Schnee im Rhein-Main-Gebiet: Unfälle, Staus und Schulausfall

Symbolfoto: dpa

Der Schnee am Dienstagmorgen sorgte im Rhein-Main-Gebiet für zahlreiche Verkehrsbehinderungen. Zudem fielen diverse Busverbindungen in Wiesbaden und im Taunus aus.

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HESSEN. Im Taunus und in anderen Teilen Hessens mussten Autofahrer am Dienstagmorgen mit Schnee und glatten Straßen rechnen. Wie ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) sagte, hätten in den Morgenstunden in weiten Teilen des Landes mäßige Schneefälle eingesetzt. Bis in tiefere Lagen hinein blieben die Flocken liegen.

So gebe es bis ins Rhein-Main-Gebiet hinein eine geschlossene Schneedecke. Einem Sprecher der Polizei in Wiesbaden zufolge kam es am Morgen insbesondere im Bereich des Taunus zu diversen Unfällen. Menschen wurden dabei nicht verletzt. Hinzu kamen feststeckende Busse und querstehende Laster. Zudem habe sich der Verkehr auf der Autobahn 3 gestaut. Bis zum Mittag habe sich die Lage aber weitgehend beruhigt, sagte eine Sprecherin der Polizei in Wiesbaden. Größere Unfälle seien nicht gemeldet worden.

Unfälle ohne Personenschaden

So war die B54 zwischen der Kreuzung am Dürerplatz in Wiesbaden und der Einmündung Taunusstein-Süd in beiden Richtungen komplett gesperrt. Auf der B260 zwischen Heidenrod-Kemel und Eltville-Martinsthal und auf der B417 zwischen Taunusstein und Wiesbaden staute es sich wegen starken Schneefalls.

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Wegen der Witterungsverhältnisse musste die Platter Straße aus Wiesbaden kommend Richtung Taunus gesperrt werden, die Einfahrt nach Wiesbaden ist davon nicht betroffen. Auch im Bereich der Helios-Dr.-Horst-Schmidt-Kliniken (HSK) kam es zu einer witterungsbedingten Straßensperrung auf der Ludwig-Erhard-Straße. Dort wurden zwischen Freudenbergstraße und Wiesbadener Straße beide Richtungsfahrbahnen durch die Polizei gesperrt. Zur Dauer der Absperrung konnte die Polizei vorerst noch keine Aussage treffen.

Zudem wurde gegen 10 Uhr der Wiesbadener Nordfriedhof wegen des Schneefalls, Glätte und Astbruchgefahr vorerst geschlossen. Bei Fragen zu Trauerfeiern kann man sich unter der Telefonnummer 0611-312916 an die Friedhofsverwaltung wenden.

Wegen der Witterungsverhältnisse musste die Platter Straße aus Wiesbaden kommend Richtung Taunus gesperrt werden.  Foto: Rene Vigneron
Wegen der Witterungsverhältnisse musste die Platter Straße aus Wiesbaden kommend Richtung Taunus gesperrt werden. (© Rene Vigneron)

„Momentan sind wir angeschnitten“, beschrieb ein Polizeibeamter in Bad Schwalbach die Situation am frühen Vormittag. Denn sowohl die Platte, die Eiserne Hand, die Hohe Wurzel und die Bundesstraße 260 bei Schlangenbad waren für den Verkehr gesperrt. Staus und stecken gebliebene Fahrzeuge hatten dafür gesorgt, dass der Verkehr zum Erliegen gekommen war und es auch die Räumfahrzeuge schwer hatten durchzukommen. Einzig gute Nachricht von der Bad Schwalbacher Polizei: Es waren nur ein paar kleine Sachschadensunfälle gemeldet worden. In Bad Schwalbach hat zudem die Nikolaus-August-Otto-Schule den Präsenzunterricht abgesagt.

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„Jetzt geht es wieder“, meldete zum gleichen Zeitpunkt die Polizei in Idstein. Allerdings hatten sich in ihrem Bereich infolge der winterlichen Straßenverhältnisse zwei schwere Verkehrsunfälle ereignet: Im Idsteiner Stadtteil Ehrenbach war es zu einem Frontalzusammenstoß gekommen. In Waldems-Steinfischbach war ein Fahrzeug auf der glatten Straße gegen eine Hauswand gerutscht.

Im Kreis Offenbach, in Frankfurt, Bad Homburg, Eschborn und Eppstein gab es insgesamt bislang über 20 Unfälle. Dabei handelte es sich nach Angaben der Polizei vor allem um Auffahrunfälle und Autos, die von der Straße gerutscht seien.

Auf der A3 kam es zwischen Idstein und Wiesbadener Kreuz wegen starken Schneefalls streckenweise zu stockendem Verkehr, auf der A5 Richtung Frankfurt staute sich der Verkehr zwischen Friedberg und Nordwestkreuz Frankfurt auf elf Kilometern. Einen Überblick über alle Staus in Hessen gibt es hier.

Auch ÖPNV beeinträchtigt

Der Schneefall führt nach Angaben des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) auch im öffentlichen Nahverkehr zu wetterbedingten Einschränkungen. Dem RMV zufolge fielen unter anderem im Busverkehr im Rheingau-Taunus-Kreis sowie im Main-Taunus-Kreis, Hochtaunuskreis und Wetteraukreis einzelne Buslinien wegen Schnees und Glätte aus. Auch der Wiesbadener Busverkehr ist durch die Schneefälle stark beeinträchtigt worden. Im gesamten Liniennetz kam es ab 5 Uhr durch Schneefall und überfrierende Nässe zu Störungen. Zu Unfällen mit Busbeteiligung sei es glücklicherweise nicht gekommen, teilt Christian Giesen, Pressesprecher von Eswe-Verkehr, mit. Zum Vormittag hin sind noch folgende Linien eingeschränkt: Die Linie 27 mit der Endhaltestelle Schelmengraben. Die Buslinien 21 und 22 Richtung Naurod fahren aktuell nur bis Erbsenacker. Die Linie 8 mit der Endhaltestelle Bahnholz/Eigenheim in Sonnenberg endet witterungsbedingt außerplanmäßig bereits an der Haltestelle Neuberg.

Die Schneefälle am Dienstagmorgen haben auch im Wiesbadener Stadtbusverkehr für diverse Ausfälle gesorgt. Hier eine Aufnahme aus der Kloppenheimer Stiegelstraße.  Foto: Olaf Streubig
Die Schneefälle am Dienstagmorgen haben auch im Wiesbadener Stadtbusverkehr für diverse Ausfälle gesorgt. Hier eine Aufnahme aus der Kloppenheimer Stiegelstraße. (© Olaf Streubig)

Zudem konnten mehrere Busse von Eswe Verkehr die Fahrt nicht fortsetzen, berichtet Giesen. „Wir schicken dann einen anderen Bus raus, der bis zu der Stelle fährt, zu der man noch fahren kann, damit die Fahrgäste dort wieder einsteigen können.“ Oft sei nur wenige Hundert Meter von dem Ort, an dem ein Fahrzeug stecken geblieben sei, das Fahren schon wieder möglich. „Je nach dem, wo sich der Bus festgefahren hat, kann es natürlich immer ein bisschen dauern“, gibt Giesen zu. Er rät den Fahrgästen, sich vorab über die aktuelle Verkehrslage zu informieren, beispielsweise über die Facebookseite von Eswe Verkehr, die Hotline oder auch über die App des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV). Die Anzeigetafeln an den Bushaltestellen – die digitale Fahrgastinformation – geben nur bedingt Auskunft über die aktuelle Lage und was für die Fahrgäste zu tun ist. „Das ist natürlich eine Platzfrage“, meint Giesen. Im unteren Teil der Anzeige gebe es zwar ein Feld, in dem man auch einen längeren Text mit umfassenderen Informationen durchlaufen lassen könnte. Ob man da den Informationsgehalt zukünftig erweitere, sei überlegenswert. „Ob es von den Prozessen nachher auch so funktioniert, das müssten wir zunächst klären“, sagt Giesen.

Bürger berichteten am Morgen zudem, dass Anzeigen an den Haltestellen und in den Apps zwar nahende Busse ankündigten, die dann aber nicht eintrafen.

„Wir sind pausenlos seit heute Morgen 4 Uhr im Einsatz. Die meisten Strecken fahren wir auch bereits zum zweiten Mal ab“, beschreibt Frank Fischer von den Wiesbadener Entsorgungsbetrieben ELW, die auch mit der Schneeräumung aller öffentlichen Straßen in Wiesbaden betraut sind, die Lage. Gerade in den östlichen Vororten, vor allem in Nordenstadt, „hat es ganz heftig geschneit. Wenn man gerade die Tour beendet hat, liegt dort, wo man angefangen hat, schon wieder viel Schnee.“ Die Fahrer laden dann neues Salz und fahren erneut los, gerade Busstrecken und die Zufahrten zu Krankenhäusern, Feuerwehren und Polizei haben Priorität.

Wie der DWD weiter mitteilte, soll es noch bis zum Mittag weiter schneien. Dann lassen die Niederschläge von Westen her nach, wie es hieß. Nur noch in der Nordosthälfte könne es am Mittwoch vereinzelt schneien, hieß es am Dienstag. Die Temperaturen liegen zwischen zwei und fünf Grad sowie im Bergland zwischen null und zwei Grad. Am Donnerstag und Freitag bleibt es laut DWD trocken.