Wechsel im Aufsichtsrat bei Eintracht Frankfurt

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Nach acht Jahren im Aufsichtsrat und fünf Jahren als Vorsitzender des höchsten Gremiums zieht sich Wolfgang Steubing ins Privatleben zurück. Archivfoto: dpa

Dem Frankfurter Fußballclub steht eine ereignisreiche Woche bevor. Neben personellen Neuerungen in der Chef-Etage soll auch die mögliche Zulassung von Zuschauern besprochen werden.

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FRANKFURT. Die Frankfurter Eintracht startet in dieser Woche nicht nur in eine neue sportliche Saison, sondern auch in eine neue Ära der Klubführung. Nach acht Jahren im Aufsichtsrat (AR) und fünf Jahren als Vorsitzender des höchsten Gremiums zieht sich Wolfgang Steubing ins Privatleben zurück. Neben dem 70 Jahre alte Steubing stellt sich auch Reinhard Gödel (72) nicht mehr zur Wahl für den aktuell neun Personen umfassenden AR, der nun verkleinert wird. Als Favorit auf die Nachfolge Steubings gilt der 54 Jahre alte Philip Holzer, von 2009 bis 2014 Vorstand und Co-Chef des Investmentbanking- und Wertpapierhandelsunternehmen Goldman Sachs Deutschland, Österreich & Schweiz. Holzer gehört dem Aufsichtsrat der Eintracht bereits seit einem Jahrzehnt an. Steubing soll freilich nicht so ganz gehen. Vereinspräsident Peter Fischer will den Antrag stellen, den scheidenden Börsenunternehmer zum „Ehrenvorsitzenden des Aufsichtsrates“ zu ernennen. Diese Position kann nur durch eine Satzungsänderung geschaffen werden.

Die Hauptversammlung der „Eintracht Frankfurt Fußball AG“ wird am Dienstag stattfinden. Dabei werden die drei Vorstandsmitglieder Fredi Bobic (Sport), Axel Hellmann (Allgemein und Marketing) und Oliver Frankenbach (Finanzen), die für die operativen Entscheidungen verantwortlich zeichnen, dem Kontrollgremium die aktuelle Situation der Eintracht im Detail schildern. Am Abend hat der Klub dann ehemalige Wegbegleiter und Freunde Steubings zu einer Abschiedsfeier eingeladen, unter anderem den früheren Vorstandsvorsitzenden Heribert Bruchhagen, den früheren Eintracht-Coach Armin Veh und DFB-Präsident Fritz Keller.

Zuschauerfrage bringt Probleme mit sich

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Mit Spannung werden der alte und der neue Aufsichtsrat auch der Planungen der Eintracht zu einer möglichen Zulassung von Zuschauern bei den ersten Spielen der neuen Saison entgegenblicken. Laut Vorstand Axel Hellmann plant der Klub gemäß dem Leitfaden der Deutschen Fußball-Liga (DFL) zwischen 15.000 und 24.000 Zuschauer für den „Deutsche Bank Park“ zuzulassen. Die genaue Zahl ist abhängig von Gesprächen und Vereinbarungen mit dem Gesundheitsamt. Da die Eintracht alleine knapp 30.000 Dauerkartenbesitzer hat, wird die Verteilung der Tickets zu einer von vielen großen Herausforderungen. „Das konkrete Vergabeverfahren werden wir mit der organisierten Fanszene besprechen, also mit den Vertretern der Fanklubs, der Fanabteilung, der Nordwestkurve und den Ultras“, kündigte Hellmann im „Kicker“ an. Keinesfalls will die Eintracht den Vergabeprozess an einen etwaigen Verzicht bei Rückerstattungen koppeln, wie es andere Bundesligaklubs vorhaben.

Schwieriger noch als die Kartenvergabe könnte sich aus Sicht der Eintracht die An- und Abreise der Fans, sowie der Eintritt in die Arena gestalten. „Wir hoffen in etwa zwei Wochen detailliert mit Stadt und Vertretern des ÖPNV unsere Planungen abschließen zu können", sagt Hellmann. Die DFL rät in ihrem Leitfaden zu speziell getaktetem öffentlichem Nahverkehr, in den Sommermonaten auch zu vermehrter Anreise mit Fahrrädern und E-Scootern. Lauf DFL-Konzept sollen die Zuschauer über konkret zugewiesene Zeitfenster ins Stadion gelangen, um Schlangen zu vermeiden. Die Eintracht sucht nun nach speziell auf die Frankfurter Verhältnisse zugeschnittene Lösungen.

Ein von der DFL zur Diskussion gestelltes generelles Alkoholverbot sieht Hellmann durchaus skeptisch. „Es ist vielleicht gut gedacht, verlagert aber das Problem möglicherweise vor die Stadiontore“, sagt er, „zudem wollen wir nach Spielschluss Schlangen an den Ausgängen vermeiden, da ist es sicher nicht falsch, wenn die Leute noch ein Bier trinken können.“ Nicht nur bei den Personalplanungen für den Bundesliga-Kader ist die Eintracht also gefordert, gerade auch im administrativen Bereich muss der Klub Lösungen finden.

Von Peppi Schmitt