Eintracht: Hütter befürwortet Gehaltsverzicht

aus Eintracht Frankfurt

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Eintracht-Trainer Adi Hütter befürwortet einen Gehaltsverzicht von Spielern und Trainern. Foto: dpa

Adi Hütter, Trainer von Eintracht Frankfurt, hat am Montag Stellung bezogen: zu diversen Themen rund um die SGE, dem Coronavirus - und seiner persönlichen Zukunft in Frankfurt.

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FRANKFURT. Pressekonferenz bei der Frankfurter Eintracht. Trainer Adi Hütter (50) hat am Montag im Presseraum im Bauch der Arena gesessen und in einem Video-Chat die Fragen der Journalisten beantwortet. „Solidarität ist das ganz große Thema in dieser Zeit“, sagt er unter anderem. Unser Mitarbeiter Peppi Schmitt hat die wichtigsten Aussagen aufgeschrieben.

Über die Fortsetzung der Saison: „Es wäre für unsere Gesellschaft etwas Wertvolles und Wichtiges, die Spiele am Fernseher sehen zu können. Aber es wird sicher gewöhnungsbedürftig für alle sein, so ohne Zuschauer und Emotionen. Für uns geht es darum, alles zu unternehmen, um die Saison fertig spielen zu können. Aber wir sind nur Beifahrer, es entscheidet schlussendlich die Politik.“

Über die wirtschaftliche Lage bei der Eintracht: „Die Eintracht ist in der glücklichen Lage, dass wir uns durch die sportlichen Erfolge der letzten Jahre und den Transferlösen eine Zeitlang über Wasser halten können. 2016 wäre das noch viel schwieriger gewesen. Kompliment an den Vorstand, der es geschafft hat, gerade jetzt einen Topsponsor an Land zu ziehen. Das zeigt, dass der Verein sehr, sehr gut gewirtschaftet hat und sehr in die Zukunft denkt. Ich bin sehr, sehr glücklich, hier Trainer zu sein.“

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Über seine persönlichen Erfahrungen in den letzten Wochen: „Der soziale Kontakt fehlt total. Man kann nicht einmal Freunde umarmen. Wenn Kinder ihre Großeltern nicht sehen können und das vielleicht nicht verstehen, berührt mich das sehr. Da gibt es Sachen nachzudenken. Ich persönlich habe die 14 Tage zu Hause gut nützen können, ein wenig befreit von Stress und Druck.“

Über seine persönliche Zukunft (Der Vertrag läuft noch bis 2021): „Es passt gerade überhaupt nicht in die Zeit, um über meine persönlichen Interessen zu sprechen. Primär ist vielmehr, dass wir dieses Virus in den Griff bekommen.“

Über einen Gehaltsverzicht von Spielern und Trainern: „Solidarität ist das ganz große Thema dieser Zeit. Ich bin ein Befürworter des Verzichts. Der Vorstand wird sich Gedanken machen, wie Eintracht Frankfurt die Mitarbeiter halten und den aufgebauten Apparat aufrecht erhalten kann. Jeder Profi wird auf Teile des Gehalts verzichten, dazu sind alle bereit. Da wird es sicher in naher Zukunft Entscheidungen geben.“

Über den Fitnesszustand seiner Spieler nach der Quarantäne: „Wir haben ja noch vor der Quarantäne Tests gemacht. Daher wissen wir, dass unsere Spieler in sehr, sehr guten körperlichen Zustand sind. Wir haben in den vielen Spielen der Saison bislang nichts verloren, sondern eher zugelegt. Und in den 14 Tagen zu Hause haben die Jungs auch nichts verloren, sie haben ja nicht auf der Couch gelegen.“

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Über das Training in Kleingruppen und eine mögliche Rückkehr in den Spielbetrieb: „Das Training ist nicht so einfach, weil natürlich die Spielformen fehlen, die Zweikämpfe vor allem. Aber wir sind trotzdem alle froh, dass wir wieder auf dem Platz stehen. Für mich ist es sehr, sehr positiv, sich auch individuell mit den Spielern beschäftigen zu können. Wenn man als Trainer mit zwei Spielern fast alleine auf Platz dem Platz steht, ist das zwar ungewohnt und ein großer Aufwand, aber man kann auch viel machen. Für einen Neustart könnten zehn, vierzehn Tage Vorbereitung reichen, um bereit zu sein. Direkt aus dem Training mit Kleingruppen heraus in Wettkämpfe zu gehen, würde aber sicher Schwierigkeiten mit sich bringen.“

Über die besonderen Bedingungen bei einem möglichen Neustart: „Wenn Tests einfach und zügig möglich sind, wären wir bereit und würden es gerne machen.“ Über die ungleichen Trainingsvoraussetzungen bei den Bundesligaklubs „Es wäre sinnvoll eine gemeinsame Regelung festzulegen, dass alle Bundesligisten die gleiche Ausgangslage haben. Fair ist es nicht, wenn Mannschaften wie Bremen nicht trainieren dürfen, andere wie Schalke aber mit sieben Mann, wir in Zweiergruppen. Wenn wir mit sieben Spielern dürften, würden wir es aber auch nutzen.“

Über mögliche Vor- oder Nachteile von Geisterspielen: „Keiner hat damit Erfahrungen, es ist für alle gleich und für jeden speziell. Man muss sich mit den Gegebenheiten schnell auseinandersetzen, darauf kommt es dann an. Es geht dann vielleicht noch mehr um individuelle Qualität, um gute Spiele abzuliefern. Aber keiner kann da so richtig vorhersehen. Wir müssen uns darauf vorbereiten und das Beste draus machen.“

Über die Zukunft von Kapitän David Abraham, der Ende der Saison mit einer Rückkehr in seine Heimat Argentinien liebäugelt: „Irgendwann wird die Zeit kommen, aber wann das ist, steht in den Sternen, ich bin über alle Schritte von ihm informiert.“

Von Peppi Schmitt