Mainz-05-Gegner VfB Stuttgart arbeitet an der Disziplin

aus Mainz 05

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Stuttgarts Trainer Bruno Labbadia.

Der neue Trainer Bruno Labbadia hat seine Vorstellungen, wie er den VfB Stuttgart aus dem Tabellenkeller führen will. Wir erklären, worauf sich der FSV Mainz 05 einstellen muss.

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Mainz. Fußball-Bundesligist VfB Stuttgart hat in den vergangenen Wochen und Monaten auf der Führungsebene nahezu alles umgekrempelt. Im Kader hat sich wenig verändert. Die Spielweise unter dem neuen Trainer Bruno Labbadia? Das wird für den Gast FSV Mainz 05 am Samstag um 15.30 Uhr bis zum Anpfiff eher ein Überraschungs-Ei bleiben.

Der VfB Stuttgart hat den Sportdirektorenposten neu besetzt. Sven Mislintat, der im Scouting als Perlenfischer bekannt ist, mit seiner ausgesprochen selbstbewussten Art – mache sprechen da eher schon von Arroganz –, im Klub aber oft angeeckt ist, wurde ersetzt durch den menschlich kompatibleren und als Teamarbeiter auftretenden Fabian Wohlgemuth vom SC Paderborn. Der hatte bis jetzt wenig Zeit und wenig finanzielle Mittel, um am Kader zu schrauben.

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Der neue Trainer

Dem erfahrenen Bruno Labbadia wird nachgesagt, dass er halbtote Mannschaften wiederbeleben kann. In der VfB-Mannschaft steckte unter Vorgänger Pellegrino Matarazzo viel Talent, eine gute spielerische Qualität und viel Tempo nach vorne. Aber es mangelte an der emotionalen Geschlossenheit, auch an der Disziplin im Miteinander. Der in Details versessene Labbadia, der schon mal bis zu zwei Stunden andauernde Analysesitzungen abhält, hat in der Vorbereitung einen Schwerpunkt gelegt auf Disziplin, Gruppendynamik, Fitness und Aggressivität gegen den Ball. Mit harter Hand und klaren Ansagen. Mit lauter Stimme und ausladender Gestik kurbelt der gebürtige Darmstädter auch ausgiebig am Motivations-Schwungrad.

Die Spielweise

Hohe Laufbereitschaft, Dominanz über Zweikampfschärfe, enge Abstände zwischen den Linien, Umschalttempo. Teamgeist, physische Intensität, eine gut organisierte Defensive und Konterstärke über die Flügel sollen die Basis sein im Kampf gegen den Abstieg. Die Grundordnung läuft wohl auf ein 4-3-2-1 hinaus.

Die Mannschaft

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Personell hat sich da unter Labbadia in den Testspielen nicht viel verändert. Der im September verpflichtete Innenverteidiger Dan-Axel Zagadou (früherer Dortmunder) fällt mit Bänderriss länger aus. Der mit seinen Flanken überragende Linksverteidiger Borna Sosa hat nach Leistenproblemen noch Trainingsrückstand. Der Kroate wird gegen die 05er wohl ersetzt werden durch den leichtfüßigen japanischen Defensivspieler Hiroki Ito (bislang Innenverteidiger oder Sechser). Das Konterspiel tragen die enorm antrittsschnellen und dribbelstarken Flügelstürmer Silas (23) und Tiago Tomas (20), die beide über die Halbspur auch torgefährlich werden. Endabnehmer im Strafraum ist der 1,87 Meter große Sehrou Guirassy (26), früherer Kölner, der zuletzt bei Stade Rennes ordentlich getroffen hat. Im September kam der kopfballstarke Franzose zum VfB, bislang vier Bundesligatore sind eine gute Ausbeute. Für die Balleroberungen im Mittelfeld zuständig ist der lauf- und kampfstarke Japaner Wataru Endo (29).