Kaderplaner Ben Manga verlängert bei Eintracht Frankfurt

aus Eintracht Frankfurt

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Fredi Bobic (li.) und Ben Manga im Trainingslager von Eintracht Frankfurt in Abi Dhabi 2017. Archivfoto: Jan Huebner

Chefscout und Kaderplaner Ben Manga soll nun zusätzliche Aufgaben bei der Eintracht übernehmen. Wichtig ist dies vor allem wegen des anstehenden Abschieds von Bruno Hübner.

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FRANKFURT. Eine turbulente Woche geht für die Frankfurter Eintracht mit dem Heimspiel am Samstag (15.30 Uhr) gegen den VfB Stuttgart zu Ende. Nachdem Sportvorstand Fredi Bobic öffentlich seinen Weggang zum Ende der Saison forciert und damit für mächtig Unruhe gesorgt hat, haben die Frankfurter nun die Vertragsverlängerung mit dem seitherigen Chefscout Ben Manga (47) bis zum 30.Juni 2026 bekanntgegeben. Das ist durchaus als Signal zu werten, dass die von Bobic eingeleitete Politik auch ohne Bobic fortgesetzt werden wird. Und es schiebt möglichen Versuchen anderer Klubs oder von Bobic selbst, Manga abzuwerben, einen Riegel vor. Mit dem Spiel gegen den VfB liegt es nun an der Mannschaft, diesem positiven Signal ein weiteres hinzuzufügen, „Wir haben eine historische Chance“, sagt Trainer Adi Hütter, „wir wollen versuchen, bis zum Schluss um die Champions-League-Plätze zu kämpfen.“

Hütter lobt „unorthodoxes Spiel“ des kommenden Gegners

Der Plan an diesem 24.Spieltag ist wie gemalt für die Eintracht – wenn sie denn ihre eigenen Hausaufgaben macht. Verfolger Borussia Dortmund muss beim FC Bayern München antreten, die direkte Konkurrenz aus Mönchengladbach und Leverkusen spielt gegeneinander. Die Eintracht bietet sich also die Gelegenheit vor den schweren Wochen mit den Auswärtsspielen in Leipzig, Dortmund, Leverkusen und Mönchengladbach, sich noch ein wenig Punktespeck anzufuttern. In den Überlegungen des Trainers spielen die Konkurrenz und die nächsten Spiele nur eine untergeordnete Rolle. „Unser Fokus gilt alleine dem VfB Stuttgart“, sagt er, „wir müssen wieder so spielen wie vor Bremen“.

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Akribisch haben sich die Frankfurter auf die Schwaben und deren, so Hütter „unorthodoxes Spiel“ vorbereitet. Das Tempo vieler VfB-Profis und die Art und Weise, wie sein Kollege Pellegrino Matarazzo spielen lässt, haben es dem Eintracht-Trainer angetan. „Mir gefällt, wie sie in Stuttgart mit ihrer Mannschaft umgehen“, lobt Hütter, das Team sei ein „Spiegelbild des Trainers.“ Er erwartet den VfB „offensiv wie immer“ und damit ein ganz anderes Spiel als zuletzt in Bremen. „Werder hat nur zwei Busse vorm Tor geparkt“, blickt er durchaus enttäuscht zurück, „Stuttgart spielt ganz anders, das wird hochinteressant.“ Sogar ein „Torspektakel“ sei möglich. Freilich: Prophezeiungen dieser Art werden dann manchmal doch von der Realität überholt. Größere personelle Probleme hat der Frankfurter Trainer nicht. Gleich 22 Spieler hat Hütter mit ins Hotel genommen, also den kompletten Kader. Auch der Brasilianer Tuta, der sich unter der Woche mit muskulären Problemen geplagt hat, ist dabei.

Gelson Fernandes und Pirmin Schwegler als Bobic-Nachfolger im Gespräch

Währenddessen arbeiten Aufsichtsrat und Vorstand weiter daran, die personellen und organisatorischen Strukturen für die Zukunft neu zu ordnen. Ben Manga wird nach der Vertragsverlängerung zusätzliche Aufgaben übernehmen und zukünftig als Direktor Profifußball tätig sein. Die Position des Sportdirektors, die bislang Bruno Hübner bekleidet hatte, der zum Saisonende aufhört, wird gestrichen. Dafür gibt es einen Technischen Direktor, der administrativen Aufgaben übernehmen und direkt an der Mannschaft arbeiten soll.

Die ehemaligen Spieler Gelson Fernandes und Pirmin Schwegler gelten als aussichtsreiche Kandidaten. „Die Besetzung wird bis zum Saisonende erfolgen“, heißt es in einer Pressemitteilung. Wichtiger Hinweis: Cheftrainer Adi Hütter werde auch in Zukunft weiter direkt dem Sportvorstand unterstellt sein. Der muss ja nach dem voraussichtlichen Abgang von Fredi Bobic erst noch gefunden werden.

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Bobic: „Starkes Zeichen für die Zukunft"

„Wir haben in den vergangenen Jahren bei der Eintracht viel bewirkt und aufgebaut“, sagte Manga nach der Unterschrift „ich identifiziere mich total mit der Philosophie der Eintracht und sehe weiterhin gute Entwicklungsmöglichkeiten für den Klub.“ Mit den Verantwortlichen habe er „hervorragenden Gespräche“ geführt. Manga: „Die Eintracht ist stabil und kompetent aufgebaut – und das ist eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Zukunft.“ Nach Aussage des scheidenden Sportvorstandes sei Manga von Topklubs umworben worden. „Bens Gespür für Talente und seine Beobachtungsgabe sind sehr ausgeprägt und werden sich in der neuen Struktur noch besser entfalten“, sagte Bobic, „für den Klub ist die Vertragsverlängerung ein sehr starkes Zeichen für die Zukunft.“