Mainz 05 mahnt: „Vergesst uns nicht”

aus Mainz 05

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Robin Quaison beim Spiel gegen Augsburg, das mit einer Niederlage endete. Foto; Hasan Bratic/rscp-photo

Sportvorstand Rouven Schröder will den FSV Mainz 05 trotz schweren Restprogramms im Abstiegskampf nicht abgeschrieben wissen und verweist auf den 2:1-Coup in Dortmund vor zwei...

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MAINZ. Die Woche am Bruchweg begann anders als andere. Keine tief greifende Analyse des jüngsten Spiels, keine lange Aufarbeitung des enttäuschenden, weil ertraglosen Augsburg-Erlebnisses. Sondern: sofortige Besinnung auf die kommende Aufgabe. Und die heißt für Fußball-Bundesligist Mainz 05, anders als man mit Blick in den Blätterwald vermuten mag, nicht Werder Bremen. Nein, das Kellerduell steht erst am Samstag an. Am Mittwoch führt die Reise zunächst zu Borussia Dortmund, von vielen Journalisten, Fans und Experten mit Blick aufs Mainzer Restprogramm beinahe unterschlagen. Weil hier zu punkten für die meisten nahezu unmöglich erscheint.

Rouven Schröder tritt dieser Einschätzung mit Macht entgegen, macht in einer Gesprächsrunde am Montag zwei Dinge klar: Schreibt uns nicht ab. „Vergesst uns nicht.“ Und: Vergesst nicht, vor zwei Jahren hat Mainz 05 hier mit einem 2:1 schon einmal den Ligaverbleib klar gemacht. „Da waren genügend aktuelle Spieler von uns dabei. Das Gänsehauterlebnis und die Bilder nutzen wir in der Vorbereitung nun zur Motivation“, sagt Schröder.

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Feiner Unterschied: Beim Auswärtssieg damals war der Mainzer Fanblock voll. Am Mittwoch wird er verwaist sein. Im Abstiegskampf den Schulterschluss mit den Anhängern zu suchen, zeichnete die 05er in den Saisonfinals in den vergangenen Spielzeiten aus. Das Zusammenrücken „ist ein elementarer Punkt“, der Schröder fehlt. „Das betrifft aber alle, auch Düsseldorf und Bremen.“

„Die Berichterstattung spornt uns an“

Die Rheinländer und Nordlichter sind seit dem Wochenende die einzigen verbliebenen Konkurrenten im Nicht-Abstiegskampf. Dass beiden trotz dreier Punkte Rückstand wegen ihres vermeintlich leichteren Restprogramms bessere Karten zugesprochen werden als den 05ern, passt Schröder nicht. Denn die eigenen Duelle gegen den BVB und gegen Leverkusen am letzten Spieltag will er nicht abgeschenkt wissen. Auf ein einziges Abstiegsendspiel gegen Bremen am Samstag will er sich nicht auf festnageln lassen. „Die Berichterstattung spornt uns an“, meint Schröder, sagt aber gleichzeitig auch: „Wir müssen uns frei machen von Aussagen wie: ,Düsseldorf und Bremen holen noch sechs Punkte und wir keinen mehr’.“

Der Sportvorstand macht klar: Trotz zuletzt misswirtschaftlichen Aufwands-Ertrags-Verhältnisses, „darf der Glaube nicht schwinden. Auf den kommt es im Sport an“. Auch wenn Schröder sieht, dass der BVB aktuell „sehr konstant spielt“, und auch wenn er wie alle weiß, dass die 05er in dieser Saison gegen Topteams kaum Land sahen, sagt er: „Wir sind total kämpferisch.“ Die Augsburg-Partie habe gezeigt, dass „die Mannschaft das Spiel zu 100 Prozent lebt“. Wenn nun der Glaube nicht unter dem Misserfolg leidet, „geht auch die Murmel wieder rein“, gibt sich Schröder optimistisch. Restprogramm hin oder her.

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Von Nils Salecker