, wo sich der Gesuchte aufhält oder sonstige Hinweise geben kann, wird gebeten, sich unter der Telefonnummer 0631-3692528 mit der Kriminalpolizei in Verbindung zu setzen.

Die Polizei bittet die Bevölkerung, im Landkreis Kusel keine Anhalter mitzunehmen. Mindestens ein Tatverdächtiger ist bewaffnet.

15.05 Uhr: Polizei geht von mehreren bewaffneten Tätern aus

Der 29-jährige Polizist soll demnach am Tatort noch mehrere Schüsse abgegeben haben. Die Waffe seiner Kollegin kam offensichtlich nicht zum Einsatz, ihre Pistole steckte noch im Holster. Die junge Frau war nach Polizeiangaben sofort tot. Der 29-Jährige habe zunächst noch gelebt, sei aber gestorben, als die Rettungskräfte eintrafen, berichtete ein Polizeisprecher.

15.00 Uhr: Beauftragte für Polizei: Todesschüsse waren Angriff auf Staat

Die tödlichen Schüsse auf zwei Polizisten in Rheinland-Pfalz waren laut der Beauftragten für die Landespolizei ein "Angriff auf den Staat als Ganzes". Barbara Schleicher-Rothmund teilte am Montag mit: "Dass zwei junge Menschen, die ihren Dienst für die Sicherheit von uns allen verrichtet haben, getötet wurden, macht mich unfassbar traurig." Sie sei fassungslos, sprachlos und auch wütend. "Mein Mitgefühl und mein Beileid gelten den Angehörigen, Freunden sowie den Kolleginnen und Kollegen der beiden Polizeibeamten", ergänzte Schleicher-Rothmund, die auch Bürgerbeauftragte des Landes Rheinland-Pfalz ist.

14.45 Uhr: Innenminister Lewentz spricht Angehörigen sein Mitgefühl aus

14.25 Uhr: Getötete Polizisten stammten aus dem Saarland

Die beiden erschossenen Polizisten stammten aus dem Saarland. Das hat der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) auf Twitter mitgeteilt. Er habe zudem Innenminister Klaus Bouillon gebeten, als Ausdruck der Trauer und Solidarität die Flaggen im Saarland auf Halbmast zu setzen.

13.53 Uhr: Nach einer Person wird konkret gefahndet

Nach übereinstimmenden Meldungen steht inzwischen im Raum, dass einer der Tatverdächtigen polizeibekannt sein soll. Es soll konkret nach dieser Person gefahndet werden. Wie die Polizei an die Daten der Person kam, ist nicht abschließend geklärt. Möglicherweise wurden Dokumente, wie bei Verkehrskontrollen üblich, zu Beginn bereits erfasst. Wie eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Westpfalz gegenüber dieser Zeitung erklärt, gehe man von mehreren Fahrzeuginsassen aus. Laut der Sprecherin seien bis zum Mittag über 50 Hinweise eingegangen, denen nun nachgegangen werde.

Ein Einsatzfahrzeug der Polizei und Medienvertreter stehen an der Kreisstraße 22, unweit des Tatorts bei Kusel. Foto: dpa/Thomas Frey
Ein Einsatzfahrzeug der Polizei und Medienvertreter stehen an der Kreisstraße 22, unweit des Tatorts bei Kusel. (© dpa/Thomas Frey)

13.40 Uhr: LKA-Präsident sichert Präsidium vollste Unterstützung zu

Der Präsident des Landeskriminalamtes Rheinland-Pfalz, Johannes Kunz, zeigt sich zutiefst betroffen von den tödlichen Schüssen in Kusel. Kunz hat dem Polizeipräsidium Westpfalz jede Unterstützung bei der Aufklärung der Tatumstände und bei der Fahndung mit allen Möglichkeiten, die dem LKA zur Verfügung stehen, zugesichert. So zum Beispiel die Experten des Kriminaltechnischen Institutes, die bei der Analyse der Spuren behilflich sind.

„Der Vorsitzenden des rheinland-pfälzischen Innenausschusses, Dirk Herber (CDU), war früher selbst Polizeibeamter. “Wir wissen alle, dass in unserem Beruf die gefährlichsten Situationen auf uns zukommen können. Wir bereiten uns auf viele mögliche Szenarien vor; eine solch unfassbare Tat lässt mich einfach stumm und traurig werden”, kommentiert er das Geschehen in Kusel. Landtagsabgeordneter Helge Schwab (Freie Wähler) ist Beigeordneter im Landkreis Kusel. “Es ist ein schrecklicher Tag für Rheinland-Pfalz. Wir sind zutiefst schockiert und fassungslos angesichts des gewaltsamen Todes der beiden jungen Polizeibeamten, die in Ausübung ihres Dienstes bei einer routinemäßigen Streifenfahrt skrupellos erschossen wurden”, sagt er.

13.25 Uhr: Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) tief erschüttert:

"Der tödliche Ausgang einer Verkehrskontrolle im Bereich der Polizeiinspektion Kusel schockiert die gesamte Polizeifamilie", zeigt sich der Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft in Rheinland-Pfalz, Thomas Meyer, bestürzt über die Tat. "Die Gedanken sind bei den Angehörigen der Opfer sowie bei den Kollegen:innen der Polizeiinspektion Kusel." Es gelte nun die Fahndung und Ermittlungen mit Hochdruck zu betreiben und allen Betroffenen jegliche Form der Hilfe und Unterstützung zu unterbreiten. "Diese schreckliche Tat zeigt die die realgewordene Gefahr, die der Polizeiberuf mit sich bringt. Es ist das Gebot der Stunde als Polizeifamilie zusammenzustehen", sagte Meyer.

13.17 Uhr: Getötete Polizisten trugen Uniformen und Sicherheitswesten

Die beiden bei einer Verkehrskontrolle in der Pfalz getöteten Polizisten haben Uniformen getragen. Sie seien zwar in einem zivilen Streifenwagen unterwegs gewesen, hätten aber Uniform und Sicherheitswesten getragen, berichtete eine Sprecherin der Polizei in Kaiserslautern. Deswegen steht auch die Frage im Raum, wie es dazu kommen konnte, dass zwei Polizisten trotz kugelsicherer Westen im Einsatz erschossen wurden? Sind die Polizisten in Rheinland-Pfalz nicht ausreichend geschützt? Stefanie Loth von der Polizeigewerkschaft GdP erklärt dazu: „Die kugelsicheren Westen, die die Beamten im Einsatz tragen, sind ein Kompromiss aus Sicherheit und Alltagstauglichkeit.“ Je höher die Sicherheit der Westen sei, desto eingeschränkter stelle sich die Bewegungsfreiheit der Beamten dar. Loth: „Anders wäre es aktuell im Dienst nicht machbar. Die richtig schweren, sicheren Westen sind nichts, womit man lange laufen oder schnell mal Personalien aufnehmen kann.“ Mit dem Ergebnis allerdings: Die aktuellen Westen schützen die Beamten nur bei vergleichsweise kleinen Kalibern – und nicht aber gegen große Geschosse. Loth: „Ja, es ist so: Mit den Westen, die die Beamten bei Streife tragen, kann man sich nicht bei allen Waffen wohlfühlen.“

Die Karte zeigt die Stelle, an der die beiden Polizisten getötet wurden. Grafik: dpa/VRM
Die Karte zeigt die Stelle, an der die beiden Polizisten getötet wurden. (© Grafik: dpa/VRM)

12.40 Uhr: Ein Tatverdächtiger soll polizeibekannt sein

Wie der "Tagesspiegel" berichtet, gibt es offenbar eine heiße Spur in dem Fall der beiden erschossenen Polizisten. So will die Zeitung aus Sicherheitskreisen erfahren haben, dass einer der Tatverdächtigen polizeibekannt ist. Aus ermittlungstaktischen Gründen gebe man dazu derzeit keine weiteren Informationen raus.

12.29 Uhr: Auch Ansprechpartner in Kusel vor Ort:

12.15 Uhr: Lewentz: "Brutale Tat"

Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz zeigte sich bei einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz in Mainz „erschüttert“ über die Tat. Eine „brutale Tat“, wie Lewentz ausführte. Er teilte weiter mit, dass die Ermittlungs- und Fahndungsmaßnahmen nach den flüchtigen Tätern mit Unterstützung der saarländischen Polizei auf Hochtouren laufen.

Bei den beiden erschossenen Polizisten habe es sich um eine Zivilstreife gehandelt. Die genauen Umstände der Kontrolle sowie die Ausstattung der Beamten seien zurzeit Gegenstand der Ermittlungen. Im Einsatz seien zurzeit auch sogenannte Kriseninterventionsteams, die sich unter anderem um Angehörige und Kollegen bei der Polizei kümmern.

Das letzte Mal, dass ein rheinland-pfälzischer Polizist erschossen wurde, so der Innenminister, sei am 17. März 2010 in Anhausen gewesen. Ein Beamter des Sondereinsatzkommandos wurde damals von einem Mitglied der Rockerbande Hell's Angels erschossen. Mit Blick auf die Statistik zeigte Lewentz zudem auf, dass es in den ersten drei Quartalen des vergangenen Jahres zu 1164 Gewaltdelikten gegenüber Polizeibeamten in Rheinland-Pfalz gekommen war. 2020 waren es 1715 Fälle, 2019 waren 1582 Fälle.

12 Uhr: Julia Klöckner: Tödliche Schüsse auf Polizisten schockieren

Die rheinland-pfälzische CDU-Chefin Julia Klöckner hat sich vom gewaltsamen Tod zweier Polizisten bei einer Fahrzeugkontrolle in ihrem Bundesland erschüttert gezeigt. Am Montag teilte sie mit: "Die Tat schockiert. Zwei Polizisten sind erschossen worden, die ihre Arbeit machten. Zwei Beamte, die für unsere Sicherheit da waren, die nun selbst Opfer unfassbarer Gewalt geworden sind." Die frühere Bundesagrarministerin Klöckner ergänzte: "In Gedanken bin ich bei den Familien und Angehörigen, auch bei den Polizeikolleginnen und -kollegen in Rheinland-Pfalz. Sie haben unsere volle Solidarität und unsere Unterstützung."

11.37 Uhr: AfD: Tötung der Polizisten ist Angriff auf unseren Rechtsstaat

Die AfD im rheinland-pfälzischen Landtag hat sich schockiert über die Tötung von zwei Polizisten in der Nähe von Kusel in der Pfalz gezeigt. "Eine solche Tat, bei der die Einsatz- und Sicherheitskräfte mit Schusswaffen angegriffen werden und deren Tod beabsichtigt oder billigend in Kauf genommen wird, stellt auch gleichzeitig einen Angriff auf uns alle und unseren Rechtsstaat dar", teilte der 1. stellvertretende Fraktionschef Jan Bollinger am Montag in Mainz mit.

Die Fraktion sprach den Familien, Freunden und Kollegen der Getöteten ihre Anteilnahme aus. In der Nacht zum Montag hatten Unbekannte bei einer Verkehrskontrolle im Landkreis Kusel in Rheinland-Pfalz zwei Polizeibeamte erschossen.

11.36 Uhr: Wissing und Schmitt fassungslos nach Todesschüssen auf Polizisten

11.30 Uhr: Kreisverwaltung und GdP: Montagsspaziergänge absagen

Die Kreisverwaltung Kusel hat appelliert, auf die sogenannten Montagsspaziergänge im Kreis zu verzichten. Die Polizeikräfte seien durch die Täterfahndung gebunden, daher gebiete es die Vernunft und die Achtung, auf die Teilnahme an den Versammlungen in Kusel und Waldmohr zu verzichten, erklärte Landrat Otto Rubly. Die Gegenkundgebung werde laut Ruby nicht stattfinden.

Auch die Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Sabrina Kunz, hat nach den tödlichen Schüssen auf zwei Polizisten an die Bürger in der Region Kusel und Kaiserslautern appelliert, sich an diesem Montagabend nicht an Versammlungen gegen Corona zu beteiligen. "Aus Rücksichtnahme auf das, was passiert ist", begründete Kunz ihren Appell in Mainz. Die Einsatzkräfte würden auch für die Ermittlungen in dem doppelten Tötungsdelikt gebraucht.

11.15 Uhr: Innenministerin Faeser: Schüsse auf Polizisten ähneln Hinrichtung

Mit großer Bestürzung hat Bundesinnenministerin Nancy Faeser auf den gewaltsamen Tod zweier Polizisten bei einer Fahrzeugkontrolle in Rheinland-Pfalz reagiert. "Unabhängig davon, welches Motiv der Tat zugrunde liegt: Diese Tat erinnert an eine Hinrichtung, und sie zeigt, dass Polizistinnen und Polizisten jeden Tag ihr Leben für unsere Sicherheit riskieren", sagte die SPD-Politikerin am Montag. "Meine Gedanken sind bei den Familien, Freunden und Kollegen der Opfer. Wir werden alles tun, um die Täter dingfest zu machen."

Sie habe dem rheinland-pfälzischen Innenminister Roger Lewentz (SPD) jede Unterstützung angeboten, die für eine möglichst schnelle Festnahme der Täter und für die Ermittlungen benötigt werde, sagte Faeser. In der Nacht zum Montag waren bei einer Kontrolle durch eine Zivilstreife im Landkreis Kusel in Rheinland-Pfalz zwei Polizeibeamte durch Schüsse tödlich verletzt worden.

11.05 Uhr: Ansprechpartner für Bevölkerung sind vor Ort

11 Uhr: Laut Medienbericht wohl totes Wild im Fahrzeug

Bevor sie durch Schüsse getötet wurden, konnten die beiden Polizisten nach Angaben aus Sicherheitskreisen noch ihre Kollegen kontaktieren mit den Worten: "Die schießen." Demnach hatten sie davor ihre Kollegen informiert, sie hätten totes Wild im Fahrzeug gefunden. Zuvor hatte die "Bild" darüber berichtet. Was der Anlass der Fahrzeugkontrolle auf der um diese Uhrzeit wenig befahrenen Kreisstraße in Rheinland-Pfalz war, blieb zunächst noch unklar. Der Tatort liegt in unmittelbarer Nachbarschaft des Truppenübungsplatzes Baumholder, der mit seinen rund 11.000 Hektar Fläche als hervorragendes Jagdrevier gilt.

10.56 Uhr: Lewentz will sich auf Pressekonferenz äußern

Nach Aussage des rheinland-pfälzischen Innenministeriums wird sich Innenminister Roger Lewentz (SPD) im Laufe des Tages in einer Pressekonferenz zum Polizistenmord in Kusel äußern. Darin wird er auch die bislang feststehenden Einzelheiten zur Tat informieren.

10.54 Uhr: Designierter Grünen-Chef bestürzt über Tod von Polizisten

Der designierte Grünen-Vorsitzende Omid Nouripour hat den gewaltsamen Tod zweier Polizisten in Rheinland-Pfalz als "extrem bedrückend" bezeichnet. Polizisten leisteten ihren Dienst für das Allgemeinwohl und arbeiteten gerade in der Pandemie "Millionen Stunden und Überstunden", sagte Nouripour am Montag in Berlin. "Wenn sie bei Verkehrskontrollen so unter Lebensgefahr sind, ist das eine ganz, ganz schwierige Angelegenheit, und wir werden hoffentlich sehr schnell Erkenntnisse haben." Den Hinterbliebenen drückte er sein Mitgefühl aus. "Ich glaube, wir sind alle bei ihnen und wissen, dass ihr Verlust unser aller Verlust ist."

10.27 Uhr: Dreyer und Lewentz "zutiefst schockiert"

Der Polizistenmord hat landesweit Betroffenheit ausgelöst. Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Innenminister Roger Lewentz sind zutiefst schockiert: „Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen und den Kolleginnen und Kollegen der Polizei Rheinland-Pfalz. Die Tat ist entsetzlich. Es bestürzt uns sehr, dass zwei junge Menschen im Dienst ihr Leben verloren haben.“ Die Ministerpräsidentin hat aufgrund der schrecklichen Ereignisse als sichtbares Zeichen der Trauer im Einvernehmen mit dem Innenminister Trauerbeflaggung im Land angeordnet. An allen Streifenwagen wird Trauerflor angelegt.

10.15 Uhr: Überall Polizei im Einsatz

Wie die Rheinpfalz berichtet, sind rund um Kusel Polizisten im Einsatz. Durch Blaubach fahren Polizeibusse und Streifenwagen. Im Ort selbst sei niemand auf der Straße zu sehen, die Menschen blieben in ihren Häusern. Auch ein Polizeihubschrauber kreist über dem Tatort.

9.32 Uhr: Erschossene Polizistin war noch Studentin

Die bei einer Verkehrskontrolle im Kreis Kusel erschossene Polizistin war der Gewerkschaft der Polizei (GdP) zufolge Studentin. Die 24 Jahre alte Polizeianwärterin habe noch an der Hochschule der Polizei studiert, teilte die GdP am Montag mit. Ihr getöteter Kollege war den Angaben zufolge 29 Jahre alt.

Polizeibeamte sperren die Zufahrt zum Tatort, wo zwei Polizeibeamte bei einer Verkehrskontrolle durch Schüsse tödlich verletzt wurden. Die tödlichen Schüsse fielen nach Polizei-Angaben bei einer routinemäßigen Verkehrskontrolle. Foto: Thomas Frey/dpa
Polizeibeamte sperren die Zufahrt zum Tatort, wo zwei Polizeibeamte bei einer Verkehrskontrolle durch Schüsse tödlich verletzt wurden. Die tödlichen Schüsse fielen nach Polizei-Angaben bei einer routinemäßigen Verkehrskontrolle. (© Thomas Frey/dpa)

9.27 Uhr: Spurensicherung

Experten sichern am Tatort auf der Kreisstraße 22 zwischen Mayweilerhof und Ulmet aktuell Spuren. Die K22 ist eine Verbindungsstraße zwischen Oberalben/Mayweilerhof und der Bundesstraße B420 bei Ulmet am Glan. Sie beginnt am Rande des Truppenübungsplatzes Baumholder, ist unübersichtlich und wenig befahren. Sie überwindet auf eine Strecke von drei Kilometer rund 200 Höhenmeter.

9 Uhr: Gewerkschaft "tiefbestürzt"

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat sich "tiefbestürzt über den gewaltsamen Tod einer Kollegin und eines Kollegen" aus dem Polizeipräsidium Westpfalz geäußert. "Wir sind in Gedanken bei den Angehörigen der beiden Getöteten und auch bei allen Kolleginnen und Kollegen. Wir durchleben gerade den realen Alptraum aller Polizistinnen und Polizisten!", sagte die Landesvorsitzende Sabrina Kunz am Montagmorgen in Mainz.

"Unser tiefes Beileid gilt den Angehörigen. Hoffentlich können die oder der Täter zeitnah festgenommen werden, damit mögliche Gefahren für die Bevölkerung abgewendet sind", sagte Kunz. "Dieses skrupellose Vorgehen und die Tat machen mich fassungslos."

8.35 Uhr: Aktuelle Polizei-Rufnummer

8.26 Uhr: Fahndung ausgeweitet

7.37 Uhr: Das ist passiert

In der Nacht zum Montag sind bei einer Verkehrskontrolle im Landkreis Kusel in Rheinland-Pfalz zwei Polizeibeamte durch Schüsse tödlich verletzt worden. Das teilte die Polizei in Kaiserslautern mit. Die Hintergründe des Geschehens sind den Angaben zufolge noch unklar.

Die beiden Opfer waren als Zivilstreife unterwegs, wie ein Sprecher der Polizei in Kaiserslautern berichtete. Ob sie Uniform trugen, wusste er zunächst nicht - und auch nicht, warum sie das Auto angehalten hatten. "Eine Kontrollstelle war nicht aufgebaut."

Nach dem, was zunächst über den Hergang bekannt wurde, waren die Beamten wohl schon näher an das Fahrzeug herangetreten und hatten mit der Kontrolle begonnen, als die Schüsse etwa um 4.20 Uhr fielen.

Die Beamten der Polizeiinspektion Kusel seien auf einer routinemäßigen Streifenfahrt unterwegs gewesen und hätten den Wagen auf der Kreisstraße 22 in Ulmet gestoppt. Die Täter flohen. Nach ihnen wurde mit Hochdruck gefahndet. Die Zahl der Täter war zunächst nicht bekannt. Wie oft geschossen wurde, stand nicht sofort fest. Die Polizei ging davon aus, dass eine Obduktion angeordnet wird.

Die Polizisten hätten noch selbst eine Funkmeldung absetzen können, sagte ein Polizeisprecher. "Die schießen auf uns!" soll dieser geheißen haben, berichtet die Bild-Zeitung. Als die Verstärkung am Tatort ankam, sei es für die 24-jährige Polizistin und ihren 29 Jahre alter Kollegen bereits zu spät gewesen.

Keine Anhalter mitnehmen

Es werde mit Hochdruck nach den flüchtenden Tätern gefahndet, teilte die Polizei mit. Am Tatort würden Spuren gesichert. Eine Beschreibung der Täter oder des benutzten Fluchtfahrzeuges liegen den Angaben zufolge nicht vor. Auch die Fluchtrichtung sei nicht bekannt.

"Die Täter waren bestimmt nicht von hier. Wir sind friedliche Leut'", sagt ein Mann, der in Mayweilerhof vor dem Haus steht im Pfälzer Dialekt.

Auch eine Frau aus dem Ort sagt, es sei eine ruhige Gegend, kurz vor der saarländischen Grenze. "Betrieb gibt es nur, wenn die Soldaten üben." Unweit von Mayweilerhof liegt der riesige Truppenübungsplatz Baumholder mit Manöverplätzen auch für Artillerie, Infanterie und Panzer. Kusel selbst ist eine kleine Stadt mit knapp 6000 Einwohnern, die mit Wandertourismus in der ebenso naturreichen wie beschaulichen Gegend wirbt.

In Rheinland-Pfalz war zuletzt im Jahr 2010 ein Polizeibeamter im Dienst bei einem Gewaltverbrechen ums Leben gekommen. Der Beamte wurde im Zuge einer geplanten Hausdurchsuchung im Rocker-Milieu von einem Mitglied der "Hells Angels" durch die geschlossene Haustür hindurch erschossen.

Die Kreisstraße 22 ist bei Mayweilerhof und Ulmet voll gesperrt. Die Polizei bittet die Einwohner, im Landkreis Kusel keine Anhalter mitzunehmen. Mindestens ein Tatverdächtiger sei bewaffnet. Zeugen, die etwas Verdächtiges wahrgenommen haben, werden gebeten, sich unter der Rufnummer 0631-3692528 mit der Polizei in Kaiserslautern in Verbindung zu setzen.

Von unseren Reportern