Die Eintracht zum Saisonende: „Wieder Charakter gezeigt“

aus Eintracht Frankfurt

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Der Frankfurter Makoto Hasebe (l) und Kölns Salih Özcan haben nur Augen für den Ball.  Foto: dpa

Die letzte Partie in dieser Saison war für Eintracht Frankfurt am Ende enger, als es nötig war. Dennoch ist Trainer Adi Hütter zufrieden, sein Team habe Charakter gezeigt.

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FRANKFURT. Nein, ein letzter Einsatz für seine Eintracht war Marco Russ, der die Fußballschuhe an den Nagel hängt, nicht mehr vergönnt. Dazu war Trainer Adi Hütter die Partie gegen Paderborn dann doch zu eng. Enttäuscht sei er deswegen aber nicht, so Russ. Vielleicht auch das ein Zeichen für den Charakter, den Hütter bei seinem Team so schätzt.

Adi Hütter: „Jeder hat gesehen, dass wir uns nochmal richtig schwer getan haben. Nach dem 3:0 haben wir es nicht verstanden, Ball und Gegner laufen zu lassen. Aber ein Kompliment auch an den SC Paderborn. Wir hätten einfach das vierte Tor nachlegen müssen. Aber in Summe haben wir wieder Charakter gezeigt und das letzte Heimspiel verdient gewonnen. Ich ärgere mich immer, wenn es nicht so läuft, wie ich es mir vorstelle. Ich muss die Jungs aber in Schutz nehmen, es war das 54. Spiel der Saison und dann noch so ein Wetter. Aber das soll keine Entschuldigung sein. Besonders die beiden Gegentore ärgern mich, aber da muss man heute mal eine Auge zudrücken. Ich wollte Russ und Fernandes noch eintauschen, das stört mich, das ist ein Wermutstropfen. Aber wir wollten als Mannschaft gewinnen. Ich habe nach dem Spiel im Kreis auf dem Platz ein paar Worte an die Mannschaft und besonders an Marco Russ, Gelson Fernandes und Johnny de Guzman gerichtet. Da hatte ich schon ein paar Tränen in den Augen.“

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Fredi Bobic: „Das war heute ein gefühlter Sommerkick. Wir haben fünf Tore gesehen, haben dann das Gas komplett rausgenommen. Insgesamt war es ein verdienter Sieg. Wir sind jetzt froh, dass es rum ist. Es ist zwölf Monate her, dass wir angefangen haben. Wir haben in den Cup-Wettbewerben unser Ziel erreicht, in der Bundesliga sind wir einstellig. Aber wir hatten zwei ganz schlechte Phasen. Deshalb stehen wir da, wo wir stehen. Es wurde zum Schluss ziemlich eng, deshalb wollte der Trainer Marco Russ wohl nicht mehr einwechseln. Dass Marco auf der Bank war, ist sicher Respekt genug. Die Entscheidung liegt beim Trainer. Unsere Stürmer haben eine sehr gute Quote, sie haben es sehr gut gemacht. Wir wollen uns in der Zukunft weiterentwickeln. Aber es gibt in diesem Sommer viele Wenns. Wir werden aber sicher eine gute Mannschaft haben. Mit dem Trainer haben wir uns schon ganz entspannt unterhalten.“

Sven Michel (Paderborn): „Wir haben uns in dieser Saison sehr gut verkauft, haben oft an Punkten geschnuppert. Aber es hat einfach nicht gereicht.“

Marco Russ: „Ich bin gar nicht enttäuscht. Ich habe in den letzten Wochen gut damit abschließen können. Das Wichtigste war, die drei Punkte noch mal zu erholen. Es war schön, vor diesem letzten Spiel noch mal alles zu erleben. Es war ein guter Abschluss für mich, auch wenn ich gerne vielleicht noch zwei Minuten gespielt hätte. Ich bin froh und dankbar für diese Laufbahn. Ich habe mich bis zuletzt als Fußballprofi gefühlt, ab morgen fängt ein neuer Abschnitt an. Körperlich ist es mir zuletzt immer schwerer gefallen. Irgendwann muss man es sich eingestehen, dass es körperlich nicht mehr reicht. Ich bin mit diesem Verein groß geworden, war Balljunge hier, habe alles miterlebt. Nach meiner Familie ist die Eintracht für mich das Größte.“

Von Peppi Schmitt