Schwacher Auftritt: Mainz 05 verliert in Fürth

aus Mainz 05

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Der Fürther Timothy Tillman (M) kämpft mit den Mainzern Leandro Barreiro (l) und Stefan Bell um den Ball.  Foto: Daniel Karmann/dpa

Erneut auswärts. Und diesmal gegen den Tabellenletzten. Mainz 05 musste sich bei der Spvgg. Greuther Fürth 1:2 geschlagen geben. Unverdient war das nicht – aus mehreren Gründen.

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FÜRTH. Schon wieder auswärts. Fußball-Bundesligist FSV Mainz 05 – seit dem zehnten Spieltag in der Fremde ohne Sieg – musste sich bei Tabellenschlusslicht Spvgg. Greuther Fürth 1:2 geschlagen geben. Daran vermochten auch Jeremiah St. Juste, Jonathan Burkardt und Aaron nichts zu ändern, die bei der 1:3-Pokalniederlage beim VfL Bochum eine Pause erhalten hatten und in Fürth wieder von Beginn an mitmischten. Weil Cheftrainer Bo Svensson seine Gelbsperre absaß, coachte Co-Trainer Babak Keyhanfar das 05-Team und gab an der Seitenlinie den Ton an. Der 36-Jährige leitete sein Team zwar akribisch an. Die Umsetzung seiner Anweisungen gelang den 05-Profis jedoch über weite Strecken der Partie nicht.

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Es war das erwartet zähe Spiel bei zuletzt erstarkten Fürthern, die den besseren Start in die Partie erwischten. So erspielten sich die Hausherren die erste Torchance der Partie. Jamie Leweling setzte sich auf der rechten Außenbahn gegen Stefan Bell durch und flankte flach ins Zentrum, wo das Spielgerät zunächst keinen Abnehmer fand. Doch am langen Pfosten lauerte Jetro Willems und zog aus knapp zwölf Metern ab. 05-Keeper Zentner parierte den Schuss aus kurzer Distanz (8.). Nur wenige Minuten später belohnten sich die Franken für ihre starke Anfangsphase.

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Mainz 05 offenbarte im defensiven Mittelfeld riesige Lücken, wodurch Jeremy Dudziak nach einem simplen Steckpass von Paul Seguin frei vor Robin Zentner stand und eiskalt blieb (12.). Dass die 05er nicht hellwach waren, zeigte sich auch bei dem naiven Ballverlust von Aaron, der nur wenige Meter vor dem Mainzer Sechzehner ins Dribbling ging. Moussa Niakhaté bereinigte die Situation per Foulspiel – zunächst. Beim anschließenden Freistoß aus rund 20 Metern und halbrechter Position beförderte Jetro Willems das Leder gefährlich in Richtung des linken Pfostens, scheiterte aber erneut an Zentner (16.).

Suchten die Rheinhessen mal den Weg nach vorne, dann in den meisten Fällen über die Außenbahnen. Die zu vorhersehbaren Kombinationsversuche bereinigte die Fürther Abwehr allerdings ohne Anstrengung. Die erste vielversprechende Gelegenheit zum Ausgleich hatte Karim Onisiwo, dem der Ball nach einer chaotischen Situation im Strafraum der Franken vor die Füße fiel. Der Abschluss des Österreichers stellte jedoch kein Problem für Fürth-Keeper Sascha Burchert dar (21.).

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Ballverluste, Fehlpässe, Unkonzentriertheiten: Spielerisch gelang Gästen lange nichts. Dann eben mit der Brechstange – Das dachte sich wohl Anton Stach, der einen Freistoß aus rund 25 Metern mit Wucht an die Querlatte zimmerte (29.). Eher glücklichen Ursprungs war die Torchance von Jonathan Burkardt (35.), der nach einem Zuspiel von Jae-sung Lee, das eigentlich für Karim Onisiwo bestimmt gewesen war, von einem Stellungsfehler von Jetro Willems profitierte und unbedrängt auf Burchert zulief, im Fürther Torwart aber seinen Meister fand. Glücklich oder nicht – die Rheinhessen schienen etwas Selbstvertrauen zu schöpfen. Nur wenig später setzte sich Karim Onisiwo auf der rechten Seite durch und flankte auf den mittig positionierten Jae-sung Lee, dessen Kopfball jedoch ungefährlich blieb (37.).

Gegen Ende der ersten Halbzeit nahm Mainz 05 das Zepter zunehmend in die Hand. Als Jonathan Burkardt auf seinen Vorstoß über den linken Flügel eine flache Flanke folgen ließ, schob Fürth-Verteidiger Willems das Leder beinahe ins eigene Tor. Erneut krachte die Kugel an die Querlatte (41.). Drei Minuten später war es Burkardt selbst, der nach einem Doppelpass mit Aaron abschloss, im Grätschen aber rechts am Tor vorbeizielte.

Zerfahren blieb die Partie auch nach dem Seitenwechsel. Was ebenfalls gleich blieb: Die zweite Halbzeit begann – genau wie die erste - mit einem Ausrufezeichen der Kleeblätter. Jeremy Dudziak spitzelte den Ball per Hacke frech weiter zu Jamie Leweling, der innerhalb des Sechzehners schießen durfte (52.). Einmal mehr rettete Robin Zentner seine 05er und klärte zum Eckball – der ungefährlich blieb. In der 66. Spielminute war allerdings auch der Mainzer Schlussmann machtlos. Nach einem perfekt gespielten Steckpass von Paul Seguin spielte Jeremy Dudziak den Ball scharf in die Mitte, wo Stefan Ball seinen linken Fuß nicht rechtzeitig wegziehen konnte und per Eigentor den 0:2-Rückstand besorgte.

Babak Keyhanfar reagierte umgehend, stellte auf eine defensive Viererkette um und wechselte gleich zweimal: Alexander Hack und Jean-Paul Boetius betraten das Spielfeld. Unglücksrabe Stefan Bell und Aaron hatten Feierabend. Kapitän Moussa Niakhaté verteidigte fortan die linke Seite. Die Meinzer setzten auf einen zusätzlichen Mann im Mittelfeld. In der 72 Spielminute wechselte Keyhanfar erneut. Der Ex-Fürther Anton Stach und Jae-sung Lee machten Platz für Kevin Stöger und Paul Nebel. Wenig später ersetzte Daniel Brosinski den unauffälligen Silvan Widmer (80.). Dem (ohnehin kaum vorhandenen) Spielfluss zuträglich waren die vielen Auswechslungen nicht mehr. Doch darum ging es auch nicht.

Mit frischen Akteuren auf dem Rasen läuteten die Rheinhessen die Schlussoffensive ein. Das Ergebnis: Eine Flanke von Paul Nebel auf Onisiwo, dessen Kopfball aber rechts am Fürther Tor vorbei flog (82.) – nicht zwingend genug. Ganz im Gegenteil zur Spvgg. Greuther Fürth. Denn in der 87. Spielminute erhöhte der eingewechselte Havard Nielsen für die Franken nach einer sehenswerten Kombination beinahe auf 3:0, traf das Leder bei seinem Abschluss aber nicht wie geplant. In der Nachspielzeit korrigierte 05-Stürmer Karim Onisiwo das Ergebnis aus Mainzer Sicht auf 1:2. Doch der Treffer kam zu spät, löste beim FSV kaum noch Hoffnungen aus. Letztlich verloren die Rheinhessen 1:2. Unverdient war das nach einem erneut enttäuschenden Auswärtsspiel nicht.