„Busbeine“ machen Adlern zu schaffen

Mannheim müht sich in der DEL in Nürnberg zum Auswärtssieg und streicht danach das Positive heraus: „Wir haben Moral gezeigt.“

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MANNHEIM. Die Mannheimer Adler bleiben die beste Mannschaft der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Beim Letzten der Süd-Division, Nürnberg Ice Tigers, setzten sich die Nordbadener am Mittwochabend nach Rückstand mit 4:3 (1:1, 2:1, 1:1) durch und stellten ihr Konto auf nunmehr 45 Zähler. Warum sich die Gäste schwertaten, hatte Adler-Cheftrainer Pavel Gross schnell ausgemacht: Es waren die „Busbeine“.

Nun ist es in Pandemie-Zeiten nunmal so, dass die Teams angehalten sind, möglichst erst am Spieltag anzureisen, gerade wenn es sich um eine relativ kurze Fahrt handelt wie die 233 Kilometer von Mannheim nach Nürnberg. Und so muss sich Pavel Gross eben manchmal mit besagten „Busbeinen“ herumschlagen. Was positiv war: Viele Spieler fanden im Verlauf des Spiels ihre Wettkampfbeine wieder, konnten die Fahrtmüdigkeit also noch rechtzeitig aus den Muskeln schütteln. Andere, so beobachtete Gross, schleppten sich über 60 Minuten mit ihren „Busbeinen“ übers Eis.

Dennoch: Die Adler haben in einem nicht immer einfachen Spiel Moral bewiesen, konnten sie doch einen zwischenzeitlichen 1:2-Rückstand zum Ende des zweiten Drittels in eine 3:2-Führung verwandeln, die sie schließlich nicht mehr hergaben. „Die Nürnberger haben zu Hause Straubing geschlagen und zuletzt auch in Augsburg gewonnen. Daher haben wir uns auch auf ein hartes Stück Arbeit eingestellt. Bis zum Schluss war es ein sehr enges Spiel“, fasste Headcoach Gross zusammen. Besonders das Defensivverhalten seiner Mannschaft gefiel dem 52-Jährigen nicht wirklich: „Defensiv müssen wir künftig besser werden, einen besseren Job machen. Aber die Jungs haben es geschafft, ein nicht einfaches Spiel zu gewinnen. Darüber sind wir froh“, strich Gross letztlich trotz aller Widrigkeiten das Positive heraus.

Sein Comeback im Adler-Lineup feierte derweil Tommi Huhtala nach überstandener Muskelverletzung im Brustbereich. „Es ist schön, wieder mit den Jungs auf dem Eis zu stehen. Noch schöner als mein Comeback war jedoch der Sieg, den wir uns hart erarbeiten mussten. Nürnberg hat uns mit dem schnellen Umschaltspiel einige Probleme bereitet. Wir haben jedoch einen Weg gefunden, das Spiel mit zwei, drei dreckigen Toren für uns zu entscheiden“, fasste der Stürmer die Partie aus seiner Sicht zusammen.

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So wollte schließlich auch David Wolf, dessen Reihe drei von vier Treffern erzielte, das Positive sehen: „Die Mannschaft hat Charakter gezeigt und sich den Sieg erarbeiten müssen. Ab der Hälfte des Spiels haben wir gezeigt, dass wir die Partie unbedingt drehen und gewinnen wollten. Die Ice Tigers haben den Schwung aus den vergangenen beiden Partien mitgenommen und es uns alles andere als leicht gemacht, uns alles abverlangt. Ich bin sehr froh.“

Zwar zeigten die Adler ein überlegenes erstes Drittel. Matthias Plachta traf auch gleich zum 1:0 (4.). Doch Tyson McLellan traf nur kurz darauf zum Ausgleich für die Gastgeber.

Im zweiten Drittel stellte Dane Fox den Spielverlauf auf den Kopf (23.). Erst in den letzten fünf Minuten vor der zweiten Pause wurden die Angriffe der Kurpfälzer durch die Tore von Taylor Leier (38.) und David Wolf (39.) zur 3:2-Führung belohnt. Ben Smith machte mit dem 4:2 (48.) alles klar.