Eintracht Frankfurt will Platz drei angreifen

aus Eintracht Frankfurt

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Der Frankfurter Makoto Hasebe (l) und Kölns Salih Özcan haben nur Augen für den Ball.  Foto: dpa

Mit dem nächsten Gegner Wolfsburg haben die Hessen laut Trainer Adi Hütter noch eine Rechnung offen. Beim Personal kann er aus dem Vollen schöpfen, hat aber ein "Luxusproblem".

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FRANKFURT. Zu seiner persönlichen Zukunft und dem Angebot von Borussia Mönchengladbach oder den jüngsten Gerüchten um Bayern München will Adi Hütter partout nichts mehr sagen. „Die Unruhe kommt nur von außen“, antwortete der Trainer der Frankfurter Eintracht auf die freundliche Frage einer freundlichen Radio-Journalistin, „dazu sage ich nichts, weil ich keine Lust habe, mich immer zu wiederholen.“

Längst wird offen von der Champions League gesprochen

Bei einem anderen Thema war Hütter dagegen ungewohnt offensiv. Seit dem 2:1-Sieg von Dortmund wird bei der Eintracht nicht mehr nur hinter vorgehaltener Hand von der Champions League (CL) gesprochen, sondern längst ganz offen. „Wir haben uns lange gefragt, wohin die Reise geht“, sagt Hütter, „jetzt wissen wir, wohin, Richtung Champions-League-Kurs.“ Und damit nicht genug. Nachdem der vierte Platz mit dem Coup von Dortmund gut abgesichert werden konnte, wollen die Frankfurter nun auch noch den dritten Platz angreifen.

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Da passt es gut, dass sie am Samstag den Dritten VfL Wolfsburg zum nächsten Spitzenspiel empfangen. „Wir haben die Chance mit einem Sieg bis auf einen Punkt heranzurücken“, sagt Hütter vor dem Duell mit seinem österreichischen Trainerkollegen Oliver Glasner, „das ist das erklärte Ziel.“

Respekt vor dem Gegner ist groß

Von Überheblichkeit oder Leichtfertigkeit ist die Eintracht trotz der optimistischen Herangehensweise weit entfernt. Im Gegenteil, der Respekt vor den „Wölfen“ ist groß. Der Gegner habe eine „unangenehme Mannschaft“, sagt der Frankfurter Trainer und gerät fast schon ins Schwärmen. „Sie haben einen Supertorwart, kopfballstarke Innenverteidiger, einen guten Spielmacher mit Arnold und einen tollen Stürmer mit Weghorst.“ Ein Schlüsselduell für den Spielausgang sieht Hütter auf der linken Außenbahn, dort treffen Ridle Baku, nach seinem Wechsel aus Mainz in Wolfsburg zum Nationalspieler avanciert, und Filip Kostic, der sich in der Form seines Lebens befindet, aufeinander.

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Das 1:2 im Hinspiel am 11. Dezember war eine von nur drei Niederlagen der Eintracht in dieser Saison. „Wir haben also noch eine Rechnung offen“, sagt der Frankfurter Trainer. Da ist es hilfreich, dass die Partie im eigenen Stadion stattfindet. Dort ist die Eintracht saisonübergreifend seit 15 Spielen ohne Niederlage. So soll das bleiben. Hütter: „Über Motivation muss ich nicht reden. Jeder hat das Ziel im Kopf. Wir sind im Flow, aber der VfL auch“.

Obwohl Martin Hinteregger weiter fehlen wird, erst nächste Woche in Mönchengladbach ist mit seiner Rückkehr zu rechnen, hat Hütter personelle und taktische Alternativen. Makoto Hasebe wird nach Gelbsperre zurückkehren, Amin Younes hat sich nach seiner Adduktorenverletzung aus dem Dortmund-Spiel gesund beim Training zurückgemeldet und ist einsatzfähig.

„Wir haben ein tolles Mannschaftsklima“

Wahrscheinlich, dass der Frankfurter Coach auf eine ähnliche Grundordnung wie in Dortmund setzt, mit der Doppelsitze Luka Jovic und André Silva und Amin Younes als „Zehner“ dahinter. Daichi Kamada bliebe dann erst einmal auf der Bank. Offen, ob der vor seiner Sperre überragende Hasebe für den in Dortmund überragenden Rode in die Anfangself zurückkehren wird.

Das „Luxusproblem“ um Hasebe und Kamada könne durchaus „Härtefälle“ hervorbringen, sagt Hütter, „aber genau das macht uns stark.“ Für Unruhe im Team sorgen kurzfristige Bankplätze längst nicht mehr. „Wir haben ein tolles Mannschaftsklima“, versichert der Eintracht-Coach. Einwechselspieler wie Steven Zuber, Ajdin Hrustic oder Timothy Chandler, die eher selten zum Einsatz kommen, haben das zuletzt mit starken Leistungen bei ihren Kurzeinsätzen eindrucksvoll unterstrichen.

Von Peppi Schmitt