Neuer starker Mann bei Eintracht Frankfurt

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Nach acht Jahren im Aufsichtsrat und fünf Jahren als Vorsitzender des höchsten Gremiums zieht sich Wolfgang Steubing ins Privatleben zurück. Archivfoto: dpa

Wolfgang Steubing steht dem hessischen Bundesligisten als Aufsichtsratsvorsitzender nicht mehr zur Verfügung. Sein Nachfolger ist kein Unbekannter.

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FRANKFURT. Der Aufsichtsrat der Frankfurter Eintracht wird am Dienstag einen neuen Vorsitzenden wählen. Der 70 Jahre alte Wolfgang Steubing, der das Amt zuletzt fünf Jahre innehatte, steht nicht mehr zur Verfügung. Designierter neuer starker Mann im höchsten Gremium der Eintracht ist Philip Holzer. Der 54 Jahre alte Investmentbanker gehört dem Aufsichtsrat bereits seit 2009 an, betritt also alles andere als Neuland. „Wir stehen vor einer herausfordernden Zeit“, sagt Holzer, der den Namen des Gremiums wörtlich nehmen will: „Aufsicht führen und dem Vorstand beratend zur Seite stehen.“ Holzer will die Arbeit seines Vorgängers fortsetzen, „Kontinuität und Stabilität“ wahren, aber auch eigene Akzente setzen, „wenn ich denn gewählt werde.“ Daran aber gibt es keine Zweifel, der aktuell noch neunköpfige Aufsichtsrat hat sich schon vor einiger Zeit auf Holzer geeinigt. Ins operative Geschäft wird der Neue sich im Gegensatz zu seinem Vorgänger zumindest öffentlich nicht einmischen.

Philip Holzer wurde am 8. Januar 1966 in München geboren, hat von 1986 bis 1992 ein Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Goethe-Universität in Frankfurt absolviert. Von 1992 bis 2014 war er als Investmentbanker in New York, London und Frankfurt tätig, von 2009 bis 2014 in leitender Position bei der Investmentbank „Goldman Sachs“ als Vorstand und Co-Chef für Deutschland, die Schweiz und Österreich. Mit Zahlen kennt sich der Mann also aus. In seinen Genen liegt freilich auch eine Affinität zu den freien Medien, sein Vater Werner Holzer war von 1974 bis 1992 Chefredakteur der Frankfurter Rundschau.

Philip Holzer, einst Torwart bei der Spvgg. Bad Homburg, engagiert sich in vielen sozialen Projekten in der Frankfurter Stadtgesellschaft. „Sport im Allgemeinen und Fußball im Besonderen können einen wichtigen Beitrag zur Integration von Kindern und Jugendlichen leisten kann und damit auch zum Zusammenhalt einer auseinandertriftenden Gesellschaft“, gehört zu seinen Grundüberzeugungen.

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Am Fußball schätzt er die verbindende, integrative Wirkung: „Beim Fußball sind alle gleich. Fußball ist ein Türöffner. Fußball ist ein Klebstoff für eine auseinandertriftende Gesellschaft.“ Die Eintracht habe eine hohe Außenwirkung für die Stadt. „Es gibt drei große Themen, die im Ausland Wirkung haben: Der Flughafen, der Finanzplatz und Eintracht Frankfurt“, hat er mal gesagt, „wir müssen es schaffen, diese Mischung aus Tradition und Internationalität aufs Parkett zu bringen. Das ist ein Pfund, mit dem wir wuchern können.“

Von Peppi Schmitt