Eintracht: Trainer fürs erste Europacup-Spiel gesperrt

aus Eintracht Frankfurt

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Eintracht-Trainer Oliver Glasner. Foto: dpa

Am 16. September steht für Eintracht Frankfurt das erste Spiel der Europa-League an - das Coach Oliver Glasner nur von der Tribüne aus begleiten darf. Warum er gesperrt ist.

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FRANKFURT. Wenn die Frankfurter Eintracht am 16. September (Auslosung 27. August) zum ersten Europa-League-Spiel dieser Saison antreten wird, muss ihr neuer Trainer von der Tribüne aus zuschauen. Der europäische Verband UEFA hat Oliver Glasner (46) für eine Partie gesperrt.

Sperre geht auf Glasners Zeit beim VfL Wolfsburg zurück

Der Grund liegt in Glasners Zeit beim VfL Wolfsburg. Gleich dreimal waren die „Wölfe“ jeweils zur zweiten Halbzeit von Europacup-Spielen zu spät auf den Platz zurückgekehrt. Nach zweimaligen Verwarnungen wurde schließlich nach dem dritten Vorkommnis anlässlich des Spiels gegen AEK Athen eine Strafe gegen den VfL (15.000 Euro) und den verantwortlichen Trainer Glasner (5000 Euro und ein Spiel Sperre) ausgesprochen. Der Klub hatte die Strafe im letzten Herbst akzeptiert, sie aber offenbar nicht seinem Trainer kommuniziert. Als Glasner davon erfuhr, hatte er versucht Einspruch einzulegen, doch die Frist war verstrichen. Als erstes hatte darüber der „Kicker“ berichtet.

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Derweil arbeitet Sportvorstand Markus Krösche weiter intensiv am Kader. Aus den Vollen schöpfen kann er dabei nicht, auch wenn mit den Ablösesummen von André Silva (23 Millionen Euro), Adi Hütter (7,5 Millionen Euro) und Fredi Bobic (2,5 Millionen Euro) schon weit über 30 Millionen Euro erlöst wurden. Doch um die Corona-Verluste der letzten eineinhalb Jahre aufzufangen, soll Krösche auf Wunsch des Aufsichtsrates noch weitere Einnahmen generieren.

Erst dann kann er noch weitere Spieler nach dem ablösefreien Santos Borré holen. Kandidaten für Abgänge gibt es einige, genauso wie für mögliche weitere Zugänge. Nach wie vor ist nicht klar, ob die Eintracht den Wunsch von Trainer Glasner erfüllen und Filip Kostic halten kann. Offen ist auch ob Daichi Kamada bleiben wird. Bei einem guten Angebot, ab 15 Millionen Euro aufwärts, wäre die Eintracht wohl nicht abgeneigt den Japaner abzugeben. Und sollte das Interesse einiger europäischer Klubs an Steven Zuber nach dessen starken Leistungen bei der EM über lockere Anfragen hinausgehen, wäre auch da ein Verkauf mit einer Millionen-Ablöse nicht ausgeschlossen.

Klare Vorstellungen haben die Frankfurter über mögliche Verstärkungen. Für die linke Seite haben sie Jens Petter Hauge vom AC Mailand ins Auge gefasst. Für den 21 Jahre alten norwegischen Nationalspieler soll Sportboss Krösche bereits ein offizielles Angebot unterbreitet haben. Dem Vernehmen nach sollen die Vorstellungen von Milan (15 Millionen Euro gefordert) und der Eintracht (sieben Millionen Euro geboten) aber noch weit auseinander liegen. Ein Kandidat fürs offensive Mittelfeld als Nachfolger für Kamada ist Jesper Lindström vom dänischen Meister Bröndby IF. Der Klub hat eine Börsenmitteilung herausgegeben und den bevorstehenden Wechsel angekündigt, freilich ohne explizit die Eintracht als Abnehmer zu nennen. Das haben dänische Medien getan. Der 21 Jahre alte Offensivspieler, der in der vergangenen Saison zehn Tore in 29 Ligaspielen erzielt hatte, soll die Eintracht demnach eine Ablösesumme von sieben Millionen Euro kosten.

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Eintracht testet am Samstag gegen SV Wehen Wiesbaden

Ablösefrei gekommen ist schon im Frühjahr Ali Akman (19) von Bursaspor aus der Türkei. Seitdem trainiert er in Frankfurt mit. Am Samstag beim Testspiel gegen den SV Wehen-Wiesbaden wird er zum ersten Mal das Trikot mit dem Adler tragen. „Ich warte sehnsüchtig darauf“, sagte er in einem Pressegespräch am Mittwoch, „aber ich bin auch ganz schön aufgeregt.“ Der schmächtige Juniorennationalspieler (1,73 m groß, 66 kg schwer) sieht sich als Innenstürmer, „am liebsten neben einem anderen großen Angreifer“. Dass er gut mit dem Ball umgehen kann, hat er in den Trainingseinheiten längst bewiesen. „Ich bin schnell und kriege trotz meiner Größe auch einen Kopfball hin“, sagt er selbstbewusst.

Dass die Konkurrenz im Eintracht-Angriff auch ohne weitere Neue schon groß ist, weiß er genau. Darum schließt Akman auch nicht aus, dass er um Spielpraxis zu sammeln einen Umweg gehen muss, um langfristig Fuß zu fassen in der Bundesliga. Ein Ausleihgeschäft ist möglich. „Ich bin ein Realist und kein Träumer“, sagt er, „das werde ich mit den Verantwortlichen besprechen.“ Zunächst einmal will aber seine Chance suchen und den neuen Trainer von seinen Qualitäten überzeugen.

Von Peppi Schmitt