Prozess: Ali Bashar muss bei Zeugenbefragung vor die Tür

Symbolfoto: dpa

Einen "angsterfüllten" Eindruck hinterließ am Donnerstag der junge Zeuge im Prozess im Mordfall Susanna. Deshalb musste der Angeklagte, Ali Bashar, den Gerichtssaal verlassen.

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WIESBADEN. Weil er womöglich einen wichtigen Zeugen einschüchtern könnte, ist der Angeklagte im Mordfall Susanna, Ali Bashar, am Donnerstag vorübergehend von der Hauptverhandlung im Gerichtssaal ausgeschlossen worden.

Der 22-Jährige dürfe die Vernehmung im Landgericht Wiesbaden von einem Zimmer aus per Video- und Audioübertragung verfolgen, erklärte der Vorsitzende Richter in der Verhandlung. Der Zeuge, der laut Staatsanwaltschaft mindestens 14 Jahre alt ist, mache einen "angsterfüllten" Eindruck. Womöglich sage er nicht die Wahrheit, solange der Angeklagte mit im Raum sei.

Der irakische Flüchtling Ali Bashar soll die Schülerin Susanna aus Mainz laut Anklage im Mai 2018 in Wiesbaden vergewaltigt und ermordet haben. Zum Auftakt hatte er gestanden, dass Mädchen getötet zu haben. Die Vergewaltigung bestreitet er. Der junge Zeuge hatte bei der Suche nach der verschwundenen Susanna den entscheidenden Hinweis auf den Fundort ihrer Leiche und auf Ali Bashar gegeben. Er hatte sich erst an die Behörden gewandt, nachdem sich Ali Bashar mit seiner Familie in den Nordirak abgesetzt hatte. Bei den damaligen Befragungen hatte er der Polizei gesagt, Angst vor der Familie Bashar zu haben.

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In einem weiteren Verfahren, bei dem es um die Vergewaltigung einer Elfjährigen geht, sitzen Ali Bashar und der Zeuge gemeinsam auf der Anklagebank.

Von dpa