Eintracht: Ndicka fällt lange aus, Paciência nach Schalke

aus Eintracht Frankfurt

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Goncalo Paciencia (rechts) und Bas Dost. Foto: dpa

Spannende Zeiten für die Eintracht: Gonçalo Paciência zieht es zum FC Schalke und auch für Bas Dost wird demnächst ein Angebot erwartet. Zudem gibt es aktuell einige Verletzte.

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FRANKFURT. Gonçalo Paciência (26) hat nicht auf dem Platz gestanden. Bas Dost (31) war mittendrin beim Training der Frankfurter Eintracht am Dienstag. Beides ist relevant, wenn man die Zukunftsplanungen für den Angriff des Klubs beleuchtet. Paciencia wechselt auf Leihbasis zum FC Schalke 04. Für Dost soll laut der englischen Zeitung „Daily Mail“ ein Angebot über sechs Millionen Euro von Tottenham Hotspur demnächst reinflattern. Dass die Eintracht beide Angreifer gehen lässt, ist freilich nicht sehr wahrscheinlich, zu groß soll die sportliche Schwächung trotz aller wirtschaftlicher Zwänge nicht werden.

Paciencia weilte am Dienstag zur sportmedizinischen Untersuchung auf Schalke. Danach wurde der Einjahresvertrag perfekt gemacht. Es wurde ein Leihgeschäft mit einer Gebühr über rund eine Million Euro bis zum Saisonende vereinbart plus einer anschließenden Kaufoption, die bei vier Millionen Euro liegen soll. Paciencia hatte den Wechsel forciert, weil ihm die Rolle als „Stürmer Nummer drei“ bei der Eintracht nicht genug war. Er kämpft ja auch noch um einen Platz im portugiesischen Europameisterschafts-Aufgebot. “Natürlich möchte ein Stürmer möglichst viele Spiele machen. Auf Schalke sieht er diese Möglichkeit eher gegeben als bei uns.“, sagte Sportvorstand Fredi Bobic, „daher ist dieser Wechsel logisch.“

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Für die Eintracht bedeutet der Abgang Paciencias, dass so schnell wie möglich ein Nachfolger kommen muss. Mit der Ablöse bzw. der Leihgebühr und dem eingesparten Gehalt können die Hessen auf den „Spielermarkt“ tätig werden. „Wir sind bei Abgängen vorbereitet“, hatte sich Trainer Adi Hütter in den letzten Wochen bei allen Fragen betont gelassen geäußert. Die Eintracht ist nun auf der Suche nach einem gänzlich anderen Stürmertypen wie Paciencia es als Ergänzung zum gesetzten Duo Dost/André Silva war.

Obwohl es nun vorerst einen Konkurrenten weniger um die beiden Plätze im Angriff gibt, ist André Silva traurig, dass sein Kumpel aus gemeinsamen Kindertagen in Porto den Verein verlässt. „Für mich ist das schlecht“, sagte Silva, „aber das Leben geht weiter“. Seine persönlichen Ziele hat Silva, der gerade seinen Vertrag bis 2023 verlängert hat, durchaus hoch gesetzt. „Ich will heute besser sein als gestern“, formuliert vorsichtig, aber klar, „ich will besser schießen und schneller rennen.“ Und so viele Tore erzielen wie möglich.

In der letzten Saison waren es wettbewerbsübergreifend sechzehn. Der Sturmpartner ist ihm dabei egal „Bei Bas (Dost) weiß ich, dass ich die zweiten Bälle holen muss, weil er die ersten gewinnt“, erklärt er, „bei Daichi (Kamada) muss ich in die Tiefe gehen, wenn er die Pässe spielt.“ So habe jeder Mitspieler seine Stärken, auf die es sich einzustellen gelte. Grundsätzlich wünscht sich Silva, was sich jeder Stürmer wünscht: „Ich würde mir viel mehr Bälle im Strafraum wünschen, damit ich mehr Tore schießen kann.“ Und was ist mit der Mannschaft? „Wir wollen alle mehr als letztes Jahr“, sagt er, „wir sind bereit, für Europa zu kämpfen“. Das Erreichen der Europa-League sei der „der Wunsch des gesamten Vereins.“

Am Samstag gegen Bielefeld

Da wäre es hilfreich, gleich am Samstag Aufsteiger Arminia Bielefeld zu besiegen. „Wir haben eine gute Chemie in der Mannschaft“, sagt Silva, „jetzt kommt es darauf an, gut zu starten“. Dabei werden die Frankfurter auf Evan Ndicka (21) verzichten müssen. Der Abwehrspieler hat sich eine nicht näher beschriebene Verletzung am linken Syndesmoseband zugezogen. Die Verletzung habe eine voraussichtliche Ausfalldauer von „mehreren Wochen“ zur Folge, hieß es in einer Presseerklärung. Ob eine Operation nötig sein wird, wurde nicht kommuniziert.

Als am Dienstag kurz vor dem Ende der öffentlichen Trainingseinheit mit Martin Hinteregger ein weiterer Innenverteidiger wegen einer Verletzung vorzeitig den Platz verließ, hat dies deutlich gemacht, wie schnell Vakanzen auf einzelnen Positionen auftreten könnten. Bei Hinteregger soll es sich allerdings „nur“ um eine Verstauchung des Sprunggelenks handeln. Das ist wohl jene Verletzung, die er sich vor knapp zwei Wochen bei der Nationalmannschaft zugezogen hat und die nun wieder Schmerzen bereitet.

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Von Peppi Schmitt