„Eine total verrückte Situation“

Andy Schmid machte Flammkuchen mit Feldsalat und kümmerte sich mit seinem Sohn um die Schulaufgaben, ehe sich alles änderte. Durch den coronabedingten Ausschluss der...

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MANNHEIM. Andy Schmid machte Flammkuchen mit Feldsalat und kümmerte sich mit seinem Sohn um die Schulaufgaben, ehe sich alles änderte. Durch den coronabedingten Ausschluss der tschechischen Mannschaft sowie der USA rückten die Schweiz und mit ihr der Spielmacher der Rhein-Neckar Löwen kurzfristig ins Teilnehmerfeld der Handball-Weltmeisterschaft in Ägypten. Am Donnerstag sollen die Schweizer nach Kairo fliegen – und am gleichen Abend ihr erstes Match gegen Österreich bestreiten.

Herr Schmid, stellen Sie aus Hygiene-Gesichtspunkten ein Risiko für die Weltmeisterschaft dar?

Ich habe am Dienstag in Mannheim einen PCR-Test gemacht und wurde nach meiner Ankunft im Team der Schweizer noch einmal getestet. Ich denke deshalb, dass ich kein größeres Risiko darstelle als die anderen Spieler bei der WM.

Ist es nicht zu gefährlich, wenn mit Nordmazedonien und der Schweiz zwei Mannschaften kurzfristig zur WM stoßen?

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Ich denke, es ist kein größeres Risiko als jenes, welches wir in der Bundesliga seit ein paar Monaten eingehen. Die Alternative ist, dass wir uns verbuddeln und warten, bis alles vorbei ist. Wir werden in der Schweiz vor dem Abflug getestet, sind danach isoliert auf unseren Zimmern und werden nach unserem Flug in Kairo noch einmal getestet.

Sie mussten sich spontan entscheiden, ob Sie während einer Pandemie eine WM in Ägypten spielen wollen. Einige Bundesliga-Kollegen haben sich dagegen entschieden. Haben Sie keine Sorge, die Familie zurückzulassen?

Ich habe darüber mit meiner Frau gesprochen, und sie hat mich bestärkt, zur WM zu fliegen, weil sie weiß, was mir der Sport bedeutet. Wir haben Lösungen gefunden, wie sie das in meiner Abwesenheit mit den Kindern hinbekommt.

In Deutschland wird eine Debatte geführt, weil Nationalspieler wegen der familiären Situation auf die WM verzichten.

Ich finde es pervers, dass über private Entscheidungen diskutiert wird, die die familiäre Situation einzelner Spieler betreffen. Wenn ein Familienvater sich ein Urteil bildet, sollte das respektiert werden.

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Sie sind 37 Jahre alt, stehen nun vor Ihrer ersten WM, können Sie sich trotzdem freuen?

Puh, im Moment ist es so hektisch, da war für Freude noch keine Zeit. Ich werde da sicher etwas spüren, wenn wir am Donnerstag gegen Österreich auf dem Feld stehen. Gerade ist alles surreal, Dienstagabend habe ich mich mit meinem Sohn um die Schulaufgaben der nächsten Tage gekümmert, Mittwochmorgen hat er mich dann gefragt, ob wir jetzt Weltmeister werden. Es ist eine total verrückte Situation.

Das Interview führte Michael Wilkening.