"Spiel für den Frieden" zwischen der HSG und der Ukraine

Im Januar noch bei der EM im Einsatz, gastiert die Nationalmannschaft der Ukraine nach ihrer Flucht aus der vom Krieg bedrohten Heimat am 1. April in der Sporthalle Dutenhofen und trifft dort auf die HSG Wetzlar. Foto: imago

Die Wetzlarer Handballer holen die vor dem Krieg geflüchteten EM-Starter am 1. April nach Dutenhofen. Die Einnahmen aus dem Spiel kommen dem Heimatland der Gäste zugute.

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WETZLAR. Besondere Ereignisse verlangen besondere Taten: Ein Freundschaftsspiel der besonderen Art findet am 1. April (Freitag) um 19.30 Uhr in der Sporthalle Dutenhofen statt. Dann hat der Handball-Bundesligist HSG Wetzlar die ukrainische Nationalmannschaft zu Gast.

Das Team von Trainer Slava Lochmann (ehemals Spieler beim TV Großwallstadt) durfte am Montag dieser Woche dank eines Sondererlasses des ukrainischen Sportministeriums, in dem Spitzensportlern aus dem Land ausdrücklich empfohlen wird, das Kriegsgebiet zu verlassen, ausreisen. Nunmehr sind die Spieler, die im Januar bei der Handball-EM - gecoacht von Michael Biegler - gegen Frankreich, Kroatien und Serbien gespielt haben (drei Niederlagen) und Anfang der Woche über teils abenteuerliche Routen zunächst nach Budapest in Ungarn gelangt waren, in Großwallstadt untergebracht - samt deren Familien.

"Wir sind jetzt erst mal heilfroh, dass die Jungs und ihre Familien hier in Deutschland sind, wie es genau für sie weitergeht, wissen wir noch gar nicht", so Rudi Brunner, langjähriger Förderer des TV Großwallstadt und Mitorganisator der Ausreise des ukrainischen Nationalteams. "Feststeht, dass man trotz des Krieges von ukrainischer Verbandsseite daran arbeitet, die ausgefallenen WM-Qualifikationsspiele gegen Finnland zu einem späteren Zeitpunkt nachzuholen." Nach dem russischen Überfall stehen alle Bereiche des öffentlichen Lebens still, so auch die Super League, wie die Top-Männerliga in der Ukraine genannt wird. "An einen normalen Trainingsbetrieb war nicht mehr zu denken, alle hatten Angst und haben sich so gut es geht in Sicherheit gebracht", berichtet Slava Lochmann. Nunmehr sollen sich die Nationalspieler in Großwallstadt fit halten.

"Als die Anfrage kam, ob wir dem ukrainischen Team als Testspielgegner zur Verfügung stehen und somit die Ausreise der Mannschaft, Frauen und Kinder mit unterstützen wollen, haben wir keine Sekunde gezögert", wird HSG-Geschäftsführer Björn Seipp in einer Pressemitteilung der Wetzlarer zitiert. "Die russischen Kriegsverbrechen müssen gestoppt und den Menschen in der Ukraine jedwede humanitäre Hilfe geleistet werden. Deshalb werden wir ein 'Handballspiel für den Frieden' austragen und fordern alle Sportfans der Region auf, an diesem Benefizspiel teilzunehmen, um unsere gemeinsame Solidarität mit den Menschen im Kriegsgebiet auszudrücken. Alle Einnahmen des Spiels werden die HSG Wetzlar und die HSG Dutenhofen/Münchholzhausen selbstverständlich Hilfsorganisationen zur Verfügung stellen, die sich in der Ukraine um das Leid der Menschen kümmern", so Seipp.

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Die Sporthalle Dutenhofen öffnet am 1. April um 18.30 Uhr. Eintrittskarten gibt es zum Preis von (mindestens) zehn Euro für Erwachsene und fünf Euro für Kinder und Jugendliche bis einschließlich 17 Jahre. Die Tickets sind ab sofort im Onlineshop unter www.hsg-wetzlar.de/tickets und am Spieltag an der Abendkasse der Sporthalle Dutenhofen in der Wingertenstraße erhältlich. "Die Preise für die Tickets sind Mindestpreise. Jeder Zuschauer kann auch mehr für seine Eintrittskarte bezahlen, als freiwillige Leistung für den guten Zweck. Wir kümmern uns darum, dass jeder Cent auch ankommt", sagt Björn Seipp im Vorfeld der Partie, die für die Zuschauer unter 2G+-Bedingungen und mit Maskenpflicht in der Halle stattfindet.