Neuer Agentur-Verbund RYZE will zu den ganz Großen aufsteigen

Warum sich die Digital-Agenturen MPM, Electronic Minds und VRM Digital Communications zusammenschließen und wie sie vom Rhein-Main-Gebiet aus den Markt aufrollen wollen.

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MAINZ/DARMSTADT. Im Rhein-Main-Gebiet ist an diesem Mittwoch ein neuer Agenturverbund an den Start gegangen, der im deutschsprachigen Raum zu den ganz Großen seines Bereiches aufsteigen will: Die Digital-Agenturen MPM Corporate Communication Solutions, VRM Digital Communications (beide Mainz) und Electronic Minds (Darmstadt) schließen sich zur Holding RYZE Digital zusammen, unter deren Dach mehr als 200 Mitarbeiter für Unternehmen die komplette digitale Kommunikation übernehmen. Von der Kundenansprache über den Vertrieb bis zur Kundenbindung. Ein Segment, das überdurchschnittlich wächst. „Wir haben das Ziel ausgegeben, dass wir in dem Segment im deutschsprachigen Raum eine der Top-Fünf-Agenturen werden“, sagte RYZE-Chef Philipp Mann im Interview.

Herr Mann, in Rhein-Main entsteht eine neue große Digital-Agentur. Was hat sie vor? RYZE macht für Unternehmen nicht nur deren digitale Kommunikation, sondern übernimmt auch digitale Vertriebsarbeit. Alles, was Firmen unternehmen, um Kunden zu gewinnen, sie vom Produkt zu überzeugen und sie dann auch zu halten. Es ist ein ganzheitlicher Ansatz.

Welches Geschäftspotenzial sehen Sie in diesem Segment? Das Segment wächst jährlich um sechs bis acht Prozent. Es gab vor einigen Jahren eine erste Welle der Digitalisierung, die jetzt weitestgehend abgearbeitet ist. Nun braucht es einen ganzheitlichen Blick auf das Thema. Weil zum Beispiel ein in der ersten Welle gestarteter Online-Shop nicht gut funktionieren kann, wenn er nicht bekannt gemacht wird. Auch besteht die Gefahr, dass mir am Ende die Kunden nach dem Verkauf wieder wegfallen, weil ich nicht den richtigen Service biete.

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Philipp Mann, CEO und Gesellschafter RYZE Digital und Geschäftsführer von MPM. Foto: STEPHAN VOGEL/vogelsfotos
Philipp Mann, CEO und Gesellschafter RYZE Digital und Geschäftsführer von MPM. (© STEPHAN VOGEL/vogelsfotos)

Warum sollen das Firmen nicht auch alleine machen können? Wir sehen, dass der Anspruch an Kommunikation steigt. Inzwischen sind wir sehr verwöhnt. Zu allem gibt es Bewegtbild, die Vermarktung über Soziale Medien und die Services haben ein hohes Niveau erreicht. Wie gut sind die Services, wie schnell läuft alles, wie einfach ist es zu bedienen? Großkonzerne geben hier den Takt vor, aber auch kleine und mittlere Unternehmen müssen den hohen Ansprüchen gerecht werden. Das Rausschreien von Werbebotschaften reicht nicht, sondern Sie müssen den Menschen wirklich relevante Inhalte anbieten, damit sie dranbleiben.

„Wir sehen großes Potenzial für unsere Kunden, sie unter einem gemeinsamen Dach strategisch ganzheitlich zu beraten. Indem wir unsere Stärken und Kompetenzfelder vereinen, entstehen neue Leistungsangebote, können wir gemeinsam wachsen, Synergien schaffen und für unsere Kunden künftig noch wirkungsvollere Lösungen gestalten.“ Philipp Mann, CEO und Gesellschafter RYZE Digital und Geschäftsführer von MPM.

Und wenn die Unternehmen das nicht beachten? Es besteht die Gefahr, dass sie nicht schnell genug sind und der Zug abfährt. Die Entwicklung ist derart rasant, dass es heutzutage keine Möglichkeit mehr gibt, erst einmal abzuwarten und zu beobachten. Denn hat sich ein Eindruck festgesetzt, bekommt man ihn nicht wieder weg.

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Wo sehen Sie RYZE in fünf Jahren? Wir haben das Ziel ausgegeben, dass wir in dem Segment im deutschsprachigen Raum eine der Top-Fünf-Agenturen werden. Mit einem ambitionierten Wachstumsplan. In fünf Jahren soll der Jahresumsatz von rund 18 Millionen Euro auf mehr als 30 Millionen Euro wachsen. Aus uns selbst heraus und durch Akquisitionen. Und wir wollen neue Geschäftsfelder erschließen.

Warum heben die drei RYZE-Agenturen das große Potenzial nicht alleine, sondern schließen sich zusammen? Die Komplettlösung aus einer Hand von RYZE können die drei beteiligten Unternehmen alleine nicht abbilden. MPM beispielsweise hat zwar eine Digital-Einheit von bis zu 20 Leuten, aber wir brauchen schnell viel mehr. Denn der Bereich entwickelt sich derart rasant, dass wir die nötigen Entwickler in kurzer Zeit alleine gar nicht rekrutieren könnten. Unter anderem deshalb ist Electronic Minds dabei. Die VRM Digital soll die nötige Reichweite bringen.

„Digitalisierung muss sinnvoll eingesetzt und effizient an allen Touchpoints erlebbar werden. Das kann RYZE Digital.“ Peter Neumann, Geschäftsführer RYZE Digital und Chief Digital Officer der VRM

Der Name erinnert ans das englische „rise“, was aufsteigen, sich erheben heißt… Uns ist es wichtig, zu zeigen, dass die Digitalisierung nicht Selbstzweck sein darf, sondern dass sie Unternehmen immer eine Verbesserung, einen Aufstieg bringen muss. Zum Beispiel: Eine Website muss verkaufen oder die Marke verbessern. Oder eine Mitarbeiter-App muss die Beschäftigten besser informieren und binden. Intern heißt der Aufstieg für uns: Wie können wir für unsere Mitarbeiter neue Perspektiven schaffen? Karrieremöglichkeiten, aber auch neue Themen. Zudem steigen die beteiligten Agenturen mit der Komplettlösung ebenfalls um eine Stufe auf. Aus der zweiten in die erste Reihe.

Wie treten Sie nach außen auf; muss man sich jetzt an einen neuen Namen gewöhnen? Wir haben einen Zwischenweg gewählt. Es gibt jetzt die neue Website ryze-digital.de, aber die einzelnen Agenturmarken bestehen weiter und bekommen den Zusatz: Teil von RYZE digital. Denn wir wollen unsere Kunden, aber auch unsere Mitarbeiter nicht verschrecken, indem die bekannten Marken einfach verschwinden. Jetzt gibt es eine Holding, die sie unter einem Dach vereint.