Polizei beendet Hörsaal-Besetzung von Klima-Aktivisten

Der Schriftzug „Johann Wolfgang Goethe-Universität“ steht über dem Eingang des Hauptgebäude.

Eigentlich wollten die Besetzer eines Hörsaals der Frankfurter Goethe-Universität bis Freitag bleiben. Nach einem Strafantrag der Unileitung greift jedoch die Polizei ein.

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Frankfurt. Nach einem Strafantrag der Frankfurter Goethe-Universität haben Polizisten am Dienstagabend eine Hörsaalbesetzung von Klima-Aktivisten beendet. Ein Großteil der etwa 50 anwesenden Menschen sei der Aufforderung zum Gehen nachgekommen, sagte ein Polizeisprecher. Die übrigen seien nach Feststellung ihrer Personalien aus dem Saal geführt worden. Zuvor hatte hessenschau.de über den Polizeieinsatz berichtet.

Der Kanzler der Goethe-Universität, Albrecht Fester, habe Strafantrag gestellt, sagte der Polizeisprecher. Daraufhin sei die Polizei zur Durchsetzung geltenden Rechts verpflichtet gewesen. Die Einsatzkräfte seien kommunikativ vorgegangen. Den Anwesenden sei ein Platzverweis erteilt worden. Wer die Aufforderung zum freiwilligen Gehen nicht befolgt habe, habe sich des Hausfriedensbruchs strafbar gemacht und müsse nun mit einem entsprechenden Ermittlungsverfahren rechnen.

Berechtigte Forderungen?

Die Gruppe „End Fossil: Occupy Frankfurt” hatte zu der am Dienstagmittag begonnenen Besetzung erklärt: „Wir werden die Normalität stören, weil wir nicht länger so tun können, als wäre alles in Ordnung.”

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Vor der Polizeiaktion sagte ein Sprecher, die Besetzung solle mindestens bis Freitag fortgesetzt werden. Die Hochschulbesetzung werde begleitet von Diskussionen über die Möglichkeiten einer klimagerechten Universität.

Die Forderungen der Studierenden wurden von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) als vollkommen berechtigt bezeichnet. „Eine Wirtschaftspolitik, die die ökologischen Lebensgrundlagen zerstört, darf keine Fortsetzung finden”, erklärte die stellvertretende Landesvorsitzende Simone Claar am Dienstag in Frankfurt. „Hier sehen wir zwischen uns und der Klimabewegung End Fossil: Occupy! eine große Übereinstimmung.”