SportsUP nutzt Zwangspause

Jutta Schuhn ist Fitness- und Aerobic-Trainerin und bringt die Sportler in diesen Zeiten per Video auf Trab. Fotos: SportsUP

„Wow, das sieht aber gut aus!“, war die einhellige Meinung der SportsUP-Mitglieder, die jetzt nach fast zwei Monaten ihr Fitness-Studio in der Hajo-Rüter-Straße endlich...

Anzeige

HOCHHEIM. „Wow, das sieht aber gut aus!“, war die einhellige Meinung der SportsUP-Mitglieder, die jetzt nach fast zwei Monaten ihr Fitness-Studio in der Hajo-Rüter-Straße endlich wieder besuchen konnten. Die Zwangspause hatten der Geschäftsführende Gesellschafter Claus Wenz und Studioleiterin Irmi Sieben gut genutzt: Seit längerer Zeit lag das neue Designkonzept einer Innenarchitektin vor – und nun war der richtige Moment, um die Renovierung anzugehen. Der Parkettboden im Gymnastikraum wurde abgeschliffen und mit Sportbodenlack lackiert, Wände nach dem neuen Farbkonzept gestrichen, Umkleideräume umgestaltet, neue Lampen installiert.

Jutta Schuhn ist Fitness- und Aerobic-Trainerin und bringt die Sportler in diesen Zeiten per Video auf Trab. Fotos: SportsUP
Aerobic im Freien mit großem Abstand – da haben die belastenden Aerosole keine Chance.
Studioleiterin Irmi Sieben und Geschäftsführer Claus Wenz sind optimistisch und freuen sich auf ihre Mitglieder, denn das Training im SportsUP  ist wieder möglich. Foto: Annette Zwaack

Der Deutsche Sportstudioverband (DSSV) hatte zeitnah auf die neuen Hygienevorschriften reagiert und die Verordnungen der einzelnen Bundesländer seinen Mitgliedern zugänglich gemacht: So konnte das SportsUp-Team am 15. Mai wieder eröffnen, unter Einhaltung der geltenden Abstands- und Hygieneregeln, die der eigenen Situation angepasst wurden. So wurden die Geräte im Kraftraum weiter auseinandergestellt, um den Mindestabstand von 1.5 Metern zwischen den Sportlern zu gewährleisten, die Fahrräder in den größeren Cardiobereich mit den Laufbändern, Crosstrainern, Steppern und Rudergeräten integriert.

Mit Desinfektionssprays müssen nach jeder Benutzung die Geräte gereinigt werden. Allerdings können die Umkleideräume und der Saunabereich noch nicht wieder genutzt werden. Dank der vielen Fensterflächen wird gut und oft gelüftet, auch ein Pluspunkt gegen die Ansteckungsgefahr.

Anzeige

Beim Betreten des Fitness- und Gesundheitszentrums muss die Mund- und Nasenmaske getragen werden, während des Trainings ist es nicht notwendig.

Training zuhause mit der Facebook-Gruppe

Für die Kurse gilt Anmeldepflicht. Zumba wird seit diesen Tagen auch im Freien angeboten, auf dem Platz hinter dem Studio. Weitere hoch-intensive Trainings sind noch nicht im Präsenzplan. An denen kann man über die Facebook-Gruppe des SportsUP teilnehmen. Während des Shutdowns hat sich diese neue Form etabliert und wird weiterhin gut genutzt, denn die Teilnehmerzahl im SportsUP ist auf 10 beschränkt.

Irmi Sieben und Fitness- und Aerobic-Trainerin Jutta Schuhn hatten sehr schnell nach der Schließung reagiert und die Mitglieder eingeladen, über Video an den Kursen teilzunehmen. Ob Energy Pilates, Circuit Training, Yoga, Functional Workout, Bauch & Rücken, Bodytoning, Mobility & Stability, Faszientraining, Cardio for all – die treuen SportsUP-Mitglieder stemmen vor dem TV-Screen zuhause Wasserkästen, schwitzen auf dem Wohnzimmerboden, lassen sich beim Zumba in Bewegung bringen.

Seit 1999 besteht das SportsUP in Hochheim. Claus Wenz leitete ab 1984 während seines Sportstudiums sein erstes Studio in Wiesbaden, das Lady Fitness in der Großen Langgasse. Weitere Studios in der Moritzstraße und Im Rad folgten, danach der Wechsel nach Hochheim. Mit Irmi Sieben kam eine erfahrene Fitness-Trainerin an Bord. Sie war in Hochheim bereits durch ihr eigenes Studio in der Marzelstraße bekannt. Jutta Schuhn, diplomierte Sportlehrerin, kam während der Aerobic-Welle dazu, sie ist Fitness- und Aerobic-Consultant. Als Trainerinnen wirken in den veschiedenen Kursen außerdem Christel, Heike, Julia, Cathrin, Mariola, Nina, Jessy, Claudia und Susann mit.

Anzeige

Gesundheit und Fitness gehören zusammen

Die Corona-Krise trifft auch dieses Fitness-Studio ganz empfindlich. Der Umsatzausfall wird am Ende des Jahres rund 30 Prozent betragen, schätzt Wenz. Und im nächsten Jahr ist wohl auch keine echte Umsatzsteigerung in Sicht. „Zum Glück sind wir hier in eigenen Räumen, sonst müssten wir auch noch die Miete aufbringen“, erklärt Claus Wenz. Er hat übrigens seinen Mitgliedern für den Monat Mai keine Beiträge abgebucht: „Ein Dankeschön für den guten Zusammenhalt in der SportsUP-Community.“

„Nichts machen, ist auch nicht die Lösung“, meint das SportsUP-Team auf Nachfrage, ob das Risiko einer Ansteckung nicht hoch sei. Abgesehen davon, dass alle Hygienevorschriften penibel beachtet werden, ist die Gefahr, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben sehr viel höher, stellen Irmi Sieben und Claus Wenz klar: 350.000 Tote gibt es jährlich aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, eine Folge von zu wenig Bewegung und sportlicher Betätigung. Wenz‘ Erfahrung lautet: „Gesundheit und Fitness sind gute Standbeine für ein langes Leben.“