Eintracht Frankfurt und ihr „schräger“ Kader

aus Eintracht Frankfurt

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Filip Kostic beim Training der Frankfurter Eintracht. Foto: Jan Huebner

Eintracht-Trainer Oliver Glasner hat ein Kader-Problem: Es gibt zu viele Mittelfeldspieler. Indes müssen die Adler weiter um den Verbleib einer ihrer stärksten Akteure zittern.

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FRANKFURT. Markus Krösche und Oliver Glasner haben ein Problem. Schon ein kurzer Blick auf den Kader der Frankfurter Eintracht zeigen Sportvorstand und Trainer, dass die Zusammenstellung in Bezug auf die Positionen nicht wirklich gut gelungen ist.

Mittelfeldspieler haben die Frankfurter mehr als genug, defensiv wie offensiv. Rechnet man alle zusammen, Makoto Hasebe und Sebastian Rode, Djibril Sow und Ajdin Hrustic, Rodrigo Zalazar und Stefan Ilsanker, Ayman Barkok und Amin Younes bis hin zu Daichi Kamada und Jesper Lindström, kommt man auf zehn Profis mit Ansprüchen für bestenfalls vier Positionen.

Dafür hapert es an anderen Stellen. Unabhängig vom System, das der neue Trainer spielen lassen wird, fehlt es an Außenspielern. Und dass ein Mittelstürmer und Nachfolger des nach Leipzig verkauften André Silva nötig werden wird, haben die bisherigen Spiele auch ziemlich deutlich gezeigt.

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Glasner geht von Kostic-Verbleib aus

Wie schon in der letzten Saison sind die Frankfurter auf der linken Seite abhängig von Filip Kostic. Das ist ihre große Stärke, aber auch ihre größte Schwäche. Denn um ihn müssen sie zittern, Tag für Tag bis zum Ende der Transferperiode am 31. August. Kostic wäre nicht zu ersetzen, das beweist der 28 Jahre alte Serbe immer und immer wieder. „Ich gehe davon aus, dass Filip nicht geht“, hat Trainer Glasner nach dem 2:3 gegen Strasbourg gesagt, als Kostic wie selbstverständlich die beiden Treffer von Ajdin Hrustic vorbereitet hatte. Nicht gehen würde ja heißen: Er bleibt. Bislang ist es nur ein Wunsch. Der sollte Wirklichkeit werden. Sportchef Krösche muss alles versuchen, um den besten Vorbereiter zu behalten, andernfalls würde das Team eine gefährliche Schlagseite davontragen. Lieber einen Spieler aus der Mittelfeld-Garde verkaufen (Kamada, Barkok, Younes wären Kandidaten) als Kostic, es kann für die Eintracht keine andere Marschrichtung geben.

Die Alternativen für Kostic sind zwar da, aber sie haben nicht die gleiche Qualität. Steven Zuber hat für eine gute Europameisterschaft gespielt, das stimmt. Aber vom Niveau eines Kostic ist er meilenweit entfernt. Zudem liebäugelt der Schweizer auch mit einem Abgang. Angeblich soll es Anfragen geben. Der Eintracht könnte eine Ablösesumme für Zuber jenseits der fünf Millionen Euro helfen, Kostic mit einer Gehaltserhöhung über seinen laufenden Vertrag bis 2023 hinaus zu binden. Als sogenannten „backup“ für Kostic wurde schon früh im Jahr, noch unter , der alten Führung Fredi Bobic/ Bruno Hübner, aus Berlin Christopher Lenz geholt. Doch zum einen ist Lenz ein komplett anderer Spielertyp, der seine Qualitäten eher in der Defensive hat, zum andern hat er bislang doch mächtig enttäuscht. Gerade im ernsthaften Test gegen Strasbourg war ihm so gut wie nichts gelungen.

Unwucht im Kader bleibt

Auf der anderen Seite, rechts, sieht es noch trüber aus. Da fehlt es der Eintracht schon seit zwei, drei Jahren an einem Pendant für Kostic. Trainer Glasner setzte zuletzt bei einer Dreier-Abwehrkette auf dem rechten Flügel auf Danny da Costa. Das ist aktuell die beste Lösung, aber sicher keine Ideallösung. Da Costa ist nun mal mehr Verteidiger als Angreifer, mehr Absicherer als Vorbereiter. Und dann gibt es noch den Jungen Fabio Blanco (17), der in etwas weiterer Zukunft vielleicht auf dieser Seite Impulse setzen könnte. Doch das wird Zeit brauchen.

Natürlich bieten sich dem Coach auch noch ein paar interne Möglichkeiten, um Löcher auszufüllen. Er kann Lindström auf Außen stellen, er kann es dort mit Younes versuchen. Und auch Barkok hat als Rechtsaußen schon das eine oder andere gute Spiel gemacht. Und doch bleibt die Unwucht im Kader.

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Von Peppi Schmitt