Elfmeter-Slapstick und starke Joker: FCK schlägt Chemnitz

aus 1. FCK

Thema folgen
Über weiter Strecken war die Partie zwischen Kaiserslautern (rechts, Philipp Hercher) und Chemnitz zwar eng, aber ohne große Highlights. Foto: imago

Einer schwachen ersten Halbzeit und einem kuriosen Fehlschuss der Gäste ließ der 1. FC Kaiserslautern einen verdienten Heimsieg folgen.

Anzeige

KAISERSLAUTERN. Nun hat der 1. FC Kaiserslautern auch seinen ersten „echten“ Heimsieg des Kalenderjahres. Das 2:0 (0:0) gegen den Chemnitzer FC war jedoch ein hartes Stück Arbeit. Nach einer durchwachsenen ersten Halbzeit hätten die Pfälzer gut und gerne zurückliegen können, doch CFC-Stürmer Philipp Hosiner rutschte bei einem Foulelfmeter aus und ließ die Führung liegen (40.). Nach dem Seitenwechsel steigerten sich die Roten Teufel deutlich und Trainer Boris Schommers wechselte die richtigen Spieler ein. Die Jokertore von Lucas Röser (66.) und Manfred Starke (76.) besorgten schließlich den verdienten Sieg und einen weiteren Befreiungsschlag im Abstiegskampf.

FCK-Trainer Boris Schommers wechselte erneut vierfach in seiner Startelf. Dominik Schad, Kevin Kraus, Christian Kühlwetter und Hendrick Zuck kehrten für Andre Hainault, Alexander Nandzik, Lucas Röser (alle Bank) und Janik Bachmann (muskuläre Probleme) ins Team zurück. Und die Mannschaft schien gewillt, die Niederlage gegen Duisburg direkt aus den Kleider zu schütteln. Zumindest in den ersten fünf Minuten, denn die Pfälzer starteten druckvoll, versuchten wiederholt über das Zentrum in die Offensive zu kommen. Doch die Gäste stellten sich schnell darauf ein und die Partie verflachte zunehmend. Erst nach 21 Minuten wurde es dann vor beiden Toren kurz gefährlich. Zunächst sorgten Abstimmungsprobleme zwischen Kraus und Kapitän Carlo Sickinger für Unruhe im FCK-Strafraum, doch Keeper Lennart Grill war vor dem heraneilenden Chemnitzer Angreifer zur Stelle. Quasi im Gegenzug bediente Anas Bakhat im Angriff Florian Pick, dessen Versuch jedoch über das Tor flog.

Anzeige

Hosiner rutscht aus und schießt sich selbst an

Viel mehr kam über weitere Strecken der ersten Halbzeit von beiden Teams nicht. Der FCK überließ den Gästen jedoch auch zunehmend den Ball, was FCK-Trainer Schommers zu wütenden Zwischenrufen veranlasste. Auch als Timmy Thiele auf der rechten Seite durchsprintete, jedoch das Abspiel auf die mitgelaufenen Kühlwetter und Pick verpasste (37.). Danach wurde es kurios. Philipp Hosiner schickte Pascal Itter im FCK-Strafraum steil, Zuck brachte den Chemnitzer unfair zu Fall – Elfmeter (38.). Hosiner lief an, rutschte am Elfmeterpunkt aus und schoss sich dabei noch selbst an. Freistoß FCK statt 1:0 für Chemnitz. Die Pfälzer konnten sich glücklich schätzen. Auch in den Minuten danach, als eine kurze Druck- und Trotzphase der Sachsen schadlos an den Roten Teufel vorüberzog.

Schommers dürfte in der Kabine klare Worte gefunden haben, denn seine Mannschaft kam mit ordentlich Schwung in die zweite Halbzeit. Bakhat (49.), Hercher (50.) und Kühlwetter (51./54.) hatten gleich zu Beginn mehr Chancen als in der kompletten ersten Halbzeit beider Mannschaften. Doch wiederholt war Chemnitz-Torwart Jakub Jakubov zur Stelle. Die Gäste, die nun etwas müde wirkten, wurden durch einen abgefälschten Schuss von Taris Bonga gefährlich (57.). Gerade als der Zug der Anfangsminuten ein wenig schwand, reagierte Schommers und brachte mit Röser (für Thiele) einen frischen Angreifer (62.). Der Joker dankte es seinem Trainer. Bereits vier Minuten später schickte Pick Kühlwetter auf die Reise, der den eingelaufenen Röser bediente. Der Angreifer warf sich in den Ball und brachte den FCK – inzwischen verdient – mit 1:0 in Führung (66.).

Der nächste Wechsel, der nächste Treffer

Chemnitz gab sich jedoch keineswegs auf. Nachdem die Pfälzer den Ball nicht aus dem eigenen Sechzehner klären konnten, kam Dejan Bozic aus fünf Metern zur Riesenchance, doch seinen Kopfball konnte Grill mit einer starken Parade entschärfen (68.). Die Gäste versuchten nun nochmal alles, drückten die Pfälzer in die eigene Hälfte. Schommers reagierte erneut, besetzte das Zentrum mit Theo Bergmann und Manfred Starke neu (73.). Und fast hätte auch der nächste Joker gestochen, doch Bergmanns Abschluss auf wenigen Metern fehlte der Druck (75.). Das übernahm dafür der andere Einwechselspieler. Zuck spielte einen Sahne-Steilpass auf Starke, der frei vor Jakubov die Nerven behielt – 2:0, die Vorentscheidung (76.). Gegen Chemnitzer mit schweren Beinen konnten die Pfälzer nun noch besser kontern. Mit dem nächsten Versuch scheiterte Zuck jedoch an Jakubov (78.).

Im Anschluss war die Partie wiederholt wegen Behandlungen unterbrochen, was den Spielfluss deutlich lähmte. Schommers versuchte es zwar nochmals mit einem Doppelwechsel, doch die Hereinnahme von Hainault und Mohamed Morabet brachte keinen weiteren Schwung oder gar den dritten Treffer (87.). Den Trainer dürfte das aber wenig gestört haben, da seine Mannschaft das 2:0 souverän über die Zeit brachte und nun somit bei 44 Punkten steht. Ein wichtiger, wenn nicht gar der entscheidende Schritt, im Kampf um den Klassenerhalt. Am Dienstag geht es für die Roten Teufel dann mit dem Gastspiel bei Aufstiegskandidat Würzburger Kickers weiter (19 Uhr).

Anzeige

Von Tommy Rhein