Aufwärtstrend geht weiter: FCK deklassiert Havelse

aus 1. FCK

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Ein oft gesehenes Bild: Der FCK versammelt sich bereits vor der Pause viermal zur Jubeltraube. Foto: imago

Von wegen Torflaute. Der 1. FC Kaiserslautern fährt beim Aufsteiger den höchsten Sieg der eigenen Drittliga-Historie ein.

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KAISERSLAUTERN. Wer noch auf einen Befreiungsschlag des 1. FC Kaiserslautern gewartet hatte, sollte jetzt beruhigt sein. Mit einem 6:0 (4:0)-Auswärtssieg bei Aufsteiger und Schlusslicht TSV Havelse feierten die Roten Teufel am Samstag nicht nur den dritten Sieg in Folge, sondern auch den höchsten der eigenen Drittliga-Historie. Die Gastgeber, die zuletzt selbst zwei Siege eingefahren hatten und selbstbewusst ins Spiel gingen. Die Pfälzer zogen Havelse aber früh den Zahn und fuhren durch Treffer von Marlon Ritter (11.), Hendrick Zuck (17.), Mike Wunderlich (30.), Philipp Hercher (44.) und Daniel Hanslik (48./56.) einen ungefährdeten Sieg ein.

Felix Götze ersetzt Sessa

FCK-Trainer Marco Antwerpen musste wie erwartet seine Erfolgself auf einer Position umstellen. Für den erkrankten Nicolas Sessa durfte Felix Götze sein Startelf-Comeback feiern. Die zuletzt rotgesperrten Kenny Prince Redondo und Marvin Senger nahmen zunächst auf der Bank Platz. Und von dort aus sahen sie eine Anfangsphase zweier Mannschaften, die Mut getankt hatten. Yannik Jaeschke hatte per Kopf bereits in der ersten Minute die Gelegenheit für die Gastgeber.

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Wenig später muss FCK-Schlusmann Matheo Raab dann bei einem Versuch von Florian Riedel eingreifen (9.). Kaiserslautern blieb vom engagierten Auftritt des Aufsteigers aber unbeeindruckt und zeigte sich enorm effizient. Angefangen mit einem klasse Solo von Marlon Ritter, der einen nach vorne geschlagenen Ball von René Klingenburg zunächst artistisch annahm und sich so selbst vorlegte und unaufhaltsam auf das Tor zustürmte und zum 1:0 vollstreckte (11.).

Kraus und Hercher mit Köpfchen

Es war der Brustlöser für den FCK, den Havelse nun nicht mehr in den Griff bekam. Die Pfälzer waren in den Zweikämpfen, sicherten sich zweite Bälle und holten wichtige Standardsituationen heraus. So auch in der 17. Minute, als Hendrick Zuck einen Freistoß aus dem Halbfeld hereinbrachte, wo Kevin Kraus per Kopf auf 2:0 stellte. Die Roten Teufel schalteten nicht zurück, spielten weiter ruhig ihren Fußball. Nachdem Daniel Hansliks Chance noch von Norman Quindt im Havelser Gehäuse abgewehrt wurde, war Mike Wunderlich zur Stelle und staubte ungestört ab – 3:0 (30.). Doch damit nicht genug. Klingenburg verpasste noch eine gute Möglichkeit auf das nächste Tor (39.) – Philipp Hercher machte es dann besser. Nach einer Wunderlich-Ecke verlängerte Havelse den Ball unglücklich und Hercher war am langen Pfosten zur Stelle (44.). Mit einem 4:0 ging es in die Kabinen.

Hanslik beendet Torflaute gleich mit Doppelpack

Für die Gastgeber galt es nun, vor allem Schadensbegrenzung zu betreiben. Schnell war jedoch klar, dass der FCK nach der Pause nicht gewillt war, vom Gaspedal zu steigen. Vielmehr wollten die Roten Teufel, die zuvor in zehn Spielen lediglich auf acht eigene Treffer kamen, sämtliche Ladehemmungen zu beenden. So auch die von Torjäger Daniel Hanslik, der noch auf sein erstes Saisontor wartete. Das sollte sich schnell ändern.

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In der 48. Minute scheitere Wunderlich zunächst am Pfosten, Kaiserslautern setzte aber nach, Hercher flankte scharf von rechts und fand – natürlich – Hanslik, der im Fallen seinen ersten Saisontreffer markierte (48.). Wenig später scheiterte Zuck dann am stark reagierenden Quindt (52.). Dann durfte Innenverteidiger Boris Tomaik sein Können zeigen, packte aus der dritten Reihe einen Strahl aus, der an die Unterkante der Latte knallte und zurück ins Feld, wo erneut Hanslik lauerte – 6:0. (56.).

Nun wurde das Spiel tatsächlich ein wenig ruhiger und Antwerpen brachte mit Dominik Schad (62./für Ritter) und Muhammed Kiprit (67./ für Klingenburg) zwei frische Kräfte. In der 75. Minute legte er mit Simon Stehle, Julian Niehues und Neil Gibs (für Götze, Hanslik und Zuck) nochmals drei Spieler nach, die Spielpraxis gebrauchen können. In der 79. Minute wurde es dann wieder gefährlich. Kiprit und Stehle brachten einen Konter nach vorne, fanden Wunderlich, der jedoch am gut reagierenden Quint scheiterte. Viel mehr war nicht mehr, da der FCK nicht mehr die letzte Konsequenz mitbrachte und Havelse dann eben doch noch Schadensbegrenzung betrieb. Der FCK kann nun mit drei Siegen in Folge und 443 Spielminuten ohne Gegentor in die Länderspielpause gehen, wo dann am Mittwoch noch das Landespokalspiel bei der TuS Mechtersheim ansteht.

Von Tommy Rhein