Glanzloser Erfolg: FCK müht sich zu 1:0 gegen Lübeck

aus 1. FCK

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Marius Kleinsorge (links) kehrte gegen Lübeck in die FCK-Startelf zurück. Foto: imago

Lange sieht es nach einem trostlosen 0:0 aus, doch dann gelingt dem 1. FC Kaiserslautern der Lucky Punch – und der erste Heimsieg

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KAISERSLAUTERN. Da ist er also. Der erste Heimsieg. Auch wenn der 1. FC Kaiserslautern gegen den VfB Lübeck wahrlich nicht sein bestes Spiel ablieferte und lange Zeit offensiv ohne Ideen und Antrieb unterwegs war. Ein später Treffer von Marlon Ritter (88.) genügte, um den Aufsteiger mit 1:0 zu besiegen.

Jeff Saibene stellte personell um – und überraschte damit ein wenig. Erstmals seit Wochen starteten Elias Huth (für Marlon Ritter) und Marius Kleinsorge (für Hendrick Zuck). In der Innenverteidigung musste Kapitän Carlo Sickinger erneut passen und wurde wie bereits am Wochenende beim 1:1 in Halle durch Janik Bachmann ersetzt. Falls sich Saibene von seinen Umstellungen mehr Offensive erhofft hat, wurde er einmal mehr enttäuscht. Die ersten 20 Minuten verliefen ohne Höhepunkte – allerdings auf beiden Seiten. Das Spiel von reihenweise Ungenauigkeiten, Abspielfehlern und Ideenarmut geprägt.

Dann nahm die Partie endlich Fahrt auf. Zumindest kurz. Zunächst meldeten sich die Gäste an. Yannick Deichmann setzte sich klasse durch, zwang FCK-Torwart Avdo Spahic zu einer Parade, den Abpraller setzte Soufian Benyamina an den Außenpfosten (23.). Praktisch im Gegenzug kommt Bachmann nach einem Freistoß gefährlich zum Abschluss, stand aber ohnehin im Abseits (25.). Richtig eng wurde es dann jedoch als Kenny Prince Redondo nach Zuspiel von Kleinsorge den Pfosten traf (27.). Der Startschuss für eine endlich ansehnliche Partie? Nein! Der FCK fiel wieder ins vorherige Muster zurück, blieb passiv und ängstlich. Lübeck wartete ab. Als man bei eisigen Temperaturen schon den Halbzeitpfiff herbeisehnte, hatte Kleinsorge die nächste Chance. Seinen Schuss kratzte VfB-Kapitän Tommy Grupe aber von der Linie (45.).

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Als alles auf ein 0:0 hindeutet, schlägt der Joker zu

Saibene war sichtlich unzufrieden, wirkte bereits während der ersten Halbzeit wiederholt lautstark auf seine Mannschaft ein. Als der FCK dann auch die zweite Halbzeit ähnlich ideenlos anging, reagierte der Trainer, tauschte die komplette rechte Seite aus. Mit Anil Gözütok (für Philipp Hercher) und Zuck (für Kleinsorge) sollte das FCK-Spiel auch über diesen Flügel besser laufen. Saibenes Geduld wurde aber weiter auf den Prüfstand gestellt. Kaiserslautern und Lübeck präsentierten ein Spiel, das die Dritte Liga keineswegs als Werbefilm verwenden sollte. Es fehlte an allem. Nimmt man noch die Geisterspiel-Atmosphäre hinzu, könnte man fast von einschläfernd sprechen.

Aber es blieb ja noch die Schlussphase. Und die Partie war immerhin offen. Auch Saibene reagierte ein letztes Mal, brachte für die zehn Schlussminuten doch noch Marlon Ritter für den glücklosen Marvin Pourié. Nach vorne ging aber weiter weg. Stattdessen versuchten sich mal die Gäste. Ein Versuch von Patrick Hobsch wurde aber zur Ecke abgefälscht (83.). Zwei Minuten später war Spahic dann zur Stelle und parierte den nächsten Versuch von Hobsch. Der FCK reagierte und machte ein Tor, das wirklich überhaupt nicht in der Luft lag.

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Redondo eroberte den Ball im Aufbauspiel der Gäste, Zuck fand Ritter, dessen Ball auf Redondo bereits zu verhungern drohte. Doch der Linksaußen kam an die Kugel, flankte zurück zu Ritter und der machte den Treffer (88.). Glücklich, aber das interessierte beim FCK Niemanden. Stattdessen bejubelten alle den ersten Heimsieg nach verkrampften 90 Minuten. Bleibt abzuwarten, ob die Pfälzer daraus das nötige Selbstvertrauen ziehen können und auch am Sonntag bei Tabellenführer Saarbrücken bestehen zu können.

Von Tommy Rhein