1:1 in Augsburg: Eintracht wartet weiter auf Sieg

aus Eintracht Frankfurt

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Daichi Kamada (r.) jubelt mit Jesper Lindström von Eintracht Frankfurt über seinen Treffer zur 1:0-Führung.  Foto: dpa

Eintracht Frankfurt hat sich auswärts schwer getan: Ersatzgeschwächt reicht es aber zu einem Unentschieden gegen Augsburg. Dabei patzt Trapp-Ersatz Ramaj erst - und rettet später.

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AUGSBURG. Die Frankfurter Eintracht hat den ersten Punkt im neuen Jahr geholt. Das 1:1 (1:1) beim FC Augsburg war verdient und doch dürften die Frankfurter nicht so wirklich glücklich sein. Denn sie waren die klar bessere Mannschaft, auch ohne ihre Stars Kevin Trapp und Filip Kostic, die wegen Corona-Quarantäne fehlten. Daichi Kamada hatte die Eintracht in Führung gebracht, Michael Gregoritsch gegen die doch spielerisch arg limitierten Augsburger ausgeglichen. Neben Sebastian Rode war Angreifer Jesper Lindström der beste Frankfurter – mit einem Manko: Er vergab die beiden besten Gelegenheiten zum Sieg.

Dass Kevin Trapp und Filip Kostic ausfallen würden, war seit Freitag klar. Beide Stars wurden positiv auf das Corona-Virus getestet. Der Frankfurter Trainer nahm zudem noch weitere Veränderungen vor. Überraschend: Martin Hinteregger musste an alter Wirkungsstätte auf die Bank, für ihn rückte Makoto Hasebe ein paar Tage vor seinem 38.Geburtstag in die Mannschaft. Der Routinier sollte die „Jugend“-Abwehr mit Torwart Diant Ramaj (20), Tuta (22) und Evan Ndicka (22) führen. Zudem kehre Djibril Sow nach überstandener Infektion an der Seite von Sebastian Rode ins Mittelfeld zurück. Timmy Chandler wechselte auf links auf die Kostic-Position, Touré spielte auf der rechten Außenbahn.

Lindström hatte zweiten Treffer auf dem Fuß

Die Eintracht versuchte die Partie zu kontrollieren. Der Ball lief ganz ordentlich durch die eigenen Reihen, aber nicht wirklich flüssig. Immer wieder wurden Fehler eingestreut, die die Mannschaft aus dem Rhythmus brachte. Die Augsburger aber spielten fast eine halbe Stunde sehr passiv, hatten sichtlich Respekt vorm Gegner. In der 22.Minute gingen die Frankfurter in Führung. Matthias Dorsch war ein krasser Fehlpass im Mittefeld unterlaufen. Jesper Lindström spielte auf Rafael Borré und der setzte Daichi Kamada ein. Der Japaner umkurvte Torwart Rafal Gikiewicz und spitzelte den Ball trotz starker Bedrängnis ins Tor.

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Es folgte die beste Phase der Gäste. In der 29.Minute hätte Lindström den zweiten Treffer erzielen können. Nach einem Traumpass von Djibril Sow stürmte der Däne alleine aufs Tor zu, hakte wunderbar ab, schoss dann aber an den Pfosten. Danach kam irgendwie ein Bruch ins Spiel der Eintracht. Der Augsburger Millionen-Mann Ricardo Pepi erzielte in der 37. Minute das vermeintliche 1:1. Schiedsrichter Sven Jablonski gab in dieser Szene wie in anderen eine denkbar ungünstige Figur ab. Zunächst hatte er offenbar auf Elfmeter für Augsburg entschieden, weil Hasebe unmittelbar vor dem Torschuss angeblich Zeqiri gefoult hatte. Doch es war genau umgekehrt. Der Augsburger hatte den Frankfurter gefoult. Es dauerte weit mehr als zwei Minuten ehe der Video-Assistent den Refeere an den Bildschirm schickte und die Fehlentscheidung korrigiert wurde. Statt Tor für Augsburg, gab es „Gelb“ für Zeqiri und Freistoß für die Eintracht.

Doch die Frankfurter machten nun zu wenig, wirkten plötzlich fahrig. In der 38.Minute bekam Michael Gregoritsch den Ball in den Lauf gelupft. Die Eintracht-Abwehr war zu weit aufgerückt. Der Schuss des Augsburgers aus spitzem Winkel war harmlos – und trotzdem drin. Torwart Ramaj, bis dahin solide, hatte schlicht einen Fehler gemacht und die kurze Ecke aufgemacht. Nach diesem Ausgleich war die Eintracht völlig von der Rolle. Augsburg drückte und drängte, doch es ging mit dem Unentschieden in die Halbzeit.

Nach dem Wechsel waren die Frankfurter dann die klar bessere Mannschaft. Sie kontrollierten nun die Partie ziemlich souverän, aber nach vorne fehlte einfach der rechte Druck. Die Augsburger hatten gegen die spielerische Überlegenheit der Eintracht nicht viel entgegenzusetzen außer großem Kampfgeist und viel Härte. Doch das Gefühl es könnte ein Tor fallen, wurde von Minute zu Minute weniger. Erst ganz zum Schluss, in der 87.Minute, war sie auf einmal da, die Chance zum Sieg. Nach einer Flanke von Chandler stand Lindström plötzlich frei vor Gikiewicz. Der Augsburger Torwart reagierte prächtig, Lindström hatte im Grunde alles richtig gemacht, aber wieder den Ball nicht im Tor untergebracht.

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Das hätte sich fast gerächt. Denn der FCA hatte in der Nachspielzeit eine ebenso große Chance wie vorher die Frankfurter. Der eingewechselte Niederlechner stand auch auf einmal frei vor der Kiste, doch Torwart Ramaj bügelte seinen Fehler beim Ausgleich aus, reagierte ebenfalls prächtig und rettete den Punkt.

Von Peppi Schmitt