Lilien kassieren in letzter Spielminute Gegentreffer zum 1:1

aus SV Darmstadt 98

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Im Jahnstadion in Regensburg spielten die Lilien am 19. Spieltags der 2. Bundesliga. Foto: Florian Ulrich

Unmittelbar vor dem Abpfiff glichen die Gastgeber von Jahn Regensburg durch ein Tor von Kaan Caliskaner zum 1:1 aus. Darmstadt 98 war dennoch die dominierende Mannschaft.

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DARMSTADT. Das war bitter: Der SV Darmstadt 98 stand in der Zweiten Fußball-Bundesliga bei Jahn Regensburg vor dem zweiten Rückrundensieg. Doch in der siebten Minute der Nachspielzeit – angezeigt waren nur fünf – traf Kaan Caliskaner für die Gastgeber zum 1:1. Unmittelbar danach pfiff Schiedsrichter Florian Heft die Partie ab. Bitter vor allem deshalb, weil die Darmstädter kaum etwas zuließen und erst in der Schlussphase unter Druck gerieten. „Die Mannschaft sitzt in der Kabine und ist total bedröppelt. Das fühlt sich wie eine Niederlage an“, sagte Darmstadts Trainer Markus Anfang, der sichtlich bedient war. Statt des optimalen Rückrundenauftakts mit zwei Siegen sind es nun eben „nur“ vier Zähler. „Es ging heute nur über Leidenschaft und Zweikampfverhalten. Kompliment an meine Mannschaft, wie sie sich reingehauen und die Zweikämpfe angenommen hat. Dass das Gegentor nach sechseinhalb Minuten Nachspielzeit fällt, obwohl nur fünf angezeigt waren, ist mächtig bitter.“ Anfang ließ in der Mannschaft erneut rotieren. Aus der siegreichen Elf gegen Sandhausen wichen Tobias Kempe, Erich Berko und Christian Clemens. Für sie kamen Fabian Schnellhardt, Tim Skarke und Mathias Honsak in die Startelf – damit bekam das Mittelfeld ein völlig anderes Gesicht als am vergangenen Mittwoch. Wechsel, die sich auszahlten. Honsak machte mächtig Dampf auf der linken Mittelfeldseite, Skarke erzielte sein drittes Saisontor. Nach vorsichtigem Abtasten beider Teams in der Anfangsphase bot sich den Darmstädtern durch Honsak in der 16. Minute die erste Chance, doch im Abschluss war er zu zögerlich. Nach und nach bekamen die Lilien die Partie in den Griff. Torhüter Marcel Schuhen verlebte eine ruhige erste Hälfte.

Führung in der 30. Minute erspielt

In der 30. Minute gingen die Gäste in Führung. Fabian Holland gewann in Höhe des eigenen Strafraums einen Zweikampf. Und dann ging es blitzschnell. Über Marvin Mehlem landete der Ball bei Serdar Dursun, der direkt auf Skarke durchsteckte. Dieser traf eiskalt zum 1:0. Von Regensburg kam nicht viel, zwingende Chancen hatten sie keine in der ersten Halbzeit. Noch die beste war ein Freistoß aus 17 Metern, doch Albion Vrenezi verfehlte aus spitzem Winkel das Darmstädter Tor. Die Halbzeitführung für den SV 98 ging aufgrund einer konzentrierten Leistung absolut in Ordnung.

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Regensburg tat sich weiter schwer gegen die tief stehenden Darmstädter, die den ballführenden Spieler ab der Mittellinie konsequent unter Druck setzten. Da es mit spielerischen Mitteln nicht funktionierte, versuchten es die Gastgeber auf dem schwer zu bespielenden Rasen meist mit langen Bällen, die die Lilien-Abwehr aber kaum vor Probleme stellten. „Wir haben bis auf den Ausgleich in der zweiten Halbzeit nur einen Schuss zugelassen und die Standards gut verteidigt“, war Anfang mit der Defensivarbeit zufrieden – nur eben nicht mit dem Ergebnis. Denn den gefälligeren Fußball spielte der SV 98. Anfang: „Wir hatten viele Umschaltmomente, die wir besser hätten ausspielen und das zweite Tor nachlegen können.“ Viele Chancen gab es nicht, doch die beste des zweiten Durchgangs (bis zum Ausgleich) hatten die Lilien. Honsak legte in der 72. Minute nach einem Konter für Schnellhardt auf, der jedoch aus 16 Metern unbedrängt das Tor verfehlte.

In der Schlussphase mit der Brechstange

In der Schlussphase versuchte es Regensburg mit der Brechstange. Der SV 98 konnte sich kaum noch befreien, es wurde immer turbulenter vor dem Tor, obwohl Großchancen ausblieben. Unmittelbar vor dem Abpfiff wurden die Gastgeber dann aber doch noch für ihren unbändigen Willen belohnt. Caliskaner traf zum 1:1. Für Schuhen gab es nichts zu halten. Die Fehler geschahen zuvor. Patrick Herrmann ließ Erik Wekesser entwischen, Erich Berko konnte dessen Flanke nicht verhindern, da er nicht energisch genug zur Sache ging. Das Manko der Lilien in den letzten Minuten: Sie verloren den Ball viel zu schnell, denn es boten sich gegen die nun extrem offen stehenden Regensburger gute Konterchancen. Vor allem Berko verstolperte dann einige gute Möglichkeiten. Und Felix Platte kann nun mal die Bälle nicht so fest machen, wie Serdar Dursun. Abhaken, weiter geht‘s bereits an diesem Dienstag. Dann müssen die Lilien ab 18.30 Uhr im DFB-Pokal-Achtelfinale gegen Holstein Kiel erneut auswärts ran. In der Liga erwarten sie am kommenden Samstag dann den 1. FC Nürnberg am Böllenfalltor.

Von Jens-Jörg Wannemacher